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Dieses Thema hat 36 Antworten
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KpFw Offline




Beiträge: 287

21.08.2009 10:04
#16 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Rommel, Sohn eines Gymnasium-Professors, trat 1910 freiwillig ins Heer ein und kämpfte in der ersten Kriegsphase mit dem Infanterie-Regiment 124 an der Westfront. Nachdem er für Tapferkeit in den Argonnen das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten hatte, wurde er als Kompaniekommandant im Württemberger Gebirgsjägerbataillon in Rumänien, im Westen und an der Italienfront eingesetzt. Am 25. Oktober 1917 konnte Oberleutnant Rommel die heftig verteidigte Höhe Monte Matajur erstürmen und über 8.000 italienische Gefangene einbringen, wofür er als einer der wenigen jungen Infanterieoffiziere des Krieges den Pour-le-Mérite erhielt. 1919 wurde er aufgrund seiner Leistungen in die Reichswehr übernommen. Nachdem er lange Zeit eine Infanteriekompanie kommandiert hatte, wurde Major Rommel 1929 Taktiklehrer an der Infanterieschule Dresden. Nach weiterer Verwendung als Bataillonskommandeur befehligte er nacheinander die wichtigen Kriegsschulen in Potsdam und Wiener Neustadt.

1938 wurde Rommel schließlich zum Kommandanten des Führerhauptquartiers ernannt, was für seine erstklassigen führerischen und militärischen Qualitäten sprach. Beim Einmarsch in das Sudetenland wurde Rommel von Adolf Hitler zum Führer des "Führerbegleitbataillons" ernannt, am 1. August 1939 folgte die Beförderung zum Generalmajor.. Nach dem Polenfeldzug bat Rommel Hitler um das Kommando über eine Panzerdivision und übernahm, trotz dem er Infanterist war, am 5. Februar 1940 das Kommando der 7. Panzerdivision. Diese führte Rommel im Frankreichfeldzug, erkämpfte den Übergang über die Maas und stieß tief in das feindliche Hinterland vor, was seiner Division den Beinamen "Gespensterdivision" einbrachte.

Am 1. Januar 1941 zum Generalleutnant befördert, wurde Rommel 1941 im Februar 1941 mit der Führung des "Sperrverbandes Afrika" beauftragt und bereits kurz darauf mit den ersten Verbänden nach Libyen geschickt, um die bedrohte Front der Italiener zu stabilisieren. Bereits in den ersten kleineren Gefechten gegen weit überlegene britische Truppen siegreich, schuf sich Rommel innerhalb weniger Monate durch seine listenreiche Taktik, die völlig an die örtlichen Gegebenheiten der Wüste angeglichen war, den Ruf eines unbesiegbaren Panzergenerals und einfallsreichen Taktikers. Bereits in Nordafrika, erhielt Rommel am 20. März 1941 für die Erfolge in Frankreich und Libyen das 2. Eichenlaub innerhalb des Heeres verliehen! In Folge blieb er bei El Agheila und in der Großen Syrte siegreich, überrannte die gesamte Cyrenaika, vertrieb die Briten aus Benghasi und kesselte im April 1941 Tobruk ein. Im Juli wurde er zum General der Panzertruppe befördert. Nachdem er in den vergangenen Monaten wiederholt britische Gegenoffensiven abgewehrt hatte, bei Sollum und am Hafaya-Pass siegreich geblieben war, zwang ihn die britische Gegenoffensive "Crusrader" im November 1941 erstmals zum Rückzug. Im Januar 1942 stand er wieder in jenem Gebiet, in dem elf Monate zuvor der Afrikafeldzug begonnen hatte! Im selben Monat versuchten die Briten, Rommel endgültig auszuschalten. Doch das Spezialkommando (Long Range Desert Group), welches auf ihn angesetzt war, fand nur noch sein leeres Hauptquartier vor und wurde von der Wachmannschaft abgewiesen. Rommel war wenige Tage zuvor mit seinem Stab umgezogen!

Mit dem Deutschen Afrikakorps gelang es Rommel im Sommer 1942, die Festung Tobruk zu erobern und die britische 8. Armee bis an die ägyptische Grenze zurückzudrängen. Am 22. Juni wurde er nach der Eroberung von Tobruk zum Generalfeldmarschall ernannt. Damit geriet Rommel in Konflikt zur Generalstabsführung unter Feldmarschall Wilhelm Keitel und Generaloberst Alfred Jodl, die ihn wegen des engen Verhältnisses zu Hitler und seines schnellen Aufstiegs in die Wehrmachtsführung ablehnen. Wenige Tage später überquerten seine Panzerspitzen, gefeiert von deutschen Zeitungen, die ägyptische Grenze und bedrohten den Suezkanal. Die Offensivpläne gegen Kairo waren bereits festgelegt. Doch damit waren die deutschen Kräfte erschöpft. Im November 1942 konnten die britischen Truppen die deutschen Linien durchbrechen, in Marokko landeten amerikanische Streitkräfte. Rommel gelang es, seine Truppen bis nach Tunesien zurückzuziehen, die endgültige Niederlage konnte er aber auch nicht mehr abwenden. Am 11. März 1943 wurde er ins Führerhauptquartier befohlen und seines Postens enthoben. Vergeblich ersuchte er bei Hitler um die Rücknahme seiner Männer aus Afrika, was Hitler jedoch jedesmal ablehnte. Die Reste der Panzerarmee Afrika kapitulierten am 12. Mai 1943.

1944 wurde Rommel zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B ernannt. Seine erste Aufgabe bestand in der Vorbereitung zur Verteidigung Italiens, ab 1. Dezember 1943 war er für die Vorbereitungen der Verteidigung der Invasion in Nord-Frankreich verantwortlich. Wegen Differenzen mit Rundstedt über die Abwehr der alliierten Invasion blieben die Panzerreserven der Wehrmacht in Frankreich im Hinterland stehen, so daß sie in die Invasionskämpfe nicht rechtzeitig eingreifen konnten und schon auf dem Anmarsch durch Luftangriffe schwer angegriffen wurden. Am 15 Juli 1944 trat Rommel für einen Waffenstillstand ein, da er erkannte, daß der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Zwei Tage später wurde er bei einem Luftangriff verwundet. Wegen seiner entfernten Verbindungen zu den Attentätern des 20. Juli wurde Rommel vor die Wahl gestellt, sich entweder selbst umzubringen oder vor dem Volksgerichtshof abgeurteilt zu werden. Um der Sippenhaft für seine Familie zu entgehen, beging Rommel am 14. Oktober 1944 durch Gift Selbstmord. Zur Verschleierung ordnete Hitler ein Staatsbegräbnis an, offiziell erlag Rommel den Verwundungen, die er sich bei dem Fliederangriff zugezogen hatte.

Ritterkreuz (26. Mai 1940) Eichenlaub(20. März 1941) Schwerter (20. Januar 1942) Brillianten (11. März 1943)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:05
#17 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Wilhelm List trat 1898 als Kadett in die Bayerische Armee ein. Dort wurde er 1900 zum Leutnant befördert und ab dem Jahr 1904 als Bataillonsadjutant eingesetzt. 1908 wechselte List als Oberleutnant zur bayerischen Kriegsakademie und wurde nach dem Abschluss zum Hauptmann befördert. In der Zeit bis zur Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er dann im bayerischen Generalstab verwendet. Im 1. Weltkrieg wurde er als Generalstabsoffizier bei verschiedenen Stellungen eingesetzt. Im Januar 1918 wurde List zum Major befördert. Zum Kriegsende war er im bayerischen Kriegsministerium eingesetzt. Ab April 1923 war List Bataillonskommandeur im 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment. 1924 wurde er, inzwischen zum Oberstleutnant befördert, als Leiter der Führergehilfenausbildung im Wehrkreis VII eingesetzt. Die folgenden rund zehn Jahre war List überwiegend im Ausbildungswesen der Reichswehr tätig. So wechselte er 1926 in das Reichswehrministerium, um dort zunächst als Referent der Heeresausbildungsabteilung eingesetzt zu werden. Mit dem 1. März 1927 wurde List zum Oberst befördert und gleichzeitig mit der Leitung der Abteilung betraut. 1930 übernahm er die Leitung der Infanterieschule in Dresden. Auf diesem Posten wurde List am 1. Oktober 1930 zum Generalmajor und 1932 zum Generalleutnant befördert. Am 1. Oktober 1933 wurde List dann Befehlshaber vom Wehrkreis IV und Kommandeur der 4. Division der Reichswehr. Zwei Jahre später, am 1. Oktober 1935, wurde List zum General der Infanterie ernannt. Er wurde jetzt Kommandierender General des IV. Armeekorps. Im Februar 1938 übernahm List die Position des Oberbefehlshabers des Gruppenkommando 2. Bereits am 1. April 1938 wurde List nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich zum Oberbefehlshaber des neuen Gruppenkommando 5 ernannt. Damit hatte er die Aufgabe, das österreichische Bundesheer in die Wehrmacht einzugliedern. Am 1. April 1939 wurde er zum Generaloberst befördert. Mit der 14. Armee nahm List am Polenfeldzug 1939 teil und erhielt am 30. September das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Ihm gelang im Westfeldzug 1940 mit der inzwischen zur 12. Armee umbenannten Einheit der Durchbruch durch die Maginot-Linie. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Im Balkanfeldzug war List noch immer Oberbefehlshaber der 12. Armee und in dieser Stellung Chef der gesamten deutschen Militäroperationen auf dem Festland. Am 21. April 1941 nahm List die griechische Kapitulation entgegen, nachdem bereits am 17. April 1941 Jugoslawien kapituliert hatte. Am Rande der griechischen Kapitulation kam es zu Verwicklungen mit dem damaligen deutschen Verbündeten Italien. List ließ, von Hitler angewiesen, die Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde ohne Beteiligung italienischer Offiziere vornehmen. Nachdem der italienische Diktator Mussolini bei Hitler dagegen protestierte, sendete dieser den Chef des Wehrmachtführungsstabes, Alfred Jodl, nach Griechenland, um den Akt der Kapitulation ein zweites Mal, diesmal mit italienischer Beteiligung, durchzuführen. Nach dem Abschluss des Balkanfeldzuges wurde List zum Wehrmachtbefehlshaber Südost ernannt. In dieser Funktion unterstanden ihm die Militärbefehlshaber Serbien, sowie Nord- und Südgriechenland. Aufgrund einer Erkrankung gab List diesen Posten im Oktober 1941 wieder ab. Anfang 1942 erhielt List von Hitler den Auftrag einer Inspektionsreise durch das von Deutschland seit 1940 besetzte Norwegen, um die Abwehrbereitschaft gegen eine eventuelle britische Landung an der norwegischen Westküste zu ermitteln. Am 1. Juli 1942 bekam List den Oberbefehl über die Heeresgruppe A im Süden der Ostfront. In dieser Stellung kam es schon bald zu Streitigkeiten mit Hitler über die Operationsführung. Bereits am 10. September 1942 wurde List von seinen Aufgaben als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A wieder entbunden.

