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Dieses Thema hat 36 Antworten
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KpFw Offline




Beiträge: 287

20.08.2009 22:14
RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Hier können alle Feldmarschälle der Wehrmacht eingestellt und vorgestellt werden.

Den Spieß sollte man so lange drehen, bis die Sau durch ist.

KpFw Offline




Beiträge: 287

20.08.2009 22:16
#2 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Werner von Blomberg trat als Offizierssohn am 13. März 1897 nach dem Besuch der Haupt-Kadettenanstalt in Groß-Lichterfelde als Sekondeleutnant in die preußische Armee ein. Er kam dabei zum 1. Hannoversches Füsilier-Regiment Nr. 73. In diesem wurde er dann auch zum Leutnant befördert. 1904 heiratete er eine Offizierstochter, aus dieser Ehe gingen 5 Kinder hervor. Im Herbst 1904 wurde er zur Kriegsakademie kommandiert. Am 18. Mai 1907 wurde er zum Oberleutnant befördert. 1908 wurde er dann für drei Jahre zum großen Generalstab kommandiert. Dort wurde er am 20. März 1911 zum Hauptmann befördert. Erst Anfang 1914 erhielt er wieder ein Truppenkommando als Chef einer Kompanie vom Infanterie-Regiment Nr. 130. Bei Ausbruch wurde er dann zum Ia der 19. Reserve-Division ernannt. Diese Position behielt er dann für fast zwei Jahre, wobei ihm auch beide Eisernen Kreuze verliehen wurden. Er wurde dabei auch am 22. März 1916 zum Major befördert. Im Sommer 1916 wurde er dann zum Ia des XVIII. Reserve-Korps ernannt. Im Herbst dieses Jahres wurde ihm das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern verliehen. Ab Februar 1917 wurde er dann zum Ia der 7. Armee ernannt. Im Juni 1918 wurde ihm der Pour le mérite verliehen. Im gesamten Krieg wurden ihm noch viele weitere Orden verliehen. Seine beiden Brüder sind in diesem Krieg gefallen. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er am 1. Oktober 1920 zum Oberstleutnant befördert. 1921 wurde er dann zum Chef des Stabes der 5. Division der Reichswehr ernannt. Im Januar 1925 wurde er dann wieder in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er zum Chef der Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1925 zum Oberst befördert. Am 1. April 1927 wurde er zum Chef vom Truppenamt (TA) ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1928 zum Generalmajor befördert. Am 1. Oktober 1929 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur der 1. Division der Reichswehr ernannt. Damit wurde er gleichzeitig auch zum Befehlshaber vom Wehrkreis I ernannt. 1932 gehörte er zur deutschen Delegation bei der Abrüstungskonferenz in Genf. Ebenfalls 1932 starb seine Frau. Nur wenige Stunden vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde von Blomberg am 30. Januar 1933 von Paul von Hindenburg zum Reichswehrminister ernannt. Ihm wurden gleichzeitig die Charakter als General der Infanterie verliehen. Entgegen der Erwartung schloss er sich aber eng mit Hitler zusammen. Bereits im Mai 1933 wurde er geheim zum Oberbefehlshaber der Reichswehr ernannt. Am 31. August 1933 wurde er zum Generaloberst befördert. Proteste gegen die Ermordung der Generale von Schleicher und von Bredow im Zusammenhang mit dem "Röhm-Putsch" und gegen die Entfernung jüdischer Offiziere wurden von ihm unterdrückt. Nach dem Tod von Hindenburg veranlasste von Blomberg die persönliche Vereidigung der Reichswehr auf Hitler. Am 1. Juni 1935 wurde er dann zum Oberbefehlshaber über die gesamte Wehrmacht ernannt. Am 20. April 1936 wurde von Blomberg an Hitlers Geburtstag zum ersten Generalfeldmarschall der Wehrmacht befördert. Am 30. Januar 1937 wurde ihm das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP verliehen. 1937 wurde er auch zum Chef des Infanterie-Regiment 73 ernannt. Im Januar 1938 heiratet er mit den Trauzeugen Hitler und Göring eine ehemalige Prostituierte, was ihm dann wegen verschärfter Heiratsvorschriften für Wehrmachtsangehörige zum Verhängnis wurde. Am 26. Januar 1938 ist er von seinen Posten zurückgetreten. Als letzte Bezeugung der Loyalität gegenüber Hitler schlug er diesen selbst als seinen Nachfolger vor. Der ganze Vorgang ist auch als Blomberg-Fritsch-Affäre in die Geschichte eingegangen.

Obwohl Blomberg nach 1938 nicht mehr verwendet wurde, wurde er nach dem Kriegsende 1945 von den Alliierten als Kriegsverbrecher verdächtigt und verhaftet. Für den Hauptkriegsverbrecherprozess in Nürnberg wurde von Blomberg als Zeuge vor das Internationale Militärtribunal zitiert und inhaftiert. Im März 1946 ist er in Nürnberg in einem amerikanischen Militärlazarett gestorben.

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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20.08.2009 22:18
#3 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Ernst Busch legte sein Abitur an der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde ab und trat anschließend als Fähnrich in das Infanterie-Regiment "Herwart von Bittenfeld" Nr. 13 in Münster ein. Der Offizierssohn wurde am 10. Juni 1904 zum Leutnant befördert. Im Herbst 1906 wurde er zum Infanterie-Regiment Nr. 57 versetzt. Am 16. Juni 1913 wurde er zum Oberleutnant befördert. 1913 kam er an die Kriegsschule Kassel. Bei Kriegsausbruch führte er die 11. Kompanie des Infanterie-Regiment "Vogel von Falkenstein" Nr. 56. Am 27. Januar 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Im Juni 1916 wurde er zum Kommandeur des II. Bataillons ernannt. Am 4. Oktober 1918 wurde ihm als Hauptmann und Kommandeur des II./Infanterie-Regiment 56 für das Abwenden eines feindlichen Durchbruches während der Schlacht in der Champagne der Orden "Pour le Merité" verliehen. Im Herbst 1918 war er wieder Kompaniechef in seinem Regiment. Nach Kriegsende wurde er in das Reichsheer übernommen. Zuerst wurde er als Kompaniechef im Reichswehr-Schützen-Regiment 13 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres kam er dann zum 18. Infanterie-Regiment. Im Sommer 1921 wurde er dann in den Stab der 6. Division der Reichswehr versetzt. Am 1. Oktober 1924 wurde er dann in den Generalstab vom Gruppenkommando 1 versetzt. Dort wurde er am 1. April 1925 zum Major befördert. Am 1. Oktober 1925 wurde Busch in das Reichswehrministerium versetzt. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann zum Stab der 2. Division der Reichswehr versetzt. Am 1. Februar 1930 wurde er zum Oberstleutnant befördert und gleichzeitig zum Kommandeur des III. Bataillons vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Januar 1932 wurde er dann zum Kommandeur des 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Dezember 1932 wurde er in dieser Funktion zum Oberst befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde sein Regiment zum Infanterie-Regiment Potsdam umbenannt. Am 1. Oktober 1935 wurde er zum Generalmajor befördert. Bei der Enttarnung der Verbände am 15. Oktober 1935 wurde er zum Kommandeur der 23. Infanterie-Division ernannt. Am 1. Oktober 1937 folgte seine Beförderung zum Generalleutnant. Am 4. Februar 1938 wurde er, unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie, zum Kommandierenden General des VIII. Armeekorps ernannt. Dieses Korps führte er dann zu Beginn des 2. Weltkrieges beim Angriff auf Polen. Wegen der hervorragenden Führungsleistung im Polenfeldzug wurde Ernst Busch am 23. Oktober 1939 zum Oberbefehlshaber der 16. Armee ernannt. Im Frankreichfeldzug stürmte die Armee durch die Champagne, durchstieß den Sperr-Riegel an der Aisne und stand somit hinter der Maginot-Linie. Für diesen Erfolg wurde ihm am 26. Mai 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Außerdem wurde er am 19. Juli 1940 zum Generaloberst befördert. Auch zu Beginn des Russlandfeldzuges führte Ernst Busch die 16. Armee beim Vorstoß auf die Waldai-Höhen 1941. Am 21. Oktober 1941 wurde er namentlich in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht genannt: "Trotz andauernder starker Bedrohung ihrer Ostflanke drehte die Masse der Armee des Generaloberst Busch zusammen mit der Panzerarmee des Generaloberst Hoepner zunächst nach Norden ein." 1942 und 1943 führte er die Armee bei den schweren Abwehrkämpfen am Wolchow und südlich des Ilmensees. Am 1. Februar 1943 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Für die Leistungen der Armee während der schweren Abwehrkämpfe am Wolchow wurde ihm am 21. August 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Am 12. Oktober 1943 wurde er Nachfolger des verunglückten Generalfeldmarschalls von Kluge als Oberbefehlshabers der Heeresgruppe Mitte. Nach der Vernichtung der Heeresgruppe im Sommer 1944 schob Hitler ihm die Verantwortung zu und er wurde am 27. Juni 1944 seines Postens enthoben und in die Führerreserve des OKH versetzt. Er wurde die nächste Zeit nicht weiter verwendet. Bei der Trauerfeier für General der Infanterie Schmundt hielt er eine Rede. Erst im März 1945 wurde Busch noch zum OB Nordwest ernannt. Am 7. Mai 1945 musste er bei Flensburg kapitulieren und geriet in britische Gefangenschaft. Am 17. Juli 1945 starb er im Lager Aldershot an einem akuten Angina-Pectoris-Leiden.



Ritterkreuz (26. Mai 1940); Eichenlaub (21. August 1943)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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20.08.2009 22:22
#4 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Der spätere Generalfeldmarschall Eduard von Böhm wurde am 12. Februar 1856 in Ancona geboren, wo sein Vater als Angehöriger der österreichischen Besatzungstruppen im damaligen Kirchenstaat stand. Der Vater war als Feldwebel in Anbetracht seiner Tapferkeit in der Schlacht bei Novara im Feldzug 1848/49 zum Offizier befördert worden und ließ sich später als Major a.D. in Troppau, der Hauptstadt der österreichisch-schlesischen Heimat der Familie, nieder. Eduard von Böhm wurde 1866 im Alter von zehn Jahren Kadett und am 18. August 1875 als Leutnant zum k.u.k. Dragoner-Regiment Nr. 4 ausgemustert. In den folgenden Jahrzehnten war ihm eine glänzende Laufbahn beschieden, die ihn 1911 als General der Kavallerie an die Spitze des k.u.k. 1. Korps in Prag führte. In dieser Stellung wurde er geadelt. Als Prädikat wählte er den Mädchennamen seiner Mutter und hieß fortan von Böhm-Ermolli. Zu Beginn des 1. Weltkrieges gegen Serbien eingesetzt, übernahm er am 23. August 1914 die Führung der k.u.k. 2. Armee gegen Russland. Seit 5. Oktober 1916 Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Böhm-Ermolli, erzielte er mit den ihm unterstellten k.u.k, und reichsdeutschen Truppen große Erfolge. Nach dem Durchbruch bei Zborow vom 19. bis zum 21. Juli 1917 befreite er weite Gebiete Galiziens und des Buchenlandes von feindlicher Besetzung. Für seine erfolgreiche Truppenführung ernannte ihn Kaiser Karl zum "Commandeur des Maria-Theresien-Ordens " und Kaiser Wilhelm zum 53. Ritter des Ordens Pour le Merite mit Eichenlaub. Im Januar 1918 wurde der Feldherr von seinem Souverän zum Feldmarschall befördert und in den Freiherrenstand erhoben. Im Frühjahr 1918 drangen seine Truppen bis tief in die Ukraine vor und besetzten Odessa.

Der Zusammenbruch der Mittelmächte beendete seine Laufbahn. Am 1. Dezember 1918 wurde der Feldmarschall pensioniert. Zu seinem Ruhesitz wählte er Troppau, wo schon sein Vater den letzten Teil seines Lebens verbracht hatte. Ungeachtet der Tatsache, dass dieser Teil Österreichs jetzt unter tschechischer Herrschaft stand, waren Stadt und Land fast nur von deutschen Menschen bewohnt, denen er sich uneingeschränkt zugehörig fühlte. Die Tschechen begegneten dem k.u.k. Feldmarschall wohlwollend. Sie zahlten seine Pension und nahmen ihn als General 1. Klasse in der Reserve in ihre Armee auf, wo er 1928 sogar zum Armeegeneral ernannt wurde, was dem höchsten Rang in der tschechoslowakischen Armee entsprach. Er durfte aber zunächst keine Uniform tragen, weil er kein "Legionär" gewesen war. Damit hatte es folgende Bewandtnis: Im Juni 1917 hatte eine tschechische Schützen-Brigade, bestehend aus drei Regimentern, die auf russischer Seite kämpfte, bei Zborow - zwischen Lemberg und Tarnopol gelegen - einen Einbruch an der Front der Mittelmächte erzielt. Auf österreichischer Seite standen die mehrheitlich von Tschechen gebildeten Inf.-Regimenter 35 und 75. Dieser Erfolg der "Legionäre", wie sich die Tschechen auf russischer Seite nannten, wurde später jährlich festlich begangen, weil dies ein errungener "Schlachtenerfolg" der späteren Armee der Tschechoslowakei darstellen sollte. Da aber der verantwortliche Führer auf österreichischer Seite Feldmarschall von Böhm - Ermolli gewesen war, sollte er nach Ansicht zahlreicher Tschechen keinesfalls als Angehöriger der jungen Armee auch noch einen hohen Rang bekleiden. Die Erregung legte sich aber im Laufe der Zeit; übrig blieb jedoch bis 1928 das Verbot, Uniform zu tragen.

Als die überwiegend deutsch besiedelten Teile Böhmens, Mährens und Österreichisch-Schlesiens und mit ihnen Troppau 1938 aus 20 Jahre währender Unterdrückung in die Hoheit des Deutschen Reiches entlassen wurden, war auch der k.u.k. Feldmarschall v. Böhm-Ermolli Reichsdeutscher geworden. Seiner deutschen Gesinnung entsprach dieser Vorgang in vollem Umfang. Er wurde jetzt in die Wehrmacht übernommen. Dabei wurden ihm als letzten lebenden k.u.k. Feldmarschall die Charakter als Generalfeldmarschall der Wehrmacht verliehen. Als äußeres Zeichen seiner Würde trug er den österreichischen Marschallstab und wurde 1940 zum Chef des Infanterie-Regiment 28 ernannt. Dieses Regiment hatte seine Friedensstandorte in Troppau, Sternberg (Sudetenland) und Neutitschein und war im Mai 1939 zum Traditionsträger des ehem. k.u.k. Inf.Rgt. Kaiser Franz Joseph I. Nr. 1 geworden. Der Vater des nunmehrigen Chefs hatte in dieser Kerntruppe der k.u.k. Monarchie mit höchster Auszeichnung gekämpft und war wegen Tapferkeit vor dem Feind zum Offizier aufgestiegen. Das gleiche Regiment gehörte vor dem 1. Weltkrieg zum I. Korps, dessen Kommandierender General Generalfeldmarschall v. Böhm-Ermolli bei Kriegsausbruch gewesen ist. So hatte sich in diesem bedeutungsvollen Soldatenleben ein Kreis geschlossen. Als am 9. Dezember 1941 der Feldmarschall die Augen für immer schloss, fand ihm zu Ehren in Wien ein Staatsakt statt. In Vertretung des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, die in dieser Zeit in schwerstem schicksalhaften Ringen gegen die Rote Armee stand, erwies Generalfeldmarschall Keitel dem Verstorbenen die letzte Ehre. Ein Trauerkondukt geleitete die sterbliche Hülle des Generalfeldmarschalls Eduard Freiherr von Böhm-Ermolli vom Heldenplatz vor der Hofburg über den Ring zum Stellvertretenden Generalkommando XVII. Armeekorps. Ungezählte Tausende säumten die Prachtstraße der alten Kaiserstadt und grüßten den toten Feldherren auf seiner letzten Fahrt in ehrfurchtsvollem Schweigen. Zur letzten Ruhe wurde der tote Feldherr in Troppau, seiner Vaterstadt, gebettet. Sein Grabstein ist bis heute erhalten geblieben. Generalfeldmarschall Eduard Freiherr v. Böhm-Ermolli hatte in seinem langen Leben drei Armeen angehört. Sein Ansehen und seine Bedeutung als handelnder Feldherr erwarb er sich ausschließlich in der k.u.k. Armee.

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 09:50
#5 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Ferdinand Schörner war Reserve-Unteroffizier und wurde bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges einberufen. Er kämpfte zunächst an der Westfront, wurde dort zwei Mal verwundet und als Leutnant zum Bayrischen Infanterie-Leibregiment nach Italien versetzt. Dort erwarb er sich den Pour-le-Mérite. Als Oberleutnant kämpfte er 1918 wieder an der Westfront, wurde abermals verwundet und an die serbische Front versetzt. Nach Kriegsende diente er zunächst im Freikorps "Epp" und wurde schließlich als Oberleutnant in die Reichswehr übernommen. Von 1920 bis 1931 diente er im Infanterie-Regiment 19. 1934 wurde er an die Kriegsschule nach Dresden versetzt und 1937 übernahm er als Oberstleutnant das Gebirgs-Jäger-Regiment 98. Bei Kriegsausbruch Oberst, führte er sein Regiment in Polen, bis er Anfang 1940 mit der Aufstellung der 6. Gebirgs-Division beauftragt wurde. Diese Division führte Schörner im Frankreichfeldzug und er wurde am 1. August 1940 zum Generalmajor befördert. Während des Balkanfeldzuges durchbrach Schörner mit seiner Division im Verband des XVIII. Gebirgskorps die griechische Metaxas-Linie und besetzte im Handstreich die strategisch wichtigen Bergpässe des griechischen Hochgebirges. Für diesen Handstreich erhielt er am 20. April 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Beim Überfall auf die Sowjetunion wurde die 6. Gebirgs-Division in Finnland eingesetzt. Am 27. Januar 1942 wurde Schörner Generalleutnant und am 15. Januar 1942 übernahm er das XIX. Gebirgskorps. Am 1. Juni 1942 folgte die Beförderung zum General der Gebirgstruppe und am 1. Oktober 1943 übernahm er das Kommando über das XXXX. Panzer-Korps in der Ukraine. Mit seinen harten Befehlsmethoden gelang es Schörner, die ihm unterstellten Abschnitte gegen umfassende russische Angriffe zu halten und anschließend die nötig gewordenen Absetzbewegungen zu decken. Für diese Verdienste wurde er im Wehrmachtsbericht erwähnt und erhielt am 17. Februar 1944 das Eichenlaub. Am 1. März 1944 wurde er zum Generaloberst befördert und am 2. März 1944 übernahm er das Kommando über die 17. Armee. Bereits am 30. März 1944 wurde er zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Südukraine ernannt. Es gelang ihm, die Südfront zu stabilisieren. Am 20. Juli 1944 wurde er Kommandeur der Heeresgruppe Nord und hatte sich dort der russischen Groß-Offensive zu erwehren. Es gelang ihm, die Heeresgruppe vor der Einkesselung zu bewahren, wofür er am 28. August 1944 die Schwerter erhielt.

Nach der Einkesselung der Heeresgruppe Nord in der Provinz Kurland verteidigte Schörner den Kurland-Kessel und führte die Heeresgruppe in den vier Kurland-Schlachten. Als sich die Niederlage im Kurland-Kessel abzeichnete, wurde Schörner zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte ernannt. Für seine Leistungen im Kurland-Kessel wurden ihm am 1. Januar 1945 die Brillianten verliehen. Als Befehlshaber der Heeresgruppe Mitte führe Schörner ein strenges Regiment und sprach vermehrt Todesurteile gegen Deserteure und "Feiglinge" aus. Bei diesen Urteilen machte er auch vor höheren Dienstgraden keinen Halt. Am 5. April 1945 wurde Schörner noch zum Generalfeldmarschall ernannt. Hitler ernannte Schörner ferner in seinem Testament zum Oberbefehlshaber des Heeres.

Bei Kriegsende konnte Schörner, als Zivilist getarnt, nach Westen fliehen und sich bis Ende Mai verstecken. Dann wurde er durch US-Truppen gefangen genommen und an die Rote Armee ausgeliefert. Er wurde von einem Kriegsgericht zu 25 Jahren Straflager verurteilt und erst 1955 entlassen. 1957 wurde Schörner erneut verhaftet und vor ein bundesdeutsches Gericht gestellt. Er wurde wegen der von ihm ausgesprochenen Todesurteile bei Kriegsende zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, nach zwei Jahren aber wieder entlassen.

Ritterkreuz (20. April 1941) Eichenlaub (17. Februar 1944) Schwerter (28. August 1944) Brillianten (1. Januar 1945)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 09:51
#6 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Friedrich Paulus trat nach einer vergeblichen Bewerbung bei der Marine am 18. Februar 1910 als Fahnenjunker in das Heer ein. Er kam dabei zum 3. Badisches Infanterie-Regiment Markgraf Ludwig Wilhelm Nr. 111 nach Rastatt. In diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule Engers am 18. August 1911 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 20. August 1909 datiert. 1912 heiratete er eine rumänische Adelstochter, mit der er später drei Kinder hatte. Ab 1913 wurde er dann als Adjutant des III. Bataillons seines Regiments eingesetzt. Bei Beginn des 1. Weltkrieges verlegte er mit seinem Regiment an die Westfront. Im Herbst 1914 meldete er sich krank. Erst im Sommer 1915 kam er wieder an die Front. Er wurde jetzt als Ordonanzoffizier beim Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 2 eingesetzt. Er wurde jetzt auch zum Oberleutnant befördert. In der restlichen Zeit des 1. Weltkrieges wurde dann auch in verschiedenen Stabsstellungen eingesetzt. Er wurde auch mit beiden Eisernen Kreuzen ausgezeichnet. Noch vor Kriegsende wurde er am 20. September 1918 zum Hauptmann befördert. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er nach einem Einsatz beim Grenzschutz Ost in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er im Herbst 1919 zum Reichswehr-Schützen-Regiment 113. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 14. (Badisches) Infanterie-Regiment, dessen Adjutant er wurde. Am 1. Juni 1922 wurde er in den Stab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel versetzt. Von dort wurde er dann im Herbst 1923 in das Reichswehrministerium versetzt. Dort kam er dann zur Heeresabteilung (T 1). Am 1. April 1925 wurde er dann in den Generalstab des Infanterieführer V versetzt. Am 1. Oktober 1926 wurde er dann in den Stab vom Artillerieführer V versetzt. Nach einem Jahr wurde er am 1. Oktober 1927 zum Chef der 2. Kompanie vom 13. (Württ.) Infanterie-Regiment ernannt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1931 zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Februar 1929 festgelegt. Am 1. Oktober 1930 wurde Paulus dann in den Stab der 5. Division der Reichswehr versetzt. Im Herbst 1931 wurde er dann wieder in das Reichwehrministerium versetzt. Dort wurde er diesmal bei der Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) eingesetzt. Am 1. Juni 1933 wurde er dort zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1934 wurde er zum Kommandeur der Kraftfahr-Abteilung 3 ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er dann am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur der Kraftfahr-Abteilung Wünsdorf ernannt. Aus dieser wurde dann bei der Enttarnung am 15. Oktober 1935 die Aufklärungs-Abteilung (mot.) 3 gebildet. Als Kommandeur wurde er am 1. Juni 1935 zum Oberst befördert. Am 15. Oktober 1935 wurde Paulus dann als Nachfolger von Oberst Guderian zum Chef des Generalstabes beim Kommando der Panzertruppen. Anfang 1938 wurde Paulus durch die Umbildung seiner Dienststelle zum Chef des Generalstabes des XVI. Armeekorps unter Generalleutnant Guderian ernannt. Am 1. Januar 1939 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. Am 1. Mai 1939 wurde er dann zum Chef des Generalstabes vom Heeresgruppen-Kommando 4 in Leipzig. Bei der Mobilmachung wurde er damit automatisch zum Chef des Generalstabes der 10. Armee unter General der Artillerie Reichenau. Mit dieser 10. Armee nahm er dann am Polenfeldzug teil. Nach dem Ende des Polenfeldzuges erfolgte Ende Oktober 1939 die Umbenennung der 10. Armee zur 6. Armee. Auch bei dieser bleibt Paulus Chef des Generalsstabes und nimmt im Frühjahr 1940 am Frankreichfeldzug teil. Nach dem Ende des Westfeldzuges wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 3. September 1940 wurde er dann zum Oberquartiermeister I des Generalstabes des Heeres ernannt. Damit wurde er auch zum Stellvertreter vom Chef des Generalstabes des Heeres Generaloberst Franz Halder. Ihm wurde jetzt auch die Ausarbeitung des Angriffsplan auf Russland übertragen. Am 1. Januar 1942 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Panzertruppen zum Oberbefehlshaber der 6. Armee ernannt, obwohl er, außer bei der Kraftfahr-Abteilung Wünsdorf, noch kein Kommando über eine Truppe im Feld hatte. Im Zuge der Sommeroffensive dirigierte Paulus die 6. Armee auf dem Weg nach Stalingrad. Am 30. Mai 1942 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Im Frontabschnitt des Generalfeldmarschalls von Bock haben die Armeen des Generalobersten von Kleist und des Generals der Panzertruppen Paulus die Abwehr schwerster feindlicher Großangriffe in einen stolzen Vernichtungssieg verwandelt." Am 12. August 1942 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Truppen des Heeres unter Führung des Generals der Panzertruppen Paulus, hervorragend unterstützt durch die Flakartillerie und die fliegenden Verbände der Luftwaffe unter Führung des Generalobersten Freiherrn von Richthofen, im Grossen Don-Bogen westlich Kalatsch die Masse der sowjetrussischen 62. Armee und starke Teile der 1. Panzerarmee vernichtet." Am 26. August 1942 wurde ihm nach der Schlacht von Charkow das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Bei dem Versuch der schnellen Eroberung scheiterte Paulus in Stalingrad. Mitte November 1942 wurde er dann durch ein russische Offensive mit seiner 6. Armee eingekesselt und danach durch die Rote Armee belagert. Am 15. Januar 1943 wurde Paulus mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 31. Januar 1943 kapitulierte Paulus vor der Roten Armee. Kurz zuvor war Paulus noch zum Generalfeldmarschall befördert worden. Am 31. Januar 1943 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Die unter persönlicher Führung des Generalfeldmarschalls Paulus heldenhaft kämpfende südliche Kampfgruppe wurde auf engsten Raum zusammengedrängt und leistet den letzten Widerstand im GPU-Gebäude." Am 1. Februar 1943 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "In Stalingrad ist die Südgruppe der 6. Armee unter Führung des Generalfeldmarschalls Paulus nach mehr als zwei Monaten heldenhafter Verteidigung von der Übermacht des Feindes im Kampf überwältigt worden." Am 3. Februar 1943 wurde er letztmals im Wehrmachtbericht namentlich genannt: "Ihrem Fahneneid bis zum letzten Atemzug getreu ist die 6. Armee unter der vorbildlichen Führung des Generalfeldmarschalls Paulus der Übermacht des Feindes und der Ungunst der Verhältnisse erlegen." Paulus kam jetzt in seiner Kriegsgefangenschaft in verschiedenen Lager. Einer seiner Söhne ist im 2. Weltkrieg gefallen. Erst im August 1944 stellte sich Paulus dem "Nationalkomitee Freies Deutschland" zur Verfügung und trat im Nürnberger Prozeß als Zeuge der Sowjetunion auf. Seine Frau starb 1949, ohne ihn wieder gesehen zu haben. Trotzdem wurde er erst im Jahre 1953 aus der Gefangenschaft entlassen, allerdings in die damalige DDR. Dort wohnte er unter ständiger Überwachung in Dresden.



Ritterkreuz (26. August 1942) Eichenlaub (15. Januar 1943)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

[ Editiert von Administrator KpFw am 21.08.09 11:25 ]

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21.08.2009 09:52
#7 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Wilhelm Keitel trat am 7. März 1901 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Niedersächsisches Feldartillerie-Regiment Nr. 46. In diesem wurde er am 18. August 1902 zum Leutnant befördert. Vorher hatte er die Kriegsschule in Anklam besucht. Am 18. August 1910 wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er als Regimentsadjutant eingesetzt. Wilhelm war der ältere Bruder vom späteren General der Infanterie Bodewin Keitel. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges zog er mit seinem Niedersächsisches Feldartillerie-Regiment Nr. 46 an die Front. Dort wurde er bereits Mitte September 1914 an der Westfront bei den Kämpfen an der Aisne verwundet. Während seiner Genesung wurde er am 8. Oktober 1914 zum Hauptmann befördert. Noch im Herbst 1914 kehrte er als Adjutant wieder zu seinem Regiment zurück. Er wurde gegen Ende des Jahres 1914 zum Batterieführer in seinem Regiment ernannt. Im Frühjahr 1915 wechselte er dann in den Generalstab. 1916 wurde er zum Ia der 19. Reserve-Division ernannt. 1918 wurde er dann als Ia des Marinekorps in Flandern eingesetzt. Im Krieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch viele andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er zuerst im Generalstab der 10. Reichswehr-Brigade eingesetzt. Im Herbst 1919 wurde er dann als Taktiklehrer an die Kavallerie-Schule versetzt. Im Herbst 1922 wurde er dann zum Chef der 7. Batterie des 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1923 zum Major befördert. Am 1. Februar 1925 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er in der Heeresorganisations-Abteilung (T 2) eingesetzt. 1927 war er dann direkt im Truppenamt (TA) tätig. Am 1. November 1927 wurde er zum Kommandeur der II. Abteilung vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment ernannt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1929 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1929 wurde er wieder in das Reichswehrministerium versetzt. Dort leitete er die Heeresorganisations-Abteilung (T 2) im Truppenamt (TA). Am 1. Oktober 1931 wurde er dort zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1933 wurde er zum Infanterieführer III ernannt, wodurch er auch stellvertretender Kommandeur der 3. Division der Reichswehr wurde. Als solcher wurde er am 1. April 1934 zum Generalmajor befördert. Am 1. Oktober 1934 wurde er beim Ausbau der Reichswehr zum Infanterieführer VI und damit gleichzeitig Kommandant von Bremen ernannt. Damit bildete er die Grundlagen für den Aufbau der späteren 22. Infanterie-Division. Am 1. Oktober 1935 wurde er dann zum Chef des Wehrmachtsamtes im Reichskriegsministerium ernannt. Am 1. Januar 1936 erfolgte die Beförderung zum Generalleutnant. Bereits am 1. August 1937 wurde er zum General der Artillerie befördert. Nach dem Sturz von Generalfeldmarschall Werner von Blomberg, mit dem er eng befreundet gewesen war, wurde Keitel bei der Auflösung des Reichskriegsministerium am 4. Februar 1938 zum Chef des Oberkommandos der Wehrmacht ernannt. Am 1. November 1938 erfolgte seine Beförderung zum Generaloberst. Am 30. September 1939 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Nach dem Fall Frankreichs wurde er am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarschall befördert. Ursprünglich war Keitel gegen den Einmarsch in die Sowjetunion und reichte sogar seinen Rücktritt ein, blieb dann aber im Amt und bewunderte Hitlers Unabhängigkeit im Ostfeldzug. Als Hitlers nächststehender militärischer Berater war Keitel an allen wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt. Seine Unterwürfigkeit gegenüber Hitler und seine Unfähigkeit, Hitler gegenüber eine abweichende Meinung zu vertreten, brachte ihm im Offizierskorps den Namen "Lakaitel" ein. Keitel war nur Hitler unterstellt und machte sich durch seine absolute Willfähigkeit bei ihm außerordentlich beliebt. Doch gerade diese Dienstbeflissenheit hatte katastrophale Folgen, denn sie machte auch andere Generäle mundtot, die sonst manchen Befehl nicht fraglos hingenommen hätten. Seit Ausbruch des Krieges gab Keitel selbst unwidersprochen Führer-Befehle weiter, die Massenmord anordneten - angefangen mit der Ausrottung der polnischen Intelligenz, Aristokratie und Geistlichkeit. Keitel enthüllte den Truppenkommandeuren, dass sie entweder selbst die Hinrichtung sowjetischer Polit-Kommissare zu veranlassen oder gefangene Kommissare der Gestapo auszuliefern hätten. Am 16. Dezember 1941 verteidigte er die Maßnamen, die von den auf sowjetischem Gebiet operierenden Einsatzgruppen durchgeführt wurden. Zu den von Keitel weitergeleiteten Befehlen gehörte auch der sog. "Nacht- und Nebel-Erlass" vom 7. Dezember 1941, der es erlaubte, Personen, die die deutsche Sicherheit gefährdeten, kurzerhand aufzugreifen und spurlos verschwinden zu lassen. Dieser und andere Befehle führten dazu, dass Keitel nach Kriegsende vor das Nürnberger Kriegsverbrechertribunal gestellt wurde, nachdem er am 9. Mai 1945 in Berlin die bedingungslose Kapitulation unterschrieben hatte. Er wurde am 1. Oktober 1946 in allen 4 angeklagten Punkten für schuldig befunden. Dabei war auch die Anklage Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Am 16. Oktober 1946 wurde er durch Erhängen hingerichtet. Seine Leiche wurde danach verbrannt. Die Überreste wurden von der amerikanischen Luftwaffe verstreut.



Ritterkreuz (30. September 1939)

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21.08.2009 09:53
#8 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Fedor von Bock war der Sohn des Generalmajors Moritz von Bock. So war sein militärischer Weg beinahe vorbestimmt. Nachdem er seine Kadettenausbildung auf der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde abgeschlossen hatte, trat er anschließend 1898 als Fähnrich in das 5. Garde-Regiment zu Fuß ein. 1904 wurde er für etwa anderthalb Jahre Bataillonsadjutant im gleichen Regiment. Nachdem er 1906 zum Regimentsadjutant ernannt wurde, ist er von 1910 bis 1912 zur Generalstabsausbildung abkommandiert. Er wurde im März 1911 in den Großen Generalstab versetzt. 1912 wurde er zum Hauptmann befördert. Von Bock nahm als Generalstabsoffizier und Bataillonskommandeur am Ersten Weltkrieg teil. Am 30. Dezember 1916 wird er zum Major befördert und am 1. April 1918 wird ihm der Pour le Mérite verliehen. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er in das Reichsherr übernommen. Dort wurde er Anfang 1920 beim Übergangsheer als Chef des Stabes beim Wehrkreiskommando III in Berlin eingesetzt. Bei der der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dadurch zum Chef des Stabes der 3. Division der Reichswehr ernannt. Als solcher wurde er auch mit dem Rangdienstalter vom 1. Oktober 1920 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1924 übernahm er als Kommandeur das II. (Jäger-) Bataillon vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment. 1925 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. Februar 1926 übernahm er dann das 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment als Kommandeur. Am 1. Februar 1929 wird von Bock zum Generalmajor befördert. Er übernahm Ende des Jahres 1929 als Kommandeur die 1. Kavallerie-Division. Am 1. Februar 1931 wurde von Bock zum Generalleutnant befördert. Im Herbst diesen Jahres übernahm er als Kommandeur die 2. Division der Reichswehr. Damit wurde von Bock in Personalunion auch Befehlshaber im Wehrkreis II in Stettin. Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 verhält er sich dem Regime gegenüber neutral. Ab dem 1. Oktober 1934 war er dann Kommandierender General des II. Armeekorps. 1935 wird er zum General der Infanterie befördert und zum Oberbefehlshaber des Gruppenkommando 3 ernannt. 1936 heiratet er Wilhelmine von der Osten, mit der er eine Tochter hatte. Im Rahmen des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich marschiert er am 12. März 1938 an der Spitze der 8. Armee in Österreich ein und wird dafür rückwirkend zum 1. März 1938 zum Generaloberst befördert. Am 10. November 1938 wurde er zum Oberbefehlshaber des Gruppenkommando 1 in Berlin ernannt. Mit der Mobilmachung wurde er am 26. August 1939 zum Oberbefehlshaber der 2. Armee ernannt. Zu Beginn des Polenfeldzuges wurde der Stab am 2. September 1939 zur Heeresgruppe Nord umbenannt. Er blieb weiter der Oberbefehlshaber. In dieser Funktion nimmt er auch am Polenfeldzug teil. Im September und Oktober 1939 befehligt von Bock die aus Pommern und Ostpreußen vorstoßende Heeresgruppe Nord und wird er als einer der ersten Träger am 30. September 1939 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B wurde er durch die Verlegung und Umbenennung seiner bisherigen Heeresgruppe Nord im Oktober 1939. Mit der Heeresgruppe B nimmt er auch am Westfeldzug teil. Nach dem Einmarsch in Paris nimmt er am 14. Juni 1940 die Parade der deutschen Truppen am Arc de Triumphe ab. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt. Mit Beginn des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion ist von Bock Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte. Nachdem von Bock, auf Grund der Erschöpfung seiner Truppen, für einen taktischen Rückzug an der Ostfront plädiert, erhält er seinen Abschied als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte. Er übernimmt am 18. Januar 1942, nach dem Tod von Walter von Reichenau, dessen Heeresgruppe Süd. Im Anschluss an erneute Auseinandersetzungen mit Hitler, er wird für das Scheitern der Operation Braunschweig verantwortlich gemacht, wurde er am 15. Juli 1942 erneut seines Amtes enthoben und in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wird Generaloberst Maximilian von Weichs. Er lebte in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges zurückgezogen in Bayern und verurteilt das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 als Verbrechen. Nach Hitlers Suizid bietet er sich der neuen Reichsregierung unter Karl Dönitz an. Am 3. Mai 1945 wird von Bock bei einem englischen Tieffliegerangriff in der Nähe von Lensahn schwer verletzt; am folgenden Tag erliegt er seinen Verletzungen in einem Marinelazarett in Oldenburg/Holstein. Bei dem Angriff kommen auch Bocks Ehefrau, seine Tochter und sein Kraftfahrer ums Leben.



Ritterkreuz (30. September 1939)

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21.08.2009 09:54
#9 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Günther von Kluge trat am 22. März 1901 als Leutnant in die Kaiserliche Armee ein. Der Offizierssohn kam dabei zwei Wochen nach Wilhelm Keitel zum Niedersächsisches Feldartillerie-Regiment Nr. 46. Er wurde bei diesem als Adjutant der II. Abteilung eingesetzt. Im Herbst 1908 wurde er zur Kriegsakademie kommandiert. Dort wurde er am 16. Juni 1910 zum Oberleutnant befördert. 1912 wurde er als Oberleutnant in den Großen Generalstab versetzt. Direkt bei Kriegsausbruch wurde von Kluge zum Hauptmann befördert. Am 1. Weltkrieg nahm er zuerst als Generalstabsoffizier im XXI. Armeekorps an der Ostfront teil. Später kam er auch in den Beskiden im Westen und am Isonzo zum Einsatz. 1916 wurde er dort im Stab der Südarmee eingesetzt. 1918 wurde er dann zum Chef des Stabes der 236. Infanterie-Division ernannt. Im Herbst 1918 wurde er bei Verdun schwer verwundet. Nach dem Ende des Krieges wurde er in das Reichsheer übernommen. Er gehörte dann der Friedenskommission an. 1921 kam er dann zum Stab der 3. Division der Reichswehr. Unter gleichzeitiger Beförderung zum Major wurde er am 1. April 1923 in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er in der Heeres-Ausbildungs-Abteilung (T 4) eingesetzt. Sein Rangdienstalter wurde auf den 1. Juli 1921 festgesetzt. Am 1. August 1926 wurde er zum Kommandeur der V. (reitende) Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment ernannt. Als solcher wurde er am 1. Juli 1927 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. November 1928 wurde er zum Chef des Stabes der 1. Kavallerie-Division ernannt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1930 zum Oberst befördert. Am 1. März 1930 wurde er zum Kommandeur des 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment ernannt. Am 1. Oktober 1931 wurde er zum Artillerieführer III ernannt. Am 1. Februar 1933 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher übernahm er als Inspekteur die Inspektion der Nachrichtentruppe (In 7). Am 1. April 1934 wurde er dann zum Generalleutnant befördert. Am 1. Oktober 1934 wurde er zum Kommandeur der 6. Division der Reichswehr ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er dann am 1. April 1935 offiziell zum Kommandierender General des VI. Armeekorps ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1936 zum General der Artillerie befördert. Am 1. Dezember 1938 wurde er schließlich Oberbefehlshaber des Heeresgruppen-Kommando 6. Bei der Mobilmachung wurde er am 26. August 1939 zum Oberbefehlshaber der 4. Armee. Innerhalb von nur neun Jahren hatte es Günther von Kluge vom Regimentskommandeur zum Oberbefehlshaber einer Armee gebracht. Die 4. Armee führte Günther von Kluge dann bei Beginn des 2. Weltkrieges im Polenfeldzug. Für die Leistungen seiner Armee wurde er am 30. September 1939 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 1. Oktober 1939 wurde von Kluge zum Generaloberst befördert. Für die Erfolge seiner Armee im Westfeldzug wurde er am 19. Juli 1940 in Frankreich zum Generalfeldmarschall befördert. Ab Juni 1941 führte er die 4. Armee beim Angriff auf Russland. Am 7. August 1941 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht im Wehrmachtsbericht genannt: "Am Verlauf dieser gewaltigen Schlacht waren die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge und der Generalobersten Strauß und Freiherr von Weichs, die Panzergruppen der Generalobersten Guderian und Hoth sowie die Luftwaffenverbände der Generale der Flieger Loerzer und Freiherr von Richthofen ruhmreich beteiligt." Am 18. Oktober 1941 wurde er in einer Sondermeldung und am 19. Oktober 1941 erneut im Wehrmachtsbericht namentlich genannt: "An der Durchführung dieser Operationen waren die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge, der Generalobersten Freiherr von Weichs und Strauß, sowie die Panzerarmeen der Generalobersten Guderian, Hoth, Hoepner und des Generals der Panzertruppen Reinhardt beteiligt." Am 19. Dezember 1941 wurde er Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte vor Moskau. Am 18. Januar 1943 wurde er mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 3. September 1943 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Unter dem Befehl des Generalfeldmarschalls von Kluge und des Generalobersten Model haben Truppen des Heeres, wirksam unterstützt durch die fliegenden Verbände der Luftwaffe und der Flakartillerie, die unter dem Befehl des Generalobersten Ritter von Greim standen, im Orelbogen in einer Materialschlacht größten Ausmaßes einer konzentrischen sowjetischen Großoffensive von elf Armeen standgehalten." Nach den Operationen im Sommer 1943 erhielt er am 29. Oktober 1943 die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen. Im Oktober 1943 wurde er bei einem Autounfall schwer verletzt und musste das Kommando über die Heeresgruppe Mitte abgeben. Nach seiner Genesung wurde er am 2. Juli 1944 zum Oberbefehlshaber "West" ernannt. Am 17. August 1944 wurde er von Hitler wegen des Verdachtes der Teilnahme am Putsch vom 20. Juli seines Postens enthoben. Auf der Fahrt zurück nach Deutschland beging er im Raum Metz mit einer Giftkapsel Selbstmord. Dadurch wollte er sich einem Schauprozess und der Hinrichtung entziehen. Er hinterließ einen Brief, in dem er Hitler seine Treue schwor und zu einem Frieden im Westen aufrief.



Ritterkreuz (30. September 1939) Eichenlaub (18. Januar 1943) Schwerter (29. Oktober 1943)

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21.08.2009 09:56
#10 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Wilhelm Leeb trat am 1. Dezember 1895 als Fahnenjunker in die Königlich Bayerische Armee ein. Der Offizierssohn kam dabei zum 4. Königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment "König". In diesem wurde er am 3. März 1897 zum Leutnant befördert. 1900 und 1901 wurde er in der China-Expedition gegen den Boxer-Aufstand eingesetzt. Danach besuchte er zwischen 1903 und 1906 die bayerische Kriegsakademie. Dort wurde er am 13. Mai 1905 zum Oberleutnant befördert. Im Herbst 1907 wurde er für zwei Jahre in den Bayerischen Generalstab kommandiert. Im Herbst 1909 wurde er dann für 2 Jahre in den Großen Generalstab nach Berlin kommandiert. Danach kam er dann wieder zum 4. Königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment "König" zurück. Am 7. März 1912 wurde er zum Hauptmann befördert. Kurz danach wurde er dann als Batteriechef im 10. Königlich Bayerisches Feldartillerie-Regiment eingesetzt. Anfang 1914 kam er dann wieder zum Bayerischen Generalstab. Im März 1914 wurde er zum I. Bayerischen Armeekorps versetzt. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde der Hauptmann i.G. Leeb noch immer im Generalstab des I. Bayerischen Armeekorps eingesetzt. Im März 1915 wurde er zum Ia der 11. bayerischen Infanterie-Division ernannt. Als solcher wurde er für die Leistungen bei der Durchbruchsschlacht von Gorlice - Tarnow der Königlich Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden verliehen, wodurch er in den persönlichen Adelsstand kam. Am 19. Mai 1916 wurde er zum Major i.G. befördert. Im Mai 1917 wurde er in den Generalstab der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht versetzt. Zu Ende des Krieges wurde Ritter von Leeb als Oberquartiermeister bei der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht eingesetzt. Im Krieg wurden ihm noch viele weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dort war er im Herbst 1920 beim Reichswehrministerium im Einsatz. Am 1. Oktober 1920 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Ab Sommer 1921 wurde er dann als Chef des Stabes bei der 2. Division der Reichswehr in Stettin eingesetzt. Im Herbst 1923 wurde er dann zum Chef des Stabes bei der 7. Division der Reichswehr in München ernannt. 1924 wurde er zum Kommandeur der II. Abteilung vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment ernannt. Am 1. Februar 1925 wurde er als solcher dann zum Oberst befördert. Am 1. Februar 1926 wurde Oberst Ritter von Leeb zum Kommandeur des 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment ernannt. Am 1. Februar 1928 wurde er zum Artillerieführer V in Stuttgart ernannt. Am 1. Februar 1929 wurde er zum Generalmajor befördert. Daraufhin wurde er gleichzeitig zum Artillerieführer VII in München ernannt. Am 1. Dezember 1929 wurde er zum Generalleutnant befördert. Er wurde am 1. Februar 1930 zum Kommandeur der 7. Division der Reichswehr ernannt. Damit war er dann auch der Befehlshaber im Wehrkreis VII. Am 1. Oktober 1933 gab er sein Kommando ab und wurde zum Oberbefehlshaber des Gruppenkommando 2 in Kassel ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1934 zum General der Artillerie befördert. Dieses Kommando behielt er dann bis 1938. Am 1. März 1938 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter eines Generaloberst und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Artillerie-Regiment 7 verliehen. Im gleichen Jahr verfasste er noch die Vorschrift für den Stellungsbau. Bereits im Sommer 1939 wurde er wieder zur Verfügung des Heeres gestellt. Im März 1939 marschierte er als Oberbefehlshaber der 12. Armee nach Böhmen ein. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde er zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe C im Westen ernannt. Am 1. November 1939 wurde er offiziell zum Generaloberst befördert. Beim Westfeldzug durchbrach er mit der Heeresgruppe C die Maginotlinie und schloss dabei die französische Heeresgruppe 2 ein. Dabei machte er über 700.000 Gefangene. Für diese Leistung wurde ihm am 24. Juni 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert. Danach führte er bei Beginn des Ostfeldzuges die Heeresgruppe Nord beim Angriff aus Nordrussland. Am 21. Oktober 1941 wurde er in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht namentlich genannt: "In schwerem, von den Fliegerverbänden der Generale der Flieger Freiherr von Richthofen und Förster unermüdlich unterstützen Ringen, haben die in der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Ritter von Leeb zusammengefaßten Verbände des Heeres und der Waffen-SS seit dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 6. August 1941 über 300.000 Gefangene eingebracht, 1.581 Panzerkampfwagen und 4.063 Geschütze erbeutet oder vernichtet." Weil er gegen die Belagerung von Leningrad war, bat er schriftlich um die Entbindung von seinem Kommando. Nachdem dieses zurückgeschickt wurde, erreichte er seine Absetzung in einem persönlichen Gespräch bei Adolf Hitler Mitte Januar 1942. Am 16. Januar 1942 wurde er offiziell von seinem Kommando entbunden. Er wurde nicht wieder im aktiven Dienst eingesetzt. 1944 wollte er in Bayern Landbesitz im Wert von 638.000 Reichsmark erwerben. Er erhielt das Land aber als Geschenk von Hitler. Am 2. Mai 1945 wurde durch die Alliierten in die Kriegsgefangenschaft genommen. Er wurde dann im so bezeichneten Prozess gegen das Oberkommando der Wehrmacht zu 3 Jahren Haft verurteilt. Diese waren durch die Kriegsgefangenschaft bereits verbüßt. So wurde er noch 1948 wieder freigelassen. Einer seiner Söhne ist im Osten gefallen, der älteste nach Rückkehr aus 5 1/2 Jahren russischer Kriegsgefangenschaft tödlich verunglückt. 1954 wurde er zum Großkanzler des Max-Joseph-Orden ernannt. Am 29. April 1956 ist er in Füssen gestorben. 4 Tage später wurde er in München beerdigt.

Ritterkreuz (24. Juni 1940)

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21.08.2009 09:57
#11 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Walther von Brauchitsch war der Sohn des Generals der Kavallerie Bernhard von Brauchitsch. So war sein militärischer Weg beinahe vorbestimmt. Nachdem er seine Kadettenausbildung auf der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde abgeschlossen hatte, trat er anschließend 1900 als Einjährig-Freiwilliger Leutnant in das Charlottenburger Königin Elisabeth-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3 ein. Im Herbst 1901 wurde er dann zum Garde-Feld-Artillerie-Regiment Nr. 3 kommandiert. Mitte Mai 1901 wurde er dann auch zum Garde-Feld-Artillerie-Regiment Nr. 3 versetzt. Im Februar 1906 wurde er für etwa drei Jahre als Abteilungsadjutant im gleichen Regiment ernannt. Im Frühjahr 1909 wurde er zum Regimentsadjutanten vom Garde-Feld-Artillerie-Regiment Nr. 3 ernannt, was er bis 1912 blieb. Am 18. Oktober 1909 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 22. März 1912 wurde er in den Großen Generalstab kommandiert. Dort erfolgte am 18. Dezember 1913 seine Ernennung zum Hauptmann. Als solcher wurde er am 22. März 1914 auch in den Großen Generalstab versetzt. Im Ersten Weltkrieg war von Brauchitsch in verschiedenen Einheiten als Generalstabsoffizier tätig. Anfangs kam er zum XVI. Armeekorps. Im Herbst 1915 wurde er dann zum Stab der 34. Infanteriedivision versetzt. Ab dem Sommer 1917 wurde er dann bei der 11. Infanteriedivision eingesetzt. Mitte Februar 1918 wurde er dann zum Generalstab der 1. Garde-Reserve-Division versetzt. Dort wurde er am 15. Juli 1918 zum Major befördert. Als solcher wurde er dann Anfang August 1918 zum Generalstab vom Garde-Reserve-Korps versetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern und beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Brauchitsch wurde dann nach dem Krieg als Major in die Reichsheer übernommen. Dort wurde zunächst als Generalstabsoffizier beim Wehrkreiskommando II in Stettin eingesetzt. Zu diesem gehörte er auch noch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum Stab vom Artillerieführer II nach Stettin. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann als Batteriechef in das 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment versetzt. Am 1. November 1922 wurde er dann in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann fast drei Jahre in der Heeresausbildungs-Abteilung (T 4) eingesetzt. Am 1. April 1925 wird von Brauchitsch dort zum Oberstleutnant befördert, wobei das Patent auf den 1. Juni 1923 datiert wurde. Am 1. Oktober 1925 wurde er dann in das 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment versetzt. Am 1. Dezember 1925 wurde er zum Kommandeur der II. Abteilung vom 6. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Minden ernannt. Mit dem 1. November 1927 erfolgt seine Ernennung zum Chef des Stabes im Wehrkreis VI in Münster, verbunden mit der Stellung als Chef des Stabes der 6. Division der Reichswehr. Am 1. April 1928 wurde von Brauchitsch als solcher zum Oberst befördert. Im Januar 1930 wurde er abgelöst. Er wurde dafür erneut in das RWM versetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1930 zum Leiter der Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) im Truppenamt ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1931 zum Generalmajor befördert. Am 1. März 1932 wurde von Brauchitsch für knapp ein Jahr zum Inspekteur der Artillerie (In 4) im RWM ernannt. Am 1. Februar 1933 wurde von Brauchitsch zum Kommandeur der 1. Division der Reichswehr in Königsberg und in Personalunion auch zum Befehlshaber im Wehrkreis I ernannt. Am 1. Oktober 1933 erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Befehlshaber im Wehrkreis I ernannt. Bei der Enttarnung des Stabes wurde er im Frühjahr 1935 zum Kommandierenden General vom Generalkommando I. Armeekorps in Königsberg ernannt. Am 20. April 1936 wurde er als solcher zum General der Artillerie befördert. Am 1. April 1937 wurde von Brauchitsch zum Oberbefehlshaber des neu gebildeten Gruppenkommando 4 in Leipzig ernannt. Im Zuge der Blomberg-Fritsch-Affäre wurde von Brauchitsch am 4. Februar 1938 Nachfolger von Generaloberst von Fritsch als Oberbefehlshaber des Heeres und gleichzeitig zum Generaloberst ernannt. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges leitet er die militärischen Operationen des Heeres im Polenfeldzug. Am 30. September 1939 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am gleichen tag wurden ihm auch beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Im Frühjahr 1940 leitete er auch die Operationen im Westfeldzug gegen Frankreich. Nach dem Sieg über Frankreich wurde von Brauchitsch am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarschall befördert. Auch im Balkanfeldzug und beim Angriff auf die Sowjetunion steht Brauchitsch als Oberbefehlshaber an der Spitze des Heeres. Am 28. April 1941 unterzeichnete er das durch Generalmajor Wagner und Reinhard Heydrich ausgearbeitete Abkommen zur Koordination der Einsatzgruppen. Da er mit Hitlers strategischen und politischen Entscheidungen zunehmend nicht einverstanden ist, sich aber auch nicht dem Widerstand anschließen wollte, bittet er gegen Ende des Jahres 1941 mehrfach vergeblich um seinen Abschied. Gesundheitlich angeschlagen nach weiteren schweren Auseinandersetzungen mit Hitler über den weiteren Verlauf der Operationen in der Sowjetunion wird Brauchitsch schließlich am 19. Dezember 1941 als Oberbefehlshaber des Heeres entlassen. Hitler macht sich anschließend selbst zu seinem Nachfolger. Von Brauchitsch wurde bis zum Kriegsende nicht wieder mit einem Kommando betraut. Von 1942 bis 1945 lebte er auf dem Jagdschlösschen Tri Trubky auf dem Truppenübungsplatz Brdy. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde er dann von den Siegermächten eingesperrt. Von Brauchitsch wird bei den Kriegsverbrecherprozessen in Nürnberg als Zeuge vernommen und stirbt am 18. Oktober 1948 vor der Eröffnung eines Prozesses gegen ihn in Hamburg in britischer Militärhaft.



Ritterkreuz (30. September 1939)

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21.08.2009 09:58
#12 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Erwin von Witzleben trat als Offizierssohn nach seiner Ausbildung im Kadettenkorps auf der Haupt-Kadettenanstalt in Groß-Lichterfelde am 22. März 1901 als Leutnant in die kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 2. Westpreußisches Grenadier-Regiment "König Wilhelm I" Nr. 7. Das Patent wurde dabei auf den 22. Juni 1901 datiert. Am 9. März 1903 wurde er in diesem Regiment zum Leutnant befördert. Noch vor dem 1. Weltkrieg wurde er 1910 zum Oberleutnant befördert. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde er dann zum Adjutant der 19. Reserve-Infanterie-Brigade ernannt. Im Oktober 1914 wurde er dann zum Hauptmann befördert und danach zum Kompaniechef vom Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 6 ernannt. Bei diesem Regiment blieb er dann für die längste Zeit des Krieges an der Westfront im Einsatz. 1917 wurde er schwer verwundet. Nach seiner Genesung wechselte er dann 1918 in den Generalstab. Bei Kriegsende war er als Ia bei der 108. Infanterie-Division im Westen im Einsatz. Im 1. Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze, sowie andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er dann zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 12. Im 100.000 Mann-Heer der Reichswehr wurde er dann zuerst als Kompaniechef im 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment eingesetzt. Später wurde er in den Stab der 4. Division der Reichswehr versetzt. Am 1. April 1923 wurde er dort zum Major befördert. 1926 wurde er dann in den Stab des Infanterieführer III versetzt. 1928 wurde er zum Kommandeur des II. Bataillons vom 6. Infanterie-Regiment ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1929 zum Oberstleutnant befördert. Anfang 1930 wurde er dann zum Chef des Stabes der 6. Division der Reichswehr ernannt. Am 1. April 1931 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1931 wurde er zum Kommandeur des 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Oktober 1933 wurde er dann zum Infanterieführer VI ernannt. Am 1. Februar 1934 übernahm er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor als Kommandeur die 3. Division der Reichswehr. Damit wurde er auch zum Befehlshaber im Wehrkreis III. Nach der "Nacht der langen Messer (30. Juni 1934)" bezog er offene Position gegen die Ermordung der beiden Reichswehrgeneräle von Schleicher und von Bredow. Am 1. Dezember 1934 wurde er zum Generalleutnant befördert. Durch die Erweiterung der Reichswehr wurde er damit dann zum Kommandierenden General des III. Armeekorps ernannt. Am 1. Oktober 1936 wurde er zum General der Infanterie befördert. Das Patent wurde auf den 1. März 1936 datiert. Bereits 1938 gehörte er zu einem Verschwörerkreis gegen Adolf Hitler und dessen Pläne das Sudetenland militärisch zu besetzen. Durch das Münchener Abkommen wurde dieser Gruppe jedoch die Grundlage entzogen. Im November 1938 wurde er dann zum Oberbefehlshaber des Heeresgruppen-Kommando 2 in Frankfurt am Main ernannt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg übernahm von Witzleben dann als Oberbefehlshaber die neue 1. Armee im Westen. In dieser Position wurde er am 1. November 1939 zum Generaloberst befördert. Diese Armee führte er dann auch im Westfeldzug. Es gelang ihm dabei die Maginot-Linie zu durchbrechen. Ihm wurden beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Für die Leistungen seiner 1. Armee wurde von Witzleben am 24. Juni 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Nach dem Westfeldzug wurde er am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarschall befördert. Ende Oktober 1940 gab er sein Kommando ab und übernahm dafür als Oberbefehlshaber die Heeresgruppe D. Im April 1941 wurde er dadurch gleichzeitig auch noch zum Oberbefehlshaber West ernannt. Mitte März 1942 musste er sein Kommando aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Er wurde dann aus der Wehrmacht verabschiedet. Er hielt jedoch weiterhin Kontakt zum militärischen Widerstand. Als ranghöchstes Mitglied sollte er bei Gelingen des Attentats der Oberbefehlshaber der Wehrmacht werden. Am Vormittag des 20. Juli 1944 befand er sich im Bendlerblock und erließ erste Befehle für die Befehlshaber an der Front. Nachdem klar wurde, das Hitler den Anschlag überlebt hatte, verließ er Berlin wieder. Am 21. Juli 1944 wurde er verhaftet. Danach wurde er am 4. August 1944 vom Ehrenhof aus der Wehrmacht ausgestoßen. Er kam dann vor dem Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Freisler. Am 8. August 1944 wurde er zum Tode verurteilt. Auf ausdrücklichen Befehl Hitlers wurde er noch am gleichen Tag in der Haftstätte Berlin-Plötzensee erhängt.



Ritterkreuz (24. Juni 1940)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:00
#13 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Walther von Reichenau trat am 14. März 1903 als Fahnenjunker in die Armee ein. Er kam dabei zum 1. Garde-Feldartillerie-Regiment. Am 18. August 1904 wurde er in diesem Regiment zum Leutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 19. August 1903 festgelegt. Er besuchte 1904 auch die Kriegsschule. Am 18. August 1912 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Ersten Weltkrieg war er anfangs als Batterieführer noch beim 1. Garde-Feldartillerie-Regiment im Einsatz. Am 28. November 1914 wurde er zum Hauptmann befördert. 1915 wurde er dann in den Generalstab des Feldheeres versetzt. Ende 1915 wurde er dabei als Ib bei der 47. Reserve-Division eingesetzt. Im Krieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen auch mit weiteren Orden ausgezeichnet. Nach Ende des 1. Weltkrieges wurde er noch im Grenzschutz Ost eingesetzt. Später wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er anfangs im Generalstab vom Wehrkreiskommando VI eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann beim Stab vom Artillerieführer VI eingesetzt. 1924 wurde er dann im Generalstab der 3. Division der Reichswehr eingesetzt. Dort wurde er 1924 auch zum Major befördert, wobei das Randienstalter auf den 1. Juli 1923 festgesetzt wurde. 1927 war er dann im Stab des Gruppenkommando 1 im Einsatz. 1928 übernahm er als Kommandeur die 5. Nachrichten-Abteilung. Als solcher wurde er am 1. April 1929 zum Oberstleutnant befördert. 1930 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er als Chef des Stabes bei der Inspektion der Nachrichtentruppen (In 7) eingesetzt. 1931 wurde er dann zum Chef des Stabes der 1. Division der Reichswehr ernannt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1932 zum Oberst befördert. Am 1. Februar 1934 wurde er zum Generalmajor befördert. Er wurde jetzt wegen seiner Nähe zur NSDAP im Reichswehrministerium eingesetzt. Dort wurde er zum Chef des Ministeramts ernannt. Im Juni 1934 unterstützte Reichenau die Aktionen der SS gegen die SA. Am 1. Juli 1935 wurde er dann zum Chef vom Wehrmachtsamt ernannt. Am 1. Oktober 1935 wurde er zum Generalleutnant befördert. Bei der Enttarnung der erweiterten Verbände der Wehrmacht, wurde er am gleichen Tag zum Kommandierenden General des VII. Armeekorps ernannt. Als solcher wurde er dann am 1. Oktober 1936 zum General der Artillerie befördert. 1936 befand er sich auch auf einer Auslandsreise in China. Am 1. März 1938 übernahm er im Zusammenhang mit der Blomberg-Fritsch-Affäre als Oberbefehlshaber das Gruppenkommando 4 in Leipzig. In dieser Stellung nahm er an der Besetzung des Sudetenlandes und der Tschechoslowakei teil. Reichenau kann als erster politischer General der Wehrmacht bezeichnet werden. Von 1938 bis 1942 war Reichenau auch Mitglied des IOC. Bei der Mobilmachung wurde er zum Oberbefehlshaber über die 10. Armee ernannt. Diese Armee führte er dann zu Beginn des 2. Weltkrieges in den Polenfeldzug. Dort wurden ihm zuerst beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Für die Leistungen der Armee im Polenfeldzug wurde ihm am 30. September 1939 persönlich durch Adolf Hitler das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 1. Oktober 1939 wurde er zum Generaloberst befördert. Nach dem Polenfeldzug wurde seine Armee bei der Überführung in den Westen zur 6. Armee umbenannt. Er blieb weiter deren Oberbefehlshaber. Dann führte er die Armee in den Westfeldzug. Nach dem Westfeldzug wurde von Reichenau zum Generalfeldmarschall befördert. Auch bei Beginn des Ostfeldzuges im Sommer 1941 führte er seine Armee beim Angriff auf Südrussland. Am 21. September 1941 wurde er erneut namentlich in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht genannt: "Im Verlauf der ostwärts Kiew im Gang befindlichen Umfassungsschlacht haben die Armee des Generalfeldmarschalls von Reichenau und die Panzerarmeen der Generalobersten von Kleist und und Guderian starke Teile des umzingelten Feindes vernichtet und jetzt schon 150000 Gefangene eingebracht, sowie 151 Panzerkampfwagen, 602 Geschütze und unübersehbares Kriegsmaterial erbeutet." Als besonders bezeichnend für die Art Reichenaus gilt der sogenannte Reichenau-Erlass vom 10. Oktober 1941 über das Verhalten der Truppe im Ostraum. Am 1. Dezember 1941 wurde er dann zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd ernannt. Am 15. Januar 1942 erlitt Reichenau einen Schlaganfall. Daraufhin sollte er zur Behandlung in das Reich gebracht werden. Am 17. Januar 1942 wurde er dann mit dem Flugzeug von Poltawa nach Leipzig gebracht, um dort behandelt zu werden. Bei der Zwischenlandung in Lemberg wurde Reichenau anscheinend schwer verletzt. Während des Weiterfluges ist er an einem Herzinfarkt gestorben. Er wurde mit einem Staatsbegräbnis im Beisein von Reichsmarschall Göring und Generalfeldmarschall Rundstedt auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beigesetzt.



Ritterkreuz (30. September 1939)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:01
#14 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Erich von Lewinski/Manstein war das zehnte Kind des späteren General der Artillerie Eduard von Lewinski und seiner Frau Helene. Schon bei der Taufe wurde er seinem Onkel, dem Major und späteren General Georg von Manstein und seiner Frau Hedwig übergeben, deren Ehe selbst kinderlos geblieben war. Seine Adoptivmutter war die jüngere Schwester seiner Mutter. Nach seiner Ausbildung im preußischen Kadetten-Korps trat von Manstein am 6. März 1906 als Fähnrich in die kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 3. Garde-Regiment zu Fuß. In diesem Regiment wurde er am 27. Januar 1907 zum Leutnant befördert, wobei das Patent auf den 14. Juni 1905 datiert wurde. Am 19. Juni 1912 wurde er als Bataillonsadjutant im 3. Garde-Regiment zu Fuß zum Oberleutnant befördert. Diesem Regiment gehörte er bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges an. Dann kam er als Adjutant zum 2. Garde-Reserve-Regiment. Mitte November 1914 wurde er an der Ostfront schwer verwundet. 1915 kehrte er wieder in den Dienst zurück. Am 24. Juli 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Im weiteren Verlauf des Ersten Weltkrieges wurde er an der Ost- wie auch an der Westfront in verschiedenen Stäben eingesetzt. Ihm wurden das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern, sowie beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er in das Reichsheer übernommen. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres kam er zum Generalstab des Gruppenkommando 2 nach Kassel. Im Herbst 1921 wurde er dann bei einem Bataillonsstab im 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment eingesetzt. Ab dem 1. Oktober 1923 gehörte er zum Generalstab der 2. Division der Reichswehr. Von 1925 bis 1927 gehörte er zum Generalstab der 4. Division der Reichswehr. Dort war er für die Führergehilfenausbildung zuständig. Er wurde dann im Herbst 1927 zum Stab des Infanterieführer IV versetzt. Als solcher wurde er noch 1927 zum Major befördert, wobei das Rangdienstalter auf den 1. Februar 1927 festgelegt wurde. Zumindest bis Sommer 1929 gehörte er diesem Stab auch an. Ab dem 1. September 1929 war er dann im Reichswehrministerium im Einsatz. Dort war er als Gruppenleiter in der Heeresabteilung (T 1) beim Truppenamt (TA) tätig. Dort wurde er am 1. April 1931 zum Oberstleutnant befördert. Auch bei seiner Beförderung zum Oberst am 1. Dezember 1933 war er noch im Reichswehrministerium im Einsatz. Am 1. Februar 1934 wurde er zum Chef des Stabes der 3. Division der Reichswehr ernannt. Am 1. Juli 1935 wurde er zum Leiter der Operations-Abteilung im Generalstab des Heeres ernannt. Unter gleichzeitiger Ernennung zum Generalmajor wurde er am 1. Oktober 1936 zum Oberquartiermeister I ernannt. Damit wurde er der Vertreter des Generalstabschefs, General Ludwig Beck. Im Zuge der Personaländerungen nach der Blomberg-Fritsch-Krise erhielt Erich von Manstein am 1. April 1938 das Kommando über die 18. Infanterie-Division in Schlesien. Als Divisionskommandeur wurde er ein Jahr später zum Generalleutnant befördert. Unmittelbar vor Kriegsausbruch wurde er bei der Mobilmachung zum Generalstabschef der 12. Armee ernannt. Durch deren Umbenennung wurde er dann bereits am 2. September 1939 zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Süd ernannt. Nach dem Ende des Polenfeldzuges entwarf von Manstein den Plan zur Eroberung Frankreichs, den "Sichelschnitt"-Plan. Bei diesem Plan sollten massierte Panzerverbände durch die Ardennen über die Maas bis an den Kanal vorstoßen und so die alliierten Armeen einkesseln. Durch Umbenennung seines Stabes war er am 26. Oktober 1939 zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe A geworden. Ende Januar 1940 wurde von Manstein zum Kommandierenden General des neuen XXXVIII Armeekorps ernannt. Mit diesem erreichte er im Frankreichfeldzug große militärische Leistungen. Dabei überschritt er mit seinem XXXVIII Armeekorps am 10. Juni 1940 als erster die Seine. Für diese Leistungen wurde er am 19. Juli 1940 zum General der Infanterie befördert und ihm wurde das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Nachdem von Manstein bