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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 158 mal aufgerufen
 Feier- und Gedenktage
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C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

17.06.2009 22:45
RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Heute vor 56 Jahren kam es in der DDR zum Volksaufstand gegen die Regierung, gegen die Normerhöhung und die damaligen Zustände. 36 Jahre später kam es zum Umsturz.
Aber was wurde daraus? Chancen wurden vertan, ein ganzes Land mehr oder weniger zur grünen Wiese, zum Urlauber, Renter- und Arbeitslosen"paradies" degradiert. Ich habe miterleben dürfen, wie meine Region aus der ich komme vom gigantischen Industriestandort mit 100.000en von Arbeitsplätzen zur Touristikgegend gemacht wurde und mit einer Arbeitslosigkeit von 25% das noch als Erfolg gefeiert wird... ob das nun das bessere Deutschland sein soll wage ich zu bezweifeln.

Ich gedenke der Leute des 17. Juni und des Herbst 1989 und bin mir sicher, dass die Masse sicher nicht die Zustände wollten welche wir heute haben. Das belegen auch die Wahlergebnise der Partei welche man damals gar nicht schnell genug zum Teufel schicken wollte.

Gruß Alex

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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

16.06.2013 11:09
#2 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Heute vor 60 Jahren begann die "heiße Phase" des VOLKSAUFSTANDES IN DER DDR VOM 17. JUNI 1953, der eigentlich bereits mit den Streiks am 13. Juni im damaligen Bezirk Leipzig begann.
Gegen die am 15. Mai 1953 verfügte zehnprozentige(!)Arbeits-Norm-Erhöhung traten an diesem Tag 250 Arbeiter der LEIPZIGER BAUMWOLLSPINNEREI in den Ausstand. Ihnen schloß sich die Belegschaft der VEB SANAR an. Im nicht weit von Leipzig entfernten Roßwein (damals Kreis Döbeln) legten die Beschäftigten des VEB HAMMER-SCHUH-FABRIK die Arbeit nieder. Diese Normen-Erhöhung wurde zum sozialen Auslöser des VOLKSAUFSTANDES, der 167 von 217 Land- und Stadtkreise der DDR erfaßte. In Abstimmung mit den westlichen Siegermächten, wurde das KRIEGSRECHT vom 17. bis 24. Juni 1953 über 80 Prozent des sowjetisch besetzten Territorium verhängt. Alle(!) Siegermächte zeigten damals kein Interesse an einem "gesamtdeutschen Weg" in eine selbstbestimmte Zukunft.

Ein Teilnehmer des VOLKSAUFSTANDES, Dr.WILFRIED WIRBATZ, schrieb im SPIEGEL 26/2003 auf Seite 14:

"Wir wollten einen Friedensvertrag und den Abzug aller Besatzungsmächte. Außerdem waren wir gegen die Remilitarisierung Deutschlands. Wir wollten, wie Österreich, die Neutralität ..."

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

19.07.2013 07:31
#3 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Am 18. Juli 1953 beschloß das POLITBÜRO des Zentralkomitees der SED die AUFLÖSUNG des MINISTERIUM FÜR STAATSSICHERHEIT der DDR. Gegen den ehemalichen Minister ZAISSER und seine Stellvertreter MIELKE, WALTER, LAST, WEIKERT, MENZEL und GARTMANN wurden Disziplinar- und Parteiverfahren eingeleitet.

Dem MfS wurde die Hauptschuld am Versagen der Sicherheitsorgane bei den "Provokationen um den 17. Juni 1953" zugesprochen. In der Begründung hieß es u.a.:

"Die führende Rolle der Partei wurde mißachtet ... Zaisser verhinderte eine kollektive Beratung erstrangiger politischer und operativer Probleme in der Leitung des früheren Ministeriums. Er unterdrückte jede Kritik an seiner Arbeit...
Die Parteiorganisation und ihre Leitung haben Zaisser auch keiner Kritik unterzogen und das Politbüro des ZK über die wahre Lage in den Organen der Staatssicherheit nicht informiert..."

Die Staatssicherheit der DDR wurde zum STAATSSEKRETARIAT IM MINISTERIUM DES INNERN der DDR "herabgestuft".
Der bisher selbstständige AUßENPOLITISCHE AUFKLÄRUNGSDIENST der DDR mußte sich in "Abteilungen des Staatssekretariats für Staatssicherheit" aufgliedern.

ERICH MIELKE überlebte diese "Säuberungen" relativ unbeschadet. Die Genossen des sowjetischen KGB hielten die Hand über ihren stets zuverlässigen Mitarbeit.
Er wurde Staatssekretär und nach Wiederherstellung des Ministerium dessen Chef.

[ Editiert von Kai Guleikoff am 19.07.13 7:32 ]

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

01.08.2013 11:10
#4 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

WALTER ULBRICHT ging aus den Ereignissen um den 17. JUNI 1953 als SIEGER im politischen Machtkampf innerhalb der SED-Führung hervor und bestimmte danach bis zum 03.Mai 1971 die Innen- und Außenpolitik der Deutschen Demokratischen Republik.

Zum 4O.Todestag ULBRICHTS am 01.August 2013 hat der Zeitzeuge EGON KRENZ ein Buch über seinen ehemaligen "Herrn und Meister" verfaßt und herausgegeben zum Preis von EUR 24,99 beim
Verlag Das Neue Berlin (ISBN 978-3-360-02160-1).

ULBRICHT war vor 40 Jahren bereits politisch kalt gestellt worden, obwohl er die Funktionen VORSITZENDER DES STAATSRATES und VORSITZENDER DER SED (ein Ehrentitel) formal noch ausübte.

In Absprache mit BRESCHNEW war HONECKER seit dem VIII.Parteitag der SED (Juni 1971) bereits der neue Parteiführer. BRESHNEW hatte ULBRICHT in einem persönlichen Gespräch am 31.März 1971 im Moskauer Kreml den "Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen" empfohlen. BRESCHNEW gefiel die "politische Ausrichtung" dieses "Helden der Sowjetunion" nicht mehr. ULBRICHT wurde eines "eigenen Weges" zum Sozialismus verdächtigt. Das konnte der vatikangleiche Kreml nicht dulden!
Folgsam erklärte ULBRICHT am 03.Mai 1971 in Berlin seinen Rücktritt und schlug zu seinem Nachfolger (wie gewünscht) den "Genossen HONECKER" vor.
WALTER ULBRICHT mußte 60 Kilometer von Berlin, in der Schorfheide, seinen "Altersruhesitz" aufsuchen. Das Gästehaus des Zentralkomitees der SED am Großen Döllnsee wurde ihm zugewiesen.
In diesem ehemaligen Wohnsitz (gebaut 1934/35) des Oberforstmeisters WILLI SCHADE - der sich auch "Leibjäger des Reichsjägermeisters" (GÖRING)- nennen durfte, konnte ULBRICHT keinen Einfluß mehr nehmen auf die neue Politik in Ost-Berlin. Hier starb er dann auch, von körperlicher und seelischer Krankheit gezeichnet, um die Mittagszeit des 01.August 1973.

Heute kann diese Stätte besucht werden: als "Vier-Sterne-Hotel Dölln-Schorfheide"( Amber Hotels) für Urlaube und Tagungen. Trotz aller Umbauten und Erweiterungen ist ein sehenswerter "historischer Teil" erhalten geblieben.

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

01.08.2013 13:56
#5 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Und mit Honeckers Amtsantritt begannen dann auch die "Goldenen Siebziger". Eine Zeit, zu der man hätte über eine Maueröffnung nachdenken und eventl. auch hätte relaisieren können. Leider fehlten nötige Wirtschaftsreformen, was sich Ende der 80er dann bitter rächte... Die Graue Eminenz verharrte im Altersstarrsinn und fuhr das Projekt gegen die Wand. Leute wie Eberlein oder Schabowski sind im Buch der Geschichte verschwunden, waren sie doch aber die jenigen, mit denen Reformen möglich gewesen wären.

Gruß Alex

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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

03.08.2013 09:33
#6 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Den "Goldenen 1970er Jahre" stehen die "Goldenen 1960er" Jahre der DDR unter ULBRICHT gegenüber!
Durch die militärische Abriegelung der DDR-Westgrenze ("Mauerbau") 1961 während der ZWEITEN BERLINKRISE (1958 bis 1962) verbesserten sich die Existenzbedingungen für die DDR grundlegend. Sogar eine theoretische Weiterentwicklung des "real existierenden Sozialismus" ist versucht worden mit dem NEUEN ÖKONOMISCHEN SYSTEM (NÖS) der Planung und Leitung der Volkswirtschaft. In diesem Wirtschaftssystem hatten kleine private und halbstaatliche Betriebe ihren festen Platz gefunden.
In den 1960er Jahren wurden so die Grundlagen für einen "deutschen Sozialismus" geschaffen, auf denen in den 1970er Jahren aufgebaut werden konnte.
Der politisch sehr erfahrene ULBRICHT kannte die politische Denkweise seine Auftraggeber im Kreml bereits seit Ende der 1920er Jahre. Trotzdem wagte er einen eigenen Weg zu einer "deutsch-deutschen Konföderation" - und wurde dafür als "Abweichler" gestürzt.
HONECKER galt für den Kreml als "bedingungslos ergeben", hatte doch sein politischer Aufstieg als kommunistischer Spitzenfunktionär erst nach 1945 begonnen.
Doch langfristig(!) hatte Moskau kein Interesse an nur einem Teil Deutschlands. Die Zielstellung des Kreml seit 1945 war das einige und neutrale Deutschland (nach dem Modell Österreichs).
Doch die Siegermächte des Westens wollten nicht nur die Elbe-Linie halten, sondern "ihr" einiges, "eingebundenes" Deutschland bis zur Oder- und Neiße-Linie ausweiten.
Das konnte erst 1990 erreicht werden - durch die Systemkrise in der Sowjetunion und die "Leichtgläubigkeit" GORBATSCHOWS.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

23.08.2013 17:43
#7 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Vor 60 Jahren, am 22. August 1953, wurden die noch ausstehenden Reparationsleistungen der DDR an die UdSSR aufgehoben ("Erlaß der deutschen Reparationsleistungen und über andere Maßnahmen zur Erleichterung der finanziellen und wirtschaftlichen Verpflichtungen der DDR, die mit den Folgen des Krieges verbunden sind").
Das hatten (indirekt) die Bürger der DDR in den Tagen um den 17. Juni 1953 erstritten, die ihren Unwillen mit den wirtschaftlichen Zuständen in der DDR auf den Straßen und Plätzen zum Ausdruck gebracht hatten.
Interessant ist folgende Aussage im Protokoll zum o.g. Erlaß vom 22. August 1953:

"... die Verwirklichung dieser Vorschläge in bezug auf die Deutsche Demokratische Republik dem deutschen Volk eine wirkungsvolle Hilfe sein wird, nicht nur in wirtschaftlicher Beziehung, sondern auch bei der Schaffung der Bedingungen, die zur Wiederherstellung der Einheit Deutschlands als friedliebender und demokratischer Staat und zur Beschleunigung des Abschlusses eines Friedensvertrages mit Deutschland erforderlich sind, haben die Regierung der DDR und der Sowjetunion Verhandlungen geführt ..."

Vereinbart wurden vier Maßnahmen (hier in Kurzform dargestellt):

Ab 01.Januar 1954 an keine Entnahme mehr von Reparationsleistungen in Form von Warenlieferungen als auch in jeder anderen Form an die UdSSR und die Volksrepublik Polen. Die noch ausstehenden Reparationsleistungen in Höhe von 2,537 Milliarden Dollar (nach den Weltmarktpreisen von 1938) werden erlassen.


Ab 01.Januar 1954 erfolgt die kostenfreie Rückübertragung von 33 deutschen Maschinenbau-Betrieben, chemischen, metallurgischen und anderen Betrieben in das Eigentum der DDR. Das entspricht einer Wertübertragung in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar.
Die noch anstehenden Schulden in Höhe von 430 Millionen DDR-Mark aus dem Jahr 1952 (aus der kostenpflichtigen Rückübertragung von 66 Industriebetrieben) werden erlassen.

Ab 01.Januar 1954 werden die Zahlungsverpflichtungen der DDR im Bezug auf die Besatzungskosten für die Sowjetarmee auf 5 Prozent der jährlichen Einnahmen des Staatshaushaltes der DDR begrenzt und dürfen die des Jahres 1949 nicht übersteigen.
(Besatzungskosten des Jahres 1949: 2,182 Milliarden DDR-Mark, -des Jahres 1953: 1,95 Milliarden DDR-Mark, -des Jahres 1954: 1,6 Milliarden DDR-Mark).

Ab 01.Januar 1954 werden die noch ausstehenden Schulden für "Besatzungskosten in ausländischer Währung" erlassen.
Jede weitere Art der Begleichung "staatlicher Nachkriegsschulden an die Sowjetunion" werden erlassen.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

25.08.2013 11:25
#8 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Zu der Höhe der Reparationen der SBZ/DDR bis zur Aufhebung am 01.Januar 1954, wörtliche Ausführungen aus:

SBZ A-Z, EIN TASCHEN- UND NACHSCHLAGBUCH ÜBER DIE SOWJETISCHE BESATZUNGSZONE DEUTSCHLANDS, herausgegeben vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen, vierte überarbeitete und erweiterte Auflage, Deutscher Bundes-Verlag, Bonn 1958, Seite 262.


"Eine Gesamtrechnung der R. seit Kriegsende bis 1953 ergibt nach kritischer Auswertung aller verfügbaren Unterlagen die nachstehenden Summen (Tabelle in Mrd. Mark):

Aus Beuteaktionen 5,00 - Aus Demontagen 5,00 - Subventionen und Nebenkosten 3,60 - Entnahmen aus der laufenden Produktion 34,70 - Kosten des Uranbergbaus 7,75 - Gewinne der SAG-Betriebe 3,55 - Zusammen Entnahmen 59,60 - Abzügl.
Besatzungskosten rd. 16,00 - Reparationen gesamt 43,60.

... Legt man den von den Sowjets bis 1953 im allgemeinen selbst angewandten Kurs von 2,50 DM je Dollar zugrunde, so ergibt das bei einer Gesamtentnahme von rd. 43,60 Mrd. Mark eine Reparationsleistung in Höhe von 17,60 Mrd. Dollar, also
7,60 Mrd. Dollar mehr, als die SU von Gesamtdeutschland an Reparationen gefordert hatte ..."

Eine Ausgleichzahlung - für die durch die SBZ/DDR 1945 bis 1953 erbrachten Reparationen für Gesamtdeutschland - an die neuen Bundesländer ist durch die alten Bundesländer bisher nicht erfolgt !

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

25.08.2013 13:26
#9 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Und das lernt kein Schüler heute in der Schule. Nur das die DDR Führung damals unfähig war und das ganze dann im 17. Juni endete. Die Ursachen dafür werden in der Geschichtsschreibung leider gänzlich weggelassen...

Gruß Alex

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stomatophylax Offline



Beiträge: 350

25.08.2013 15:23
#10 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Das ist das ureigene Problem der sozialistischen Denkweise, dass man sich die Bedingungen und Größenordnungen so schuf, wie man sie brauchte, und nicht mit den natürlich gegebenen arbeitete - siehe die sinnlose Prozentrechnerei oder die Tonnenideologie. Eine der Ursachen für den Zusammenbruch der marxistisch-leninistischen Ideologie und ihrer Zwangssysteme.
Welchen Dollarkurs die UdSSR willkürlich annahm, ist unerheblich. Der Dollarkurs betrug damals 4,20 DM. Bezogen auf die sog. Ostmark ist die Relation deutlich schlechter. Somit entsprechen die 43,6 Mrd etwa 10,4 Mrd Dollar zum tatsächlichen Kurs.
Die Harmssen-Kommission ermittelte die Gesamtverluste Deutschlands und kam auf einen Betrag von rd. 500 Mrd RM-Mark zu Preisen von 1937. Darin sind der Verlust der sog. Ostgebiete und Vermögensschäden durch jahrelange Produktions- und Handelsverbote u.a. nicht einmal enthalten.
Allein der Zwangsexporte von Kohle und die im Saarland für Frankreich geförderre Kohle stehen mit 9 Mrd zu Buche, geraubte Patente und Warenzeichen bzw. Lizenzrechte wurden mit 20 und 10 Mrd bewertet. Zum Vergleich hat ein US-Senatsausschuss allein über die in US-Besitz gelangten deutschen Unterlagen über Flugzeug-, Flugkörper-, Triebwerks- und Steuerungstechnologie festgestellt, sie hätten den USA 8 Jahre intensivster Forschung und mindestens 10 Mrd Dollar erspart. Also waren allein diese Patente rund 42 Mrd wert, was Rückschlüsse auf die gesamte wissentschaftlich-technische Beute zulässt.
Die Demontageverluste im Westen sind mit 11 Mrd veranschlagt, die Zwangsentnahmen aus der laufenden Produktion über 2 Mrd. Besatzungsdiebstahl und Kunstraub, besonders durch unsere amerikanischen Freunde werden mangels exakter Unterlagen mit 1 bzw. 10 Mrd um Größenordnungen zu niedrig angesetzt. Die Besatzungskosten in den Westzonen beliefen sich bis 1952 nach offiziellen Angaben auf mehr als 50 Mrd Mark, was 1950 22% der Etats der besetzten Gebiete verschlang. Die Alliierten lebten in Saus und Braus, während Mio Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsversehrte von der Sozialhilfe vor dem Hungertod bewahrt werden mussten.
Die mehr als 1 Billion Euro, die seit der Wiedervereinigung nach Mitteldeutschland geflossen sind, und weiter fließen, wiegen doch die sowjetischen Plünderungen um ein Vielfaches auf. Dagegen war der Lastenausgleich, durch den jahrzehntelang die Flüchtlinge und Vertriebenen auch aus Mitteldeutschland in der BRD entschädigt worden sind, obwohl teuer und drückend, ein Kinderspiel.

Matzerath Offline



Beiträge: 160

25.08.2013 19:12
#11 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Das waren die Folgen des Stalinismus und der Altkader aus der Zeit aber sicher keine Sozialistischen. Das System ist auch nicht an der Ideologie gescheitert sondern an dummen ökonomischen Fehlern die man bis zum Schluß nicht sehen wollte. Ist ja heute auch nicht anders...

Es schrieb Matzerath :)

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

27.08.2013 14:09
#12 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

So "vereinfacht" darf bei uns im Forum nicht argumentiert werden!

Tatsache ist, daß das deutsche Volk durch seine politischen Vertreter nach wie vor belogen wird, früher so wie heute.

Wenn es einem Staat nicht gelingt - nach 23 Jahren - einheitliche Lebensbedingungen für sein Volk zu schaffen, ist etwas am System falsch!

Unter der zahlreichen Literatur zu diesem Desaster ist mir ein
127-Seiten-Büchlein aufgefallen, unter dem Titel:

"DIE SCHULDEN DES WESTENS - Was hat die DDR zum Wohlstand der BRD beigetragen?" von Dr. oec. KLAUS BLESSING, ehemaliger Staatssekretär für Metallurgie im Wirtschaftsministerium der DDR.
Erschienen bei edition ost im Verlag Das Neue Berlin, Berlin 2010, ISBN 978-3-360-01816-8.

BLESSING, als langjähriger West-Reisekader ein profunder Kenner beider deutscher Wirtschaftssysteme, beweist (!) die Schulden des Westens gegenüber der DDR/Beitrittsgebiet in Höhe von 5 (FÜNF) BILLIONEN EURO (Stand des Jahres 2000).

Also kämen die neuen Länder noch in den Genuß von ausstehenden 4 Billionen Euro. Damit müßte die Zukunft der "Ossis" doch gesichert sein!

Bisher ist mir kein "Gegenbeweis" aus den Alt-Länder bekannt geworden. Ausgenommen natürlich der Blödel-Bemerkungen von selbsternannten "Edel-Federn" der systemischen Medien.
Auf Nachfrage erklären diese Journalisten dann, sie sind keine "Ökonomen" ...

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

27.08.2013 18:59
#13 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Zitat
Gepostet von Kai Guleikoff

Wenn es einem Staat nicht gelingt - nach 23 Jahren - einheitliche Lebensbedingungen für sein Volk zu schaffen, ist etwas am System falsch!



Das liegt zweifellos daran, daß man 17 Mil. Konsumenten gewinnen wollte, die Grundlagen für den Lebensraum-Ost aber zerstört hat. Schöne Straßen sind das Eine, die Deindustrialisierung aber eben das Andere. Die Treuhand hat da ganze Arbeit geleistet. Da wurden nagelneue BKW´s gesprengt welche nie in Betrieb genommen wurden, zig hocheffektive Tagebaue samt Inventar dem Schneidbrenner geopfert, sämtliche Wohungsbaugenossenschaften die kerngesund waren pleite gerechnet ect. p.p. die Liste ließe sich endlos fortsetzen...

Gruß Alex

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stomatophylax Offline



Beiträge: 350

27.08.2013 20:13
#14 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Bei aller Liebe, aber derartige Zahlen und aus dieser Quelle anzuführen, ist gelinde gesagt unseriös. Was will ein Blessing bewiesen haben? Allein die Größenordnung der angeblichen Schulden gegenüber der DDR sind von Münchhausenscher Güte. Wie, wo und wann sollen sie denn aufgelaufen sein?
Es handelt sich dabei um ein Mehrfaches des gesamten Volksvermögens der DDR, selbst in Ostmark gerechnet.
Wenn das auch nur ansatzweise den Tatsachen entspräche, müsste Deutschland insgesamt aktuell mit seiner viel besseren Infrastruktur, dem Immobilienbestand, der hochmodernen Industrie usw., vom privaten Geldvermögen garnicht zu reden, das reichste Land dieser Erde sein. Dem ist aber nicht so.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

26.09.2013 12:49
#15 RE: Gedanken zum 17. Juni antworten

Auf die Argumente des Dr. BLESSING will ich an dieser Stelle noch gerne eingehen - kein Einwand soll unbeantwortet bleiben.


Zu den wichtigen Folgeereignissen des 17. JUNI 1953 zählte der BESCHLUß DES POLITBÜROS DER SED VOM 23. SEPTEMBER 1953 über die Reorganisation der Organe der Staatssicherheit in der DDR.

Dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) unter dem Alt-Kommunisten ZAISSER wurde die Hauptschuld am Ausbruch und Verlauf des Volksaufstandes angelastet.
Das führte zur Auflösung des MfS durch Beschluß des SED-Politbüros vom 18. Juli 1953 und zu dessen (vorläufiger) Eingliederung als Staatssekretariat in das Ministerium des Innern. ZAISSER verlor alle Staatsämter und Parteifunktionen und eine Säuberungswelle erfaßte alle Verwaltungsebenen der Staatssicherheit, besonders radikal in den Bezirken Potsdam, Leipzig, Halle, Dresden, Magdeburg und Gera.

Wegen "fehlender revolutionärer Wachsamkeit" wurde auch der AUßENPOLITISCHE AUFKLÄRUNGSDIENST des MfS herabgestuft zur HAUPTVERWALTUNG AUFKLÄRUNG (HVA) im neuen Staatsekretariat für Staatssicherheit (SfS). Die Bezeichnung HVA wurde später legendär unter der Führung von MARCUS WOLF.

In dieser Zeit begann die enge Bindung des SfS und späteren (erneuten) MfS an den Bereich Sicherheit im Politbüro der SED bis zum Ende der DDR, mit der täglichen Lagemeldung aller Verwaltungsebenen zum Stand der inneren und äußeren Sicherheit.

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