Ritterkreuz (30. September 1939)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:06
#18 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Georg von Küchler trat nach seiner Kadettenausbildung am 12. März 1900 als Fahnenjunker in die Armee ein. Er kam dabei zum Feldartillerie-Regiment Nr. 25 nach Darmstadt. In diesem wurde er am 18. August 1901 zum Leutnant befördert. Am 18. August 1910 folgte die Beförderung zum Oberleutnant, er gehörte dabei immer noch dem gleichen Regiment an. Von 1910 bis 1913 besuchte er die Kriegsakademie. Am Ersten Weltkrieg nahm er als anfangs als Generalstabsoffizier teil. Am 8. Oktober 1914 wurde er zum Hauptmann befördert. Er wurde daraufhin zum Batteriechef im Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 9 ernannt. Als solcher wurde er bis Januar 1915 mit beiden Eisernen Kreuzen ausgezeichnet. Im Januar 1915 wechselte er dann wieder zum Generalstab. Ab Sommer 1916 wurde er dann für anderthalb Jahre als Ia bei der 206. Infanterie-Division eingesetzt. Im Juli 1917 wurde ihm dann auch noch das Ritterkreuz des Königlich Preußisches Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern verliehen. Zuletzt war er 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 9. Reserve-Division. Nach Kriegsende wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei war er anfangs bei der Interalliierten Kontrollkommission zur Räumung des Baltikums. Danach war er dann bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr Lehrer an der Infanterieschule in München. Im Herbst 1921 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er dann in der Heeres-Ausbildungs-Abteilung (T 4) eingesetzt. Am 1. April 1923 wurde er zum Chef der 5. Batterie vom 5. Artillerie-Regiment ernannt. Als solcher wurde er mit dem Rangdienstalter vom 1. April 1923 zum Major befördert. Im Februar 1926 wurde er zur Kommandantur nach Münster versetzt. Im März 1926 wurde er dann als Lehrer an die Infanterieschule nach Ohrdruf kommandiert. Ab Herbst 1926 war er dann mit dieser in Dresden. Anfang 1927 wurde er dann auch offiziell zur Infanterieschule in Dresden versetzt. Im März 1928 wurde er in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er bei der Inspektion der Waffenschulen (In 1) eingesetzt. Am 1. Januar 1929 wurde er dort zum Oberstleutnant befördert. Im Februar 1930 wurde er als Lehrer an die Artillerieschule Jüterbog versetzt. Am 1. Mai 1931 wurde er dort zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1932 wurde er zum Artillerieführer I in Königsberg ernannt. Am 1. April 1934 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er dann am 1. Oktober 1934 zum neuen Artillerieführer I, dem zukünftigen Stab der späteren 1. Infanterie-Division, ernannt. Am 1. April 1935 gab er sein Kommando ab und wurde dafür zum Inspekteur der Kriegsschulen im Reichswehrministerium ernannt. Als solcher wurde er am 1. Dezember 1935 zum Generalleutnant befördert. Im Oktober 1936 wurde er Stellvertretender Präsident des Reichskriegsgerichts. Am 1. April 1937 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Artillerie zum Kommandierenden General des I. Armeekorps ernannt. Bereits vor der Mobilmachung stellte er die 3. Armee als Übungseinheit auf, deren Oberbefehlshaber er dann wurde. Zuerst wurde er mit dieser Armee dann im Polenfeldzug eingesetzt. Für deren Führung wurde er am 30. September 1939 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Bei der Auflösung der Armee wurde er am 21. Oktober 1939 in die Führerreserve versetzt. Am 5. November 1939 wurde er zum Oberbefehlshaber der 18. Armee ernannt, die er dann zuerst während des Westfeldzuges führte. Am 14. Juni 1940 rückte er mit seiner Armee in Paris ein. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generaloberst befördert. Ab Sommer 1941 führte er die 18. Armee im Ostfeldzug beim Angriff auf Nordrussland. Am 21. Oktober 1941 wurde er namentlich in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht genannt: "Hand in Hand mit diesen Operationen stieß die Armee des Generaloberst von Küchler westlich des Peipus-Sees in breiter Front bis zur Küste des Finnischen Meeres vor." Am 17. Januar 1942 wurde er zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord ernannt. Am 30. Juni 1942 wurde von Küchler zum Generalfeldmarschall befördert. Am 12. August 1943 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "In der dritten Schlacht südlich des Ladogasees haben die unter Führung des Generalfeldmarschalls Küchler, des Generalobersten Lindemann und des Generals der Infanterie Wöhler stehenden deutschen Truppen, unterstützt von den durch General der Flieger Korten geführten Luftwaffenverbänden, in der Zeit vom 22. Juli bis 6. August den Ansturm der 8. und 67. sowjetischen Armee in heldenmütigen Kämpfen abgeschlagen und damit die Durchbruchsabsichten des Feindes vereitelt." Am 21. August 1943 wurde er mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Nach einer Meinungsverschiedenheit mit Adolf Hitler wurde er im Januar 1944 seines Postens enthoben. Bis Kriegsende bekam er kein weiteres Kommando mehr. Nach Kriegsende wurde er in Nürnberg im sog. "OKW-Prozeß" angeklagt und zu 20 Jahren Haft verurteilt. Später wurde die Strafe auf 15 Jahre reduziert. Am 18. Februar 1953 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen.



Ritterkreuz (30. September 1939) Eichenlaub (21. August 1943)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:07
#19 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Gerd von Rundstedt trat 1891 in das preußische Kadettenkorps ein. Am 22. März 1892 trat er dann als Fähnrich in das 3. kurhessische Infanterie-Regiment 83 in Kassel ein. Am 17. Juni 1893 wurde er zum Leutnant der preußischen Infanterie ernannt. 1894 wurde er zum Leutnant befördert und an die Kriegsakademie kommandiert. 1909 wurde er Hauptmann im Generalstab, 1912 wurde er Kompaniechef des Kolmarer Infanterie-Regiments 171. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Generalstabsoffizier in der Türkei und in Frankreich teil. 1919 wurde er in die Reichswehr übernommen, wo er im Jahr darauf zum Oberstleutnant und Chef des Stabs der 3. Kavallerie-Division in Weimar ernannt wurde. Am 1. Februar 1923 erfolgte die Beförderung zum Oberst. Am 1. Oktober 1923 wurde er zum Chef des Stabes der 2. Division der Reichswehr ernannt. Am 1. April 1925 wurde er zum Kommandeur des 18. Infanterie-Regiment in Münster ernannt. Am 30. September 1926 gab er dieses Kommando wieder ab. Er wurde jetzt zum Chef des Stabes vom Gruppenkommando 2 in Kassel ernannt. Als solcher wurde er am 1. November 1927 zum Generalmajor befördert. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann zum Kommandeur der 2. Kavallerie-Division in Breslau ernannt. Als solcher wurde er am 1. März 1929 zum Generalleutnant befördert. Am 1. Februar 1932 gab er sein Kommando ab und wurde dafür zum Kommandeur der 3. Division der Reichswehr ernannt. Bereits am 1. Oktober 1932 gab er sein Kommando wieder ab. Stattdessen wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie am 1. Oktober 1932 zum Oberbefehlshaber vom Gruppenkommando 1 in Berlin ernannt. Am 1. März 1938 wurde er zum Generaloberst befördert. Während der deutschen Besetzung des Sudetenlands führte er noch immer die Heeresgruppe. Im November 1938 wurde Rundstedt aus der Wehrmacht verabschiedet, weil er gegen den Zeitpunkt des deutschen Einmarsches protestiert. Nach seiner Auffassung ist die Wehrmacht noch nicht kriegsbereit. Im Sommer 1939 wurde er wieder reaktiviert und zum Oberbefehlshaber der 12. Armee ernannt. Durch deren Umbenennung Anfang September 1939 wurde er dann zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd ernannt. Diese führte er dann im Polenfeldzug. Für die Erfolge seiner Heeresgruppe wurde er am 30. September 1939 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Anfang Oktober 1939 wurde er durch seine Position gleichzeitig zum Oberbefehlshaber Ost ernannt. Am 26. Oktober 1939 wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A ernannt. Mit dieser verlegte er jetzt an die Westfront. Diese Heeresgruppe führte er dann von Mai bis Juni 1940 während des Frankreichfeldzuges. Er führte dabei den Vorstoß der Panzerkräfte durch die Ardennen bis zur Kanalküste und umklammerte dort alliierte Streitkräfte. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Am 1. Oktober 1940 wurde er dann auch zum Oberbefehlshaber West umbenannt. Erst Ende des Frühjahrs verlegte er dann mit seinem Stab in den Osten. Dort wurde der Stab für den Angriff auf die Sowjetunion zur Heeresgruppe Süd umbenannt. Ab dem 22. Juni 1941 führte von Rundstedt zu Beginn des Ostfeldzuges beim Angriff in die Ukraine hinein. Im Oktober 1941 war Rundstedt mit dem sogenannten Reichenau-Befehl, in dem Walter von Reichenau seine Soldaten zur Unterstützung von Hitlers "Weltanschauungskrieg" und zur "Vernichtung des jüdischen Untermenschentums" aufruft, voll einverstanden. Am 3. Dezember 1941 zog Rundstedt gegen Hitlers Befehl die Heeresgruppe aus taktischen Gründen aus Rostow zurück. Daraufhin wurde er von Hitler abberufen und durch Generalfeldmarschall Reichenau ersetzt. Im März 1942 wurde er reaktiviert und als Oberbefehlshaber West und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe D eingesetzt. Im August 1942 misslang ein alliiertes Landeunternehmen bei Dieppe. Entgegen geltendem Kriegsrecht ließ von Rundstedt die in Kriegsgefangenschaft geratenen britischen Soldaten an die Gestapo ausliefern. Nachdem es nicht gelungen war, die alliierten Truppen im Juni 1944 von der Landung in der Normandie abzuhalten, musste von Rundstedt den Posten des Oberbefehlshabers West an Generalfeldmarschall von Kluge abtreten. Am 21. Juli 1944 verließ von Rundstedt die Westfront. Er wurde Vorsitzender des "Ehrengerichts" (Ehrenhof des Deutschen Reiches), welches die in das Attentat vom 20. Juli 1944 verwickelten Offiziere aus der Wehrmacht ausstieß und diese damit der Verurteilung durch den Volksgerichtshof auslieferte. Dabei waren neben ihm Generaloberst Guderian, die Generale Walter Schroth und Karl-Wilhelm Specht aktive Mitglieder. Vertreter waren die Generale Karl Kriebel und Heinrich Kirchheim. Am 5. September 1944 wurde von Rundstedt wieder OB West. Über Generalfeldmarschall Keitel forderte von Rundstedt Hitler auf, den Krieg zu beenden. Im Winter 1944 gehörte er dem Planungsstab an, welcher die Ardennen-Offensive vorbereitete. Am 18. Februar 1945 wurde er mit den Schwertern ausgezeichnet. Am 3. März 1945 wurde er wegen Differenzen mit dem OKW über die Taktik der Ardennenoffensive und wegen des erfolgten Rheinübertritts amerikanischer Truppen bei Remagen erneut seines Kommandos enthoben. Im Mai 1945 wurde er von amerikanischen Truppen in Bad Tölz verhaftet und in britische Kriegsgefangenschaft übergeben. In Nürnberg fungierte er als Zeuge der Anklage in den OKW-Prozessen. Am 5. Mai 1949 wurde er wegen einer Herzerkrankung aus britischer Haft entlassen.


Ritterkreuz (30. September 1939) Eichenlaub (1. Juli 1944) Schwerter (18. Februar 1945)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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Den Spieß sollte man so lange drehen, bis die Sau durch ist.

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21.08.2009 10:12
#20 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Der Name Model wurde während des Zweiten Weltkrieges zum Inbegriff für erfolgreiche Defensivstrategie und ausgezeichnete Generalstabsarbeit. Oft als "Rettungsanker der Ostfront" bezeichnet, wird Generalfeldmarschall Model in einem Zug mit von Manstein, Rommel und von Rundstedt als einer der besten deutschen Strategen genannt. Ferner wird er als Meister in der Kunst, die Truppe noch persönlich zu führen, bezeichnet.

Der junge Walter Model – Sohn eines Lehrers - absolvierte seine Schulzeit in Naumburg a.d. Saale, wo er kurioser Weise mit einem anderen späteren Kriegshelden der Wehrmacht zusammen die Schulbank drückte - einer seiner Klassenkameraden war der junge Hans Hube, 1944 Generaloberst und Träger der Brillanten zum Ritterkreuz!

Model wurde nach Absolvierung der Offiziersschule 1910 zum Leutnant ernannt und bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum Kampfeinsatz herangezogen. Als Kompaniekommandeur im Infanterieregiment 52 "von Alvensleben" erwarb er sich bereits 1914/15 beide Klassen des Eisernen Kreuzes, ehe er 1916 zum Generalstabsoffizier ausgebildet wurde. An der Spitze einer Sturmkompanie der 10. Infanteriebrigade erhielt der Hauptmann in den Grabenschlachten im Westen 1917 den seltenen Hohenzollernorden mit Schwertern sowie das silberne Verwundetenabzeichen. Unmittelbar vor Kriegsende wurde Model 2. Stabsoffizier der 36. Reservedivision, wobei er bereits damals von seinem Kommandeur als "sehr eigeninitiativ und äußerst energisch" beurteilt wurde.

Im Zuge der Heeresverminderung 1919/20 wurde Hauptmann Model in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er anfangs zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 13. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres kam er dann zum 18. Infanterie-Regiment. 1921 kam er dann als Generalstabsoffizier zum Stab vom Artillerieführer VI. Dort wurde er dann die nächsten Jahre eingesetzt. In den zwanziger Jahren diente er damit auch unter dem Befehlshaber der 6. Division der Reichswehr unter Generalleutnant Fritz von Loßberg gedient, einem Truppenführer, der sich während der Grabenschlachten im Westen den Beinamen "Abwehrbulle" verdient hatte. Seine Person und seine damals neuen Defensivtaktiken machten großen Eindruck auf Model. 1926 wurde er zum Chef der 9. Kompanie vom 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Görlitz ernannt. Auch dort wurde er einige Jahre verzeichnet. 1929 wurde er in den Stab der 3. Division der Reichswehr nach Berlin versetzt. Im Sommer 1929 wurde er zum Major befördert. Das Patent wurde dabei auf den 1. Februar 1928 datiert. 1930 wurde er dann in das Reichswehrministerium in Berlin versetzt. Dort wurde er in der Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) eingesetzt. 1934 wurde er zum Oberst befördert.

1935 wurde Oberst Model zum Chef des Technischen Amtes im Oberkommando des Heeres ernannt und in Folge am 1. März 1938 zum Generalmajor befördert, einer seiner damaligen Vorgesetzten war der spätere Generalfeldmarschall Erich von Manstein. Drei Jahre darauf übernahm Model als Chef den Stab des IV. Armeekorps. In dieser Dienststellung nahm Model 1939 am Blitzkrieg gegen Polen teil, ehe er als Generalleutnant (01.04.40) den auszeichnenden Posten des Stabschefs der 16. Armee (Busch) erhielt.

In dieser Position erlebte er die Besetzung von Luxemburg, die Eroberung der aus dem 1. Weltkrieg gefürchteten Städte Sedan und Verdun sowie die Kesselschlachten von Nancy und Epinal. Bis zur französischen Kapitulation stießen Teile der 16. Armee bis an die Schweizer Grenze vor!

Für seine Verdienste wurde Model im November 1940 an die Spitze der kampferprobten 3. Panzer-Division - bekannt als die "Berliner Bärendivision" - befohlen. Seine Feuertaufe als Divisionskommandeur erhielt er im Juni 1941, als die Wehrmacht mit 145 Divisionen und 2.500 Panzern den Ostfeldzug begann.

Im Frontbereich der Heeresgruppe Mitte stieß Model im Verband des XXIV. Panzerkorps aus dem Gebiet von Brest-Litowsk vor, nach schweren Gefechten gegen Truppen der 3. und 4. sowjetischen Armee gelang der Division auf breiter Front der Durchbruch.

Model führte seine Panzer innerhalb kürzester Zeit an die Bahnlinie Rogatschew, in den nächsten Wochen folgten erfolgreiche Gefechte im Gebiet von Baranovici und am Beresina-Fluss, wo Model bereits am 9. Juli 1941 mit dem begehrten Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz dekoriert wurde.

In Folge kämpfte sein schlagkräftiger Verband an der Orscha, bei Smolensk und vor Wjasma. Im September führte Model seine Panzer nach Kiew - als seine Verbände östlich der Großstadt auf die Spitzen der 16. Panzer-Division - kommandiert vom bereits erwähnten Hans Hube - trafen, war der Grundstein zur bisher größten Kesselschlacht der Kriegsgeschichte gelegt. Im Oktober wurde Model als General der Panzertruppe (01.10.41) bereits zum Kommandeur des XXXXI. Panzerkorps ernannt.

Im November 1941 nahm das Korps unter härtesten klimatischen Bedingungen an der Schlacht um Moskau teil. Obwohl Model auch in der Offensive erstaunliche Erfolge erzielte, lag sein wahres Geschick im Aufbauen von Abwehrstellungen und durchdachten Rückzugsgefechten. Eine von Models wenigen wirklichen "Schwächen" war sein recht harter Umgang mit Untergebenen, insbesonders mit Angehörigen seines Stabes. Doch manchmal hatte er Recht damit - so als ihn sein Stabschef während der Winterschlacht einmal bat, einen bevorstehenden Angriff wegen eines Schneesturms zu verschieben. Model entgegnete scharf: "Warum verschieben?, morgen und übermorgen wird es auch nicht wärmer und der Russe marschiert ja auch."

Weiters wird der spätere Generalfeldmarschall von einigen namhaften Militärhistorikern als überzeugter Hitleranhänger bezeichnet. Unwiderlegbar war Models Erklärung, in der er auf das Attentat vom 20. Juli 1944 hin seine Treue zu Hitler versicherte, die erste, die von einem Truppenführer der Ostfront in Berlin eintraf.

Bereits im Jänner 1942 wurde er schließlich zum Befehlshaber der 9. Armee ernannt, die ebenfalls im Mittelabschnitt der Ostfront lag! Bereits kurz nach Übernahme des neuen Kommandos konnte er sein defensives Geschick unter Beweis stellen. Models damaliger Stabschef war Generalmajor Hans Krebs, der ihm später zur Heeresgruppe Mitte folgen sollte, 1944 sein Ia an der Westfront war und 1945 letzter Generalstabschef des Heeres wurde!

Von überlegenen russischen Gardearmeen bedrängt und nach harten Gefechten bereits an beiden Flanken überflügelt, gelangen Model wiederholt brillante taktische Manöver.

In vier verlustreichen Abwehrschlachten bei Rshew schlugen seine Truppen alle russischen Angriffe zurück und hielten die Stellung, u.a. wurden in Gegenoffensiven Teile der 29. und 39. sowjetischen Armee zerschlagen!

Für die Stabilisierung der Front erhielt Model am 1. Februar 1942 die Beförderung zum Generaloberst (dritte hohe Beförderung seit Kriegsbeginn!) und kurz darauf das erst 74. Eichenlaub zum Ritterkreuz.

Einige Wochen später, am 23. Mai 1942, überflog Model in einer Aufklärungsmaschine ein frontnahes Waldgebiet, als ihm eine russische Scharfschützenkugel die linke Lunge zerriss! Eine sofortige Notoperation in einem nahen Feldlazarett rettete ihm das Leben. Diese Verwundung brachte Model nach jenen des Ersten Weltkrieges das unter Stabsoffizieren seltene Verwundetenabzeichen in Gold ein.

Seine wohl berühmteste taktische Operation wurde die als "Büffelbewegung" bekannt gewordene Absetzbewegung aus Rshew. Nach großen Erfolgen der Roten Armee war die 9. Armee im Frühjahr 1943 von der Einschließung bedroht. Trotz schwerer Angriffe der russischen Kalin- und West-Front konnten nach Models Plan innerhalb von 15 Tagen der vorgeschobene Frontbogen um Rshew und Wjasma geräumt, sämtliche Truppen und das gesamte Material(!) abgezogen und der Gefahr einer Einkesselung zuvorgekommen werden. Unter Einsparung von 21 Divisionen wurde die HKL so um 230 Kilometer verkürzt! Model wurde im taktischen Bereich immer mehr zum Begriff, er galt als absolut krisenfest und fast unbegrenzt belastbar. Im April 1943 erhielt der bereits als "Feuerwehr der Ostfront" bekannte Generaloberst als 28. Soldat der Wehrmacht und 7. Offizier des Heeres die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen.

Der Wehrmachtsbericht meldete zur "Büffelbewegung": "Die Stadt Rshew wurde im Zuge der planmäßigen Rückverlegung zur Verstärkung der Front geräumt. Nachhuten, welche die Stadt noch besetzt hielten, lösten sich nach Sprengung der Wolgabrücken nachts unbemerkt vom Feind."

Im Juli 1943 kommandierte Model den nördlichen Angriffskeil der Sommeroffensive (Unternehmen "Zitadelle") und befehligte hierbei fünf Armeekorps - zusammen 14 Infanterie- und 4 starke Panzerdivisionen!

Obwohl die Wehrmacht mit insgesamt über 2.000 Panzern, 34 Divisionen und 1.800 Flugzeugen zum Angriff antrat, endete die ehrgeizige Operation in einem Desaster. Durch Spionage- und Aufklärungstätigkeit bereits vorzeitig informiert, hatten die Sowjets tief gestaffelte Stellungssysteme angelegt und diese mit kampferfahrenen Verbänden besetzt. So hatte das Oberkommando der Roten Armee um Kursk 20 Prozent aller verfügbaren Frontdivisionen, 35 Prozent der gesamte Panzerwaffe und 27 Prozent aller Flugzeuge versammelt!!

Nach hohen Verlusten und tagelangen Grabenkämpfen erlosch die Wucht des deutschen Angriffes, nachdem lediglich 15 Kilometer freigekämpft worden waren.

Von überlegenen Truppen zweier sowjetischer Heeresgruppen attackiert, bewies Model mit seiner 9. Armee jedoch erneut sein Talent als Meister der Verteidigung.

Ende Jänner 1944 zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord ernannt, organisierte Model den immer wieder brüchig werdenden Widerstand in den baltischen Ländern. Sich kämpfend zurückziehend, konnten Models Truppen mehrmals russische Offensiven abfangen und die Frontlinie aufrecht erhalten.

Aufgrund seines hervorragenden Rufes als Defensivstratege wurde Model am 31.03.44 an die Spitze der bedrängten Heeresgruppe Nordukraine bestellt. Am 1. März 1944 erfolgte im Alter von nur 53 Jahren - nach erst fünf Jahren im Generalsrang - die Beförderung zum Generalfeldmarschall!

Als im Juni 1944 die starke Heeresgruppe Mitte unter einer völlig überraschenden Großoffensive mehrerer russischer Armeen völlig zusammenbrach, erhielt Model den Auftrag, zu retten was zu retten war. Mit 146 Schützen- und 43 Panzerdivisionen(!) den sich panikartig zurückziehenden deutschen Truppen um ein vielfaches überlegen, riss die Rote Armee immer wieder die Frontlinie der Heeresgruppe Mitte auf. Als schließlich die gesamte Hauptkampflinie überrannt wurde, brach jeder Versuch eines geordneten deutschen Rückzuges zusammen. Der Weg nach Ostpreußen war für die Sowjets praktisch frei! Wie viele andere Veteranen des Ersten Weltkrieges sah sich sicherlich auch Model an den 8. August 1918 erinnert, welcher nach dem völligen Zusammenbruch der damaligen Westfront als "Schwarzer Tag des deutschen Heeres" in die Geschichte eingegangen war.

Doch GFM Model begann voller Energie mit den Abwehrmaßnahmen. Er ließ im Hinterland Alarmeinheiten zusammenkratzen, organisierte den Bau erster Abwehrstellungen, verwandelte die Flucht seiner geschlagenen Truppen wieder in einen kämpfenden Rückzug und beschaffte den dringend benötigten Nachschub! Durch ununterbrochenen persönlichen Einsatz und hervorragende Stabsarbeit konnte er so bis Anfang August 1944 entlang der ostpreußischen Grenze eine Abwehrfront aufbauen, welche die russische Dampfwalze schließlich stoppte! Für diese militärisch erstklassige Leistung erhielt Walter Model am 17. August 1944 als 17. Soldat der Wehrmacht die Brillanten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern verliehen.

Besonders erwähnenswert ist folgende Begebenheit aus diesen Tagen, die besser als alles andere Models unerschütterliches Selbstvertrauen widerspiegelt. Als er den Oberbefehl über die Heeresgruppe übernahm und erstmals den Befehlsstand seines Stabes betrat, fragte sein Ia Generalleutnant Krebs, welche Verstärkung er denn für die zusammengebrochene Front mitbrächte - Model antwortete selbstsicher: "Mich."

Obwohl der Feldmarschall ein sogenannter "Ostexperte" war, wurde er noch im August 1944 an die Westfront versetzt, wo die Amerikaner und Engländer seit ihrer Invasion in der Normandie große Teile Westfrankreichs befreit hatten und sich nun auf dem Vormarsch Richtung Belgien befanden.

Vom 18.08. bis 05.09.44 konnte Model sich als Ersatzmann für GFM von Kluge als Oberbefehlshaber West auszeichnen, danach wurde er jedoch trotz seiner Qualifikation durch GFM von Rundstedt abgelöst und an die Spitze der Heeresgruppe B gestellt, welche zuvor von Erwin Rommel befehligt worden war. Sein Stabschef war der verlässliche Generalleutnant Hans Speidel. Genau in Models Kommandoübernahme fiel die sogenannte Falaise-Krise, die fast zur Vernichtung der Heeresgruppe geführt hätte.

In den nächsten Monaten zog Model in den Abwehrkämpfen in Belgien, Holland (Arnheim) und Westdeutschland (Aachen) noch einmal alle Register seines Könnens. Doch gegen die drückende Materialübermacht der Westalliierten war auch ein Walter Model machtlos.

Im Winter 1944/45 war Model Mitglied des Planungsstabes für die Ardennenoffensive - nach Hoths Entsatzangriff für den Stalingrad-Kessel 1942 die erst zweite Winteroffensive des deutschen Heeres im Zweiten Weltkrieg! Die seiner Heeresgruppe unterstellte 5. Panzerarmee (von Manteuffel) und 6. SS-Panzerarmee (Dietrich) sowie die 7. und 15. Armee wurden jedoch wieder zurückgeworfen.

Nachdem amerikanischen Panzern bei Remagen überraschend die Überquerung des Rhein geglückt war, geriet Models geschwächte Heeresgruppe im Frühjahr 1945 in arge Bedrängnis. Die Leistung, seine Heeresgruppe trotz der alliierten Luftherrschaft über den Rhein zurücknehmen zu können, wurde von Hitler - und der Geschichte - kaum honoriert.

Im April wurden die Truppen der Heeresgruppe B (15. Armee, 5. Panzerarmee, "Armeegruppe von Lüttwitz" und III. Flakkorps) zwischen Rhein, Ruhr und Sieg von US-Truppen überflügelt und im sogenannten Ruhrkessel zusammengedrängt! Die einzige Hoffnung der Eingeschlossenen war ein Entsatzangriff der eilig aufgestellten "Armeegruppe Wenck" - doch diese wurde unmittelbar vor Angriffsbeginn nach Osten verlegt, um als Entsatz für den Berlin-Kessel eingesetzt zu werden. Somit war das Ende der Heeresgruppe besiegelt - ein Ausbruchsversuch nach Osten wurde vom Oberbefehlshaber West GFM Kesselring sowie natürlich Hitler aber abgelehnt.

Als Model nach schweren Verlusten und ausbleibenden Erfolgen keinen militärischen Ausweg mehr sah, bewies er seinen couragierten Ruf und befahl die Feuereinstellung. Mit der HGR B hörten 19 Divisionen mit 325.000 Mann auf zu existieren, im Kessel befanden sich die Schwerterträger Josef Harpe, Horst Niemack, Fritz Bayerlein, Arthur Jüttner, Heinz-Georg Lemm, Karl Decker und Heinrich von Lüttwitz.

Da der überzeugte Soldat Walter Model das Ende der Wehrmacht nicht miterleben wollte, wählte er am 21. April 1945, nur zwei Wochen vor der deutschen Gesamtkapitulation, den Freitod.

Walter Model war neben Erwin Rommel, Walter von Reichenau, Fedor von Bock, Erwin von Witzleben und Hans-Günther von Kluge einer jener GFM, die den Zweiten Weltkrieg nicht überlebten. Es war jedoch der einzige, der gewissermaßen an der Front den Tod fand.

Im Jahre 1955 wurden Models sterblichen Überreste exhumiert und nach Vossenack überführt.

Sein Sohn Hansgeorg, 1944 Freiwilliger in der Elite-Division "Großdeutschland" stieg in der Bundeswehr 1980 zum Brigadegeneral auf, befehligte zuletzt die Panzergrenadierbrigade 7 und ging 1987 in den Ruhestand.



Ritterkreuz ( 9. Juli 1941) Eichenlaub (17. Februar 1942) Schwerter (2. April 1943) Brillianten (17. August 1944)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:13
#21 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Maximilian von Weichs wurde am 12. November 1881 in Dessau als einziger Sohn eines preußischen Kavallerieoffiziers geboren. Nach dem frühen Tode seines Vaters Reichsfreiherr von Weichs (1881 bis 1954) zog die Mutter nach München, wo er am Wilhelms-Gymnasium das Abitur ablegte. Wunschgemäß trat Freiherr von Weichs am 15. Juli 1901 in das 2. Schwere Reiter-Regiment ein. Dem Truppendienst und einem Kommando zur bayerischen Reitschule folgte die Kommandierung zur bayerischen Kriegakademie und die Aufnahme in den bayerischen Generalstab. Den Ersten Weltkrieg erlebte er als Rittmeister in verschiedenen Verwendungen bei der bayerischen Kavalleriedivision und deren Generalkommando. Er nahm am Gefecht bei Lagarde, der Schlacht in Lothringen, den Schlachten in der Champagne, der Sommeschlacht wie auch der Flandernschlacht teil. Nach dem Kriege wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er zuerst im Stab der Reichswehr-Brigade 23 eingesetzt. Im Frühjahr 1920 kam er dann zum Stab der 3. Kavallerie-Division. Am 1. April 1922 wurde er zum Chef der 2. Eskadron im 18. Reiter-Regiment ernannt. Als solcher wurde er mit dem Rangdienstalter vom 1. Juli 1921 zum Major befördert. Am 1. Februar 1925 wurde er an die Infanterieschule nach Ohrdruf versetzt. Am 1. Oktober 1927 wurde er in den Stab des 18. Reiter-Regiment versetzt. Am 1. Februar 1928 wurde er dort zum Oberstleutnant befördert. Gleichzeitig wurde er auch zum Kommandeur vom 18. Reiter-Regiment ernannt. Am 1. März 1930 wurde er zum Chef des Stabes der 1. Kavallerie-Division ernannt. Als solcher wurde er am 1. November 1930 zum Oberst befördert. Am 1. Dezember 1932 wurde er in den Stab vom Gruppenkommando 2 versetzt. Am 1. Februar 1933 wurde er zum Infanterieführer III ernannt. Nach der Machtübernahme Hitlers 1933 kam er zwangsläufig mit vielen Parteigrößen in Berührung. Als Berufsoffizier billigte und wünschte er Hitlers Heeresvermehrung und die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Am 1. April 1933 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 1. Oktober 1933 wurde er zum Kommandeur der 3. Kavallerie-Division ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur der aus seiner Division in Weimar gebildeten leichten Division (Schnelle Division) ernannt. Als der Aufbau der Panzerwaffe eingeleitet wurde, erhielt er am 15. Oktober 1935 damit das Kommando über die neue 1. Panzer-Division. Von Mai bis Oktober 1936 vertrat er den Kommandierenden General des VII. Armeekorps in München. Am 1. Oktober 1936 wurde er zum General der Kavallerie befördert. Sein eigentliches Kommando behielt er bis zum 1. Oktober 1937. An diesem Tag wurde er zum Kommandierenden General des XIII. Armeekorps in Nürnberg ernannt. Im Polenfeldzug führte er sein Korps innerhalb der 8. Armee unter Generaloberst v. Rundstedt bei der Heeresgruppe Süd. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Nach dem Polenfeldzug wurde er zum Oberbefehlshaber der neuen 2. Armee ernannt. Im Westfeldzug führte er diese 2. Armee, wieder unter v. Rundstedt, die nach Dünkirchen mit Säuberungsaufgaben bis zur französischen Kapitulation betraut war. Am 29. Juni 1940 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Bei den allgemeinen Beförderungen am 19. Juli 1940 wurde er zum Generaloberst befördert. Der Generaloberst bekam sein erstes selbständiges Kommando im Balkanfeldzug mit seiner durch ein Gebirgskorps und die Panzergruppe von Kleist verstärkten 2. Armee. Am 11. April 1941 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Seit dem Morgen des 10. April befinden sich deutsche deutsche Truppen unter dem Oberbefehl des Generaloberst Freiherr von Weichs nach Erzwingung des Drau-Übergangs trotz schwieriger Wetter- und Geländeverhältnisse in weiterem erfolgreichem Vordringen nach Süden." Die Operation gelang schnell, die Jugoslawen baten nach zwölf Tagen um Waffenstillstand, und von Weichs führte die Kapitulationsverhandlungen in Belgrad. Seine 2. Armee in Stärke von acht Infanteriedivisionen nahm nun am Ostfeldzug teil. Dabei kam sie zuerst in den Grenzschlachten zum Einsatz. Am 7. August 1941 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht im Wehrmachtsbericht genannt: "Am Verlauf dieser gewaltigen Schlacht waren die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge und der Generalobersten Strauß und Freiherr von Weichs, die Panzergruppen der Generalobersten Guderian und Hoth sowie die Luftwaffenverbände der Generale der Flieger Loerzer und Freiherr von Richthofen ruhmreich beteiligt." Am 23. September 1941 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Außer den bereits genannten Armeen sind an dem glücklichen Verlauf der Schlacht auch die Armeen des Generalobersten Freiherrn von Weichs und des Generals der Infanterie von Stülpnagel hervorragend beteiligt." Am 18. Oktober 1941 wurde er in einer Sondermeldung und am 19. Oktober 1941 erneut im Wehrmachtsbericht namentlich genannt: "An der Durchführung dieser Operationen waren die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge, der Generalobersten Freiherr von Weichs und Strauß, sowie die Panzerarmeen der Generalobersten Guderian, Hoth, Hoepner und des Generals der Panzertruppen Reinhardt beteiligt." Mitte November 1941 erkrankte er schwer. Er wurde durch General der Panzertruppe Schmidt vertreten. Ende Dezember 1941 kam er dann wieder an die Front zurück. Später im Winter 1941 befand sich Weichs hauptsächlich in der Defensive gegen sowjetische Offensiven zwischen Orel und Kursk bis Mai 1942. Zu Beginn der deutschen Sommeroffensive 1942 sollte v. Weichs mit seiner Armeegruppe v. Weichs auf Woronesch durchbrechen. Der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe GFM von Bock zögerte jedoch und die Offensive wurde verschoben. Die Heeresgruppe B, v. Weichs, wurde einen Monat nach der Katastrophe von Stalingrad aufgelöst, aber merkwürdigerweise beförderte Hitler, der sonst niemandem Irrtümer vergab, von Weichs am 1. Februar 1943 zum Generalfeldmarschall. Dessen Kräfte wurden zwischen der Heeresgruppe Mitte und der Heeresgruppe Süd aufgeteilt. Sein Stab blieb an der Front bis zur Auflösung im Juli, als v. Weichs kurzzeitig zur Führerreserve versetzt wurde. Im August 1943 wurde er zum OB Südost ernannt, in einer für Deutschland schwierigen Zeit. Man befürchtete, dass die Italiener abfallen würden, was auch im September 1943 eintrat. Am 10. September 1943 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Auf dem Balkan hat sich die Masse der italienischen Kommandobehörden in verständnisvoller Weise den Forderungen des deutschen Oberbefehlshaber, Generalfeldmarschall von Weichs, gebeugt." Weichs Aufgabe wurde durch seinen gänzlichen Mangel an Kraftfahrzeugkolonnen erschwert. Doch wurde er mittels Panzerspähtrupps auch mit den Partisanen fertig, und Ende 1943 gelang es ihm, ein Fünftel der 90.000 Partisanen Titos zu fangen. Als die Lage ernster wurde, empfahl GFM v. Weichs Hitler, den Balkan zu räumen. Hitler wies das zurück. Doch das Unvermeidliche geschah. Die Russen besetzten Rumänien und bedrohten Weichs vom Rücken her. Die Absetzbewegung seiner Kräfte vom Balkan, im Zusammenwirken mit dem OB Heeresgruppe E, Generaloberst Löhr, war eine militärische Meisterleistung. Der Druck seitens der Griechen mit britischer Hilfe, der Russen und Titos Partisanen war ungeheuer, aber Weichs wahrte den Zusammenhang seiner Front. Im Januar 1945 war er zurück im Reich. Am 5. Februar 1945 wurde ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Im März 1945 wurde er zur Führerreserve versetzt, da ihm Hitler mißtraute. Bei Kriegsende ergab er sich den Amerikanern und verbrachte drei Jahre im Gefängnis. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes wurde er noch vor Eröffnung eines Verfahrens entlassen.

Ritterkreuz (29. Juni 1940) Eichenlaub (5. Februar 1945)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:23
#22 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Albert Kesselring,Sohn eines Stadtschulrates, besuchte von 1893 - 1904 das Gymnasium in Bayreuth und trat 1904 in das preußische Heer ein. 1905 folgte seine Versetzung zur bayerischen Fußartillerie und 1906 wurde er zum Leutnant ernannt. 1910 heiratete Kesselring Pauline Keyßler, das Paar adoptierte 1913 einen Sohn. Während des Ersten Weltkrieges war Kesselring zunächst Adjutant bei verschiedenen bayerischen Artillerie-Kommandeuren. Er wurde zum Hauptmann befördert und Generalstabsoffizier in Divisions- und Korpsstäben. Nach dem Ersten Weltkrieg leitete Kesselring die Demobilisierung des bayerischen II. Artillerie-Korps in Nürnberg. Als Hauptmann wurde er anschließend in die Reichswehr übernommen. Er wurde Batteriechef in einer Artillerie-Einheit und dann zur Heeresausbildungsabteilung des Reichswehrministeriums versetzt. Ab 1922 arbeitete er im Reichswehrministerium im Stab der Heeresleitung. Ab 1931 war er im bayerischen Wehrkreiskommando VII als Oberstleutnant und Abteilungskommandeur im Artillerie-Regiment 4. Am 1. Oktober 1934 wurde Kesselring zum Oberst befördert und zum Aufbau der Luftwaffe verwandt. Im Dezember 1934 schied Kesselring formal aus der Armee aus, er wurde zur getarnten Luftwaffe versetzt und Chef der Abteilung D, des späteren Luftwaffenverwaltungsamtes im RLM. Für diese Aufgabe holte Kesselring die Flugzeugführerprüfung nach. 1935 wurde Kesselring Chef der Luftwaffenverwaltungsamtes. Für den Aufbau dieses Amtes wurde er am 1. April 1936 zum Generalleutnant ernannt. 1936 wurde Kesselring Chef des Generalstabes der Luftwaffe und damit zur zentralen Person beim Aufbau der Luftwaffe. Am 1. Juni 1937 folgte die Beförderung zum General der Flieger und am 1. Januar 1938 wurde Kesselring Oberbefehlshaber der Luftflotte 1, die er in Polen führte. Für die Erfolge der Luftflotte wurde ihm am 30. September 1939 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Seit Januar 1940 kommandierte die Luftflotte 2 und führte diese im Frankreichfeldzug und in der Luftschlacht um England. Am 19. Juli 1940 wurde Kesselring zum Generalfeldmarschall befördert. Beim Überfall auf Polen wurde Kesselrings Luftflotte ein den Mittelbereich der Ostfront verlegt. Am 1. Dezember 1941 wurde er mit seinem Luftflottenstab und einem Teil seiner Verbände nach Italien gesandt. Dort erhielt er die Stellung eines Oberbefehlshabers Süd beim italienischen "Commando Supremo". Kesselring führte die in Nordafrika und dem Mittelmeerraum operierenden Luftwaffeneinheiten. Er hatte die Aufgabe, die englischen Truppen auf Malta kampfunfähig zu halten und den deutschen Nachschub auf See zu sichern. Ab Dezember 1941 wurde Kesselring auch zum Oberbefehlshaber Süd ernannt und damit Kommandeur aller Truppen im Süden Europas und in Afrika. Am 25. Februar 1942 wurde ihm für die Erfolge im Mittelmeer das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen, 18. Juli 1942 wurden ihm für die Bekämpfung der Insel Malta und britischer Konvois im Mittelmeer die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen. Am 1. Dezember 1942 wurden seine Befehlsbefugnisse infolge der alliierten Landung in Nordafrika auf alle Luftwaffenverbände in Italien und Afrika erweitert. Am 21. November 1943 wurde er dann zum OB Südwest ernannt und organisierte den Rückzug der deutschen Truppen aus Italien. Für die Erfolge der deutschen Truppen bei der Verteidigung Italiens wurden ihm am 19. Juli 1944 die Brillianten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. In der letzten Phase des Krieges erhielt Kesselring am 11. März 1945 als Nachfolger Gerd von Rundstedts den Oberbefehl über die Westfront. Am 3. Mai 1945 wurde er erneut OB Süd. Am 4. Mai 1945 unterzeichnete er die Kapitulation der Heeresgruppe Süd und geriet am 15. Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft.

Am 6. Mai 1947 wurde Kesselring von einem britischen Militärgericht in Venedig-Mestre der Kenntnis und Duldung einer völker- und kriegsrechtswidrigen Erschießung von Geiseln und Angehörigen der italienischen Befreiungsbewegung in Süditalien für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Im Juli 1947 wurde das Urteil in eine lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt. Kesselring wurde in das alliierte Gefängnis von Werl (Westfalen) überführt. 1948 wurde die Haftstrafe in 20 Jahre umgewandelt und Kesselring im Oktober 1952 wegen seines schlechten Gesundheitszustandes entlassen. Noch im gleichen Jahr wurde Kesselring Bundesführer des "Stahlhelm - der Bund der Frontsoldaten", das Amt bekleidete er bis 1960. 1953 veröffentlichte Kesselring den ersten Teil seiner Memoiren "Soldat bis zum letzten Tag", 1955 folgte der zweite Teil "Gedanken zum Zweiten Weltkrieg". In keinem der beiden Teile erfolgte eine Distanzierung zu den Verbrechen, die in seinem Befehlsbereich begangen wurden.


Ritterkreuz (30. September 1939) Eichenlaub (25. Februar 1942) Schwerter (18. Juli 1942) Brillianten (19. Juli 1944)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:26
#23 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Robert Ritter von Greim trat am 7. Januar 1912 als Fahnenjunker in das bayerische Eisenbahn-Bataillon ein. Nach einem Kurs an der Kriegsschule München wurde er am 29. Oktober 1912 Batterie-Offizier im 8. bayerischen Feldartillerie-Regiment, mit dem er 1914 in den Krieg zog. Im März 1915 meldete er sich freiwillig zur Fliegertruppe. Nach einer kurzen Ausbildung wurde er Beobachter in der Flieger-Abteilung 3b. Im August 1916 kam er zur Beobachter-Abteilung A 204. Ab Oktober 1916 wurde er zum Flugzeugführer ausgebildet und ab Februar 1917 Jagdflieger in der Flieger-Abteilung 34. Im Juni 1917 übernahm er die Führung der Jagdstaffel 34. Im März und April 1918 führte er gleichzeitig die Jagdgruppe 10 und von April bis Juli 1918 die Jagdgruppe Greim. Für seine Erfolge wurde er mit dem Orden Pour le Mérite und dem Bayerischen Militär-Max-Joseph-Orden ausgezeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er aus der Armee entlassen. Er wurde Post- und Kurierflieger und Berater bei der Chinesischen Luftwaffe. 1934 wurde er als Major wieder in die Wehrmacht übernommen und trat ins Luftfahrt-Ministerium ein, wo er am Aufbau der noch geheimen Luftwaffe mitwirkte. Am 1. Juli 1934 wurde er dann Kommodore des Jagdgeschwaders 132 und Fliegerhorst-Kommandant Döberitz. Am 1. April 1935 folgte seine Ernennung zum Inspekteur der Jagd- und Sturzkampfflieger, am 10. Februar 1936 die zum Inspekteur für Flugsicherung und Gerät. Am 1. Juni 1937 wurde er dann Chef des Luftwaffen-Personalamtes und am 1. Februar 1938 zum Generalmajor befördert. Am 1. Februar 1939 übernahm er die Flieger-Division 31, ab 6. Februar 1939 der 5. Flieger-Division. Ab dem 25. Oktober 1939 führte er das V. Fliegerkorps. Am 1. Januar 1940 zum Generalleutnant befördert, nahm er mit seinem Korps am Westfeldzug teil. Für die Erfolge des Korps wurde er am 24. Juni 1940 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet und am 19. Juli 1940 zum General der Flieger ernannt. Am 1. April 1942 wurde er Befehlshaber des Luftwaffen-Kommandos Ost und am 16. Februar 1943 zum Generaloberst befördert. Für seine Führungsleistungen im Osten wurde er am 2. April 1943 mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Am 5. Mai 1943 wurde er Chef der Luftflotte 6, deren Oberbefehlshaber er im Sommer 1944 wurde. Am 3. September 1943 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Unter dem Befehl des Generalfeldmarschalls von Kluge und des Generalobersten Model haben Truppen des Heeres, wirksam unterstützt durch die fliegenden Verbände der Luftwaffe und der Flakartillerie, die unter dem Befehl des Generalobersten Ritter von Greim standen, im Orelbogen in einer Materialschlacht größten Ausmaßes einer konzentrischen sowjetischen Großoffensive von elf Armeen standgehalten." Nach der russischen Sommeroffensive 1944 wurde er für die Leistungen seiner Geschwader am 28. August 1944 mit den Schwertern ausgezeichnet. Am 25. April 1945 wurde er von Hitler im eingeschlossenen Berlin zum letzten Oberbefehlshaber der Luftwaffe ernannt und zum letzten deutschen Generalfeldmarschall befördert. Er war von Hanna Reitsch mit einem Fieseler Storch nach Berlin zum Rapport bei Hitler geflogen worden. Nachdem er wieder aus dem Kessel von Berlin entkommen konnte, unterzeichnete er am8. Mai 1945 als Vertreter der Luftwaffe die deutsche Kapitulation. Bei Kriegsende geriet er in amerikanische Gefangenschaft. Hier nahm er sich in einem Lazarett das Leben.


Ritterkreuz (24. Juni 1940) Eichenlaub (2. April 1943) Schwerter (28. August 1944)

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21.08.2009 10:27
#24 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Erhard Milch trat am 24. Februar 1910 als Fahnenjunker in die kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Fußartillerie-Regiment Nr. 1 ein. Im Herbst 1910 wurde er in diesem Regiment zum Fähnrich befördert. Auch bei seiner Beförderung zum Leutnant am 18. August 1911 gehörte er noch zum Fußartillerie-Regiment Nr. 1. Danach wurde er als Batterieoffizier in diesem Regiment eingesetzt. Im Sommer 1915 wechselte er zur Fliegenden Truppe. Anfangs wurde er dann bei der Artillerie-Flieger-Abteilung 205 eingesetzt. Am 18. August 1915 wurde er dort zum Oberleutnant befördert. Im Sommer 1916 wurde er dann zum Adjutant der Artillerie-Fliegerschule Ost ernannt. Ihm wurden inzwischen auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Ab Sommer 1917 wurde er dann bei den verschiedensten Fliegereinheiten eingesetzt. Am 18. August 1918 wurde er als Nachrichtenoffizier beim Stabsoffizier der Flieger 17 zum Hauptmann befördert. Auch nach dem Krieg wurde er noch eine Weile bei fliegenden Einheiten im Grenzschutz eingesetzt. Nach dem Austritt aus der Armee trat Milch im zivilen Leben in verschiedenen Positionen bei der Junkers AG und der Lufthansa in Erscheinung. Im Frühjahr 1933 kam er dann als Staatssekretär zum Reichsluftfahrtministerium. Dieses Amt behielt er auch weiter neben seinen zukünftigen militärischen Aufgaben. Im Herbst 1933 trat er dann wieder in die Armee ein. Er erhielt dabei die Charakter eines Oberst. Am 24. März 1934 wurden ihm die Charakter eines Generalmajor verliehen. Ein Jahr später erhielt er die Charakter als Generalleutnant. Anfang 1936 wurden ihm die Charakter eines General der Flieger verliehen. Im April 1936 trat er dann offiziell in die Luftwaffe ein und wurde zum General der Flieger befördert. Am 1. November 1938 wurde er zum Generaloberst befördert. Am 1. Februar 1939 wurde Milch zum Generalinspekteur der Luftwaffe ernannt. Im Frühjahr 1940 wurde er für einen Monat zum Oberbefehlshaber der Luftflotte 5 ernannt. Diese führte er dann im Norwegenfeldzug. Am 4. Mai 1940 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Nach dem Westfeldzug wurde Milch neben anderen Generalobersten zum Generalfeldmarschall befördert. Bis 1945 blieb er neben seiner Funktion als Generalinspekteur der Luftwaffe auch immer der Lufthansa verbunden. Auch ihm wurde das Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten verliehen. Am 31. Januar 1945 wurde er aber aller Posten enthoben. Er wurde in die Führerreserve des OKL versetzt. Bei Kriegsende kam er dann in alliierte Kriegsgefangenschaft. Dabei wurde er vor dem alliierten Militärtribunal in Nürnberg angeklagt. 1947 wurde er dabei zu lebenslanger Haft verurteilt. Später wurde die Strafe auf 15 Jahre Haft reduziert. Im Sommer 1954 wurde er aus der Haft entlassen.


Ritterkreuz (4. Mai 1940)

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21.08.2009 10:28
#25 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Wolfram von Richthofen trat im Frühjahr 1913 als Fähnrich in die kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 1. Schlesisches Husaren-Regiment "von Schill" Nr. 4. In diesem wurde er am 19. Juni 1914 zum Leutnant befördert. Mit diesem kämpfte er zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Westen und Osten. Am 1. Januar 1916 wurde er zum Leutnant befördert. Am 6. September 1917 wurde der Cousin des Roten Barons auf eigenen Wunsch zur Jagdflieger-Ausbildung bei der Fliegerschule in Halle an der Saale kommandiert. Nach seiner Ausbildung wurde er zum Jagdgeschwader 1 seines Cousins Manfred von Richthofen versetzt. Bis Kriegsende gelangen ihm an der Westfront acht Luftsiege. Nach dem Kriege kam er zuerst zu seinem alten Regiment zurück. 1920 verließ er mit den Charakter eines Oberleutnants die Armee und studierte an der technischen Hochschule in Hannover Maschinenbau. 1923 legte er sein Examen ab und trat anschließend wieder in die Reichswehr ein. Er kam dabei als Leutnant zur 2. Eskadron vom 11. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Leobschütz in Oberschlesien. Er wurde aber bei der Kommandantur von Berlin eingesetzt. Sein Dienst wurde dabei vom Heereswaffenamt geregelt. Mit dem Rangdienstalter vom 1. April 1925 wurde er im Sommer 1925 bei der Kommandantur in Berlin zum Oberleutnant befördert. Danach wurde er bei der 4. Eskadron vom 11. (Preuß.) Reiter-Regiment in Neustadt in Oberschlesien geführt. 1928 wurde das Rangdienstalter auf den 1. Juni 1924 geändert. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann zur 1. Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment unter Rittmeister von Langermann und Erlencamp in Hannover versetzt, war aber bereits am dem 5. Oktober 1939 wieder bei der Kommandantur von Berlin. Am 1. Oktober 1928 wurde er zur 5. Sanitäts-Abteilung versetzt. Anfang 1929 wurde er dann zum Reichswehrministerium kommandiert. Dort wurde er am 1. Februar 1929 zum Hauptmann befördert. Ab dem 1. April 1929 wurde er dann zum Stab der III. Abteilung vom 5. Artillerie-Regiment versetzt. Er blieb aber weiter zum Reichswehrministerium kommandiert. Ab dem Frühjahr 1929 wurde er nach Italien beurlaubt, wo er bis zum Herbstanfang 1932 blieb. Offiziell gehörte er auch noch im Frühjahr 1930 zum Stab der III. Abteilung vom 5. Artillerie-Regiment. Im Frühjahr 1932 wurde er bei der 7. Batterie vom 5. Artillerie-Regiment geführt. Ebenfalls 1932 promovierte er zum Dr. Ing, auch wenn ihm das Recht zum Tragen des Dr. Ing. erst 1939 verliehen wurde. Am 1. Oktober 1932 wurde er dann als Kompaniechef zur 6. Kraftfahr-Abteilung versetzt. Anfang 1933 wurde er für drei Monate zum taktisch-technischen Offizierslehrgang beim Kraftfahr-Lehrstab kommandiert. Im Herbst 1933 wurde er in das Reichsluftfahrtministerium versetzt. Dort wurde er Leiter der Erprobungsabteilung und wirkte beim Aufbau der neuen Luftwaffe mit. Am 1. Juni 1934 wurde er zum Major befördert. Am 1. März 1935 wurde als Major in die neue Luftwaffe übernommen. Am 20. April 1936 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Anfang November 1936 wurde er Chef des Stabes der "Legion Condor" in Spanien. Dort wurde er wegen herausragender Leistungen zum Oberst befördert. Ihm wurde auch das Deutsche Spanienkreuz in Gold mit Brillanten, sowie die Spanische Goldene Medalla militar verliehen. Am 1. April 1938 übernahm er für ein halbes Jahr als Kommodore das Kampfgeschwader 257 "Löwengeschwader". Ab dem 1. November 1938 war er als Generalmajor der letzte Kommandeur der Legion bis Mai 1939. Bei Kriegsbeginn übernahm General von Richthofen das neu aufgestellte Nahkampf-Fliegerkorps als Fliegerführer z.b.V.. Sein Hauptquartier befand sich jetzt im Schloß Schönwald in Schlesien. Nach dem Polenfeldzug übernahm er durch Umbenennung seines Stabes das VIII. Fliegerkorps. Für die Leistungen seiner Stukas im Westfeldzug wurde ihm am 10. Mai 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 20. Juni 1940 wurde er erstmals namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Beim Durchbruch durch die Maginotlinie sowie bei der schnellen Einschließung des Feindes in Elsass-Lothringen und Burgund zeichneten sich vor allem die von Generalleutnant Ritter von Greim und Generalmajor von Richthofen geführten Fliegerverbände sowie eine von Hauptmann Steiner geführte Schlachtfliegergruppe aus." Außerdem wurde er noch unter Überspringens des Generalleutnants am 19. Juli 1940 zum General der Flieger befördert. Nach dem Frankreichfeldzug nahm das VIII. Fliegerkorps an der Luftschlacht um England teil. Dabei erlitten vor allem die Stukas schwere Verluste. Im April 1941 folgte der Balkanfeldzug und die Eroberung Kretas. Richthofen führte das VIII. Fliegerkorps dann auch im Russlandfeldzug. Am 17. Juli 1941 wurde ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Am 7. August 1941 wurde er wieder namentlich im Wehrmachtsbericht im Wehrmachtsbericht genannt: "Am Verlauf dieser gewaltigen Schlacht waren die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge und der Generalobersten Strauß und Freiherr von Weichs, die Panzergruppen der Generalobersten Guderian und Hoth sowie die Luftwaffenverbände der Generale der Flieger Loerzer und Freiherr von Richthofen ruhmreich beteiligt." Am 21. Oktober 1941 wurde er in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht erneut namentlich genannt: "In schwerem, von den Fliegerverbänden der Generale der Flieger Freiherr von Richthofen und Förster unermüdlich unterstützen Ringen, haben die in der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Ritter von Leeb zusammengefaßten Verbände des Heeres und der Waffen-SS seit dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 6. August 1941 über 300.000 Gefangene eingebracht, 1.581 Panzerkampfwagen und 4.063 Geschütze erbeutet oder vernichtet." Am 1. Februar 1942 folgte seine Beförderung zum Generaloberst. Am 19. Mai 1942 (Sondermeldung) und 20. Mai 1942 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Auf der Krim haben deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des Generalobersten von Manstein, unterstützt von starken Luftwaffenverbänden unter Führung der Generalobersten Löhr und Freiherr von Richthofen, in der Verfolgung des geschlagenen Feindes die Meerenge von Kertsch in ganzer Breite erreicht und die letzten stark befestigten Brückenköpfe beiderseits der Stadt nach erbittertem Widerstand genommen." Am 2. Juli 1942 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche und rumänische Truppen unter Führung des Generalfeldmarschalls von Manstein, hervorragend unterstützt von den bewährten Nahkampffliegerkorps des Generalobersten Freiherrn von Richthofen, nach fünfundzwanzigtägigem erbitterten Ringen am Mittag des 1. Juli 1942 die bisher stärkste Land- und Seefestung Sewastopol, bezwungen." Bis zum Sommer 1942 kämpfte sein Korps bei der 11. Armee auf der Krim. Am 4. Juli 1942 wurde er zum Oberbefehlshaber der Luftflotte 4 ernannt. Damit wurde er auch zum Oberbefehlshaber Südost. Am 12. August 1942 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Truppen des Heeres unter Führung des Generals der Panzertruppen Paulus, hervorragend unterstützt durch die Flakartillerie und die fliegenden Verbände der Luftwaffe unter Führung des Generalobersten Freiherrn von Richthofen, im Grossen Don-Bogen westlich Kalatsch die Masse der sowjetrussischen 62. Armee und starke Teile der 1. Panzerarmee vernichtet." Am 16. Februar 1943 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Am 20. März 1943 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Die unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls von Manstein stehenden Truppen des Heeres und der Waffen-SS haben in hervorragendem Zusammenwirken mit Verbänden der Luftwaffe unter dem Oberbefehls des Generalfeldmarschall von Richthofen im Verlaufe der deutschen Gegenoffensive zwischen Donez und Dnjepr, die zur Wiedereroberung der Städte Charkow und Bjelgorod führte, dem Feind schwerste Verluste an Menschen und Material zugefügt." Am 12. Juni 1943 übernahm er zusätzlich noch die Führung über die Luftflotte 2 in Italien. Anfang September 1943 gab er dann die Luftflotte 4 ab und wurde damit zum Oberbefehlshaber der Luftflotte 2 ernannt. Anfang September 1944 zwang ihn eine Krankheit in die Heimat zurückzukehren. Er litt unter einem Gehirntumor, der operativ entfernt werden musste. Am 12. Juni 1945 starb er in Bad Ischl an einem Hirnschlag in amerikanischer Gefangenschaft.


Ritterkreuz (10. Mai 1940) Eichenlaub (17. Juli 1941)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:29
#26 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Hugo Sperrle trat am 6. Juli 1903 als Fahnenjunker in die Armee ein. Er kam dabei zum 8. Württembergisches Infanterie-Regiment "Großherzog Friedrich von Baden" Nr. 126. In diesem wurde er am 18. Oktober 1904 zum Leutnant befördert. Am 18. Oktober 1912 wurde er in seinem Regiment zum Oberleutnant befördert. Im Herbst 1913 wurde er zur Kriegsakademie kommandiert. Er nahm dann auch an einer Fliegerausbildung teil. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde er dann zum Flieger-Bataillon Nr. 4 versetzt. Am 28. November 1914 wurde er zum Hauptmann befördert. Im Dezember 1915 übernahm er die Führung der Feldflieger-Abteilung Nr. 42. Im Februar 1916 machte er Bruch und wurde in das Lazarett eingeliefert. Nach seiner Wiederherstellung übernahm er im Sommer dann die Führung des Flieger-Bataillon Nr. 60. Im Herbst 1916 wurde er dann zum Führer der neuen Flieger-Abteilung 249 (Artillerie) ernannt. Ihm wurden inzwischen auch beide Eisernen Kreuze und das Ritterkreuz II Klasse des Grossherzoglich-Badischen Ordens vom Zähringer Löwen mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. Im Herbst 1917 wurde er an die Fliegerbeobachterschule in Köln versetzt und zum Kommandeur ernannt. Anfang 1918 wurde er dann zum Kommandeur der Flieger (Kofl) 7. Armee ernannt. Bis zum Ende des Krieges wurden ihm noch weitere Auszeichnungen wie das Ritterkreuz des königlichen Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern, das Ritterkreuz I Klasse des Königlich Württembergischen Friedrichs-Ordens mit Schwertern u. a. verliehen. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann beim Stab der 5. Division der Reichwehr eingesetzt. Am 1. April 1924 wurde er dann zum 4. (Sächs.) Artillerie-Regiment versetzt. Im Frühjahr 1925 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er in der Organisationsabteilung eingesetzt. Dort wurde er am 1. Oktober 1926 zum Major befördert. Am 1. Februar 1929 wurde er zum Kommandeur des II. Bataillons vom 14. (Badisches) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. November 1930 wurde er dann in den Regimentsstab vom 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment versetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1931 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. August 1933 wurde er dort auch zum Oberst befördert. Er wurde dann am 1. Oktober 1933 zum Regimentskommandeur des 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. März 1934 wurde er dann in das Reichsluftfahrtministerium versetzt. Dort wurde er am 1. April 1934 zum Kommandeur der 1. Flieger-Division ernannt. Mit der Auflösung der Division wurde er am 1. April 1935 zum Höherer Fliegerkommandeur II ernannt. Am 1. Oktober 1935 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor zum Kommandierenden General im Luftkreis V mit Sitz in München ernannt. Anfang November 1936 wurde er dann in den Operationsstab der Legion Condor kommandiert. Diese führte er dann bis Ende Oktober 1937. Am 1. April 1937 wurde er dabei zum Generalleutnant befördert. Bei seiner Rückkehr wurde er dann am 1. November 1937 zum General der Flieger befördert. Er war jetzt wieder Kommandierenden General vom Luftkreis 5. Bei der Umbenennung des Stabes im Frühjahr 1938 wurde er dann zum Kommandeur vom Luftwaffengruppenkommando 3. Am 1. Februar 1939 wurde der Stab erneut umbenannt, diesmal zur Luftflotte 3, wobei Sperrle weiter der Kommandeur blieb. Damit wurde er bei Ausbruch des 2. Weltkrieges im Westen eingesetzt. Dort wurden ihm dann zuerst die Spangen zu seinen beiden Eisernen Kreuzen verliehen. Beim Westfeldzug wurde ihm am 17. Mai 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Nach Beendigung des Westfeldzuges wurde er am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarschall befördert. Er blieb auch für die nächsten Jahre der Chef der Luftflotte 3. Wegen der Ereignisse nach der Invasion wurde er Ende Juli 1944 seines Postens enthoben und in die Führerreserve versetzt. Im Herbst 1944 wurde er dann zum Verfügung des Reichsmarschalls gesetzt. Er fand bis Kriegsende keine weitere Verwendung. Trotzdem wurde er bei Kriegsende in alliierte Kriegsgefangenschaft gesetzt. Er wurde dann auch im so genannten Prozess gegen das OKW vor dem Militärtribunal Nürnberg angeklagt. Er wurde aber neben Generaladmiral Schniewind als Einziger freigesprochen.



Ritterkreuz (17. Mai 1940)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:32
#27 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Karl Dönitz trat am 1. April 1910 der kaiserlichen Marine bei. Ab 1916 wurde er als Oberleutnant bei der U-Boot-Waffe eingesetzt. 1918/19 war er in Kriegsgefangenschaft, wurde dann von der Reichswehr übernommen und 1921 zum Kapitänleutnant befördert. 1928 erfolgte die Beförderung zum Korvettenkapitän und 1933 die Beförderung zum Fregattenkapitän und zum Kapitän zur See. 1936 wurde er Führer der U-Boote. Er baute diese Waffe nach seinen Erfahrungen, welche er im Ersten Weltkrieg gewonnen hatte, auf. Durch ihn wurde die später so erfolgreiche "Rudel-Taktik", das operieren mehrerer U-Boote aneinem Geleitzug, eingeführt und weiterentwickelt. Bis Kriegsbeginn konnte er 56 U-Boote in Dienst stellen. Im Oktober 1939 erfolgte seine Beförderung zum Konteradmiral, seine Dienststelle wurde am 17. Oktober 1939 in Befehlshaber der U-Boote umbenannt. Der Plan für das Eindringen von U-47 unter Günther Prien in den Kriegshafen Scapa Flow gehrt auf ihn zurück. Am 21. April 1940 erfolgte die Verleihung des Ritterkreuzes. Nach der Eroberung Frankreichs verlegte Dönitz sein Hauptquartier nach Frankreich, von wo aus er seine U-Boote über Funk führte. Im September 1940 wurde er zum Vizeadmiral befördert. Nach dem Scheitern der Überwasser-Streitkräfte der Kriegsmarine und dem Rücktritt von Großadmiral Raeder wurde Dönitz am 30. Januar 1943 zum Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und Befehlshaberder U-Boote ernannt. Es gelang ihm, Hitler die Abwrackung der Flotte auszureden. Am 6.April 1943 erhielt er das Eichanlaub. Trotz der schlechten Lage anallen Fronten und auch bei seinerU-Boot-Waffe verurteilte Dönitz den Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 aus Schärfste. Dadurch sah ihn Hitler als den geeigneten Mann zur "fanatischen Fortführung des Krieges" und ernannte ihn in seinem Testament am 30. April 1945 zum Nachfolger als Staatsoberhaupt Deutschlands. Dönitz sah im weiteren Widerstand aber nur noch den Sinn, so viele Flüchtlinge und Soldaten aus den von der Roten Armee überrannten Ostgebieten über See in den Westen zu evakuieren. Die Westmächte beließen Dönitz auch nach Ende des Krieges asl Staatsoberhaupt in Flensburg-Mürwick und regelten mit ihm die Übergabe der staatlichen Gewalt. Sowjetisches Mißtrauen führte jedoch am 23. Mai 1945 zu seiner Verhaftung. Im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozeß wurde er trotz erheblicher Beweisnot zu 10 Jahran Gefängnis verurteilt, welche er in Spandau absaß.



Ritterkreuz (21. Oktober 1940) Eichenlaub (6. April 1943)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:43
#28 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Über Großadmiral Erich Raeder ist leider kein kurz Lebenslauf zu finden.

Hier jedoch ein Link dazu.

http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Raeder

Quelle, Wikipedia.

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21.08.2009 10:46
#29 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Über Reichsmarschall Hermann Göring ist leider kein kurz Lebenslauf zu finden.

Hier jedoch ein Link dazu.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_G%C3%B6ring

Quelle, Wikipedia.

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21.08.2009 10:52
#30 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Generalfeldmarschall August von Mackensen, er besaß eine Sonderrolle, eigendlich kein aktiver Soldat mehr wurde jedoch in der Marschallrangliste weitergeführt. Sicherlich aus Propagandagründen.

Leider ist kein kurz Lebenslauf über v. Mackensen zu finden.

Hier jedoch ein Link.

http://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Mackensen

Quelle, Wikipedia.

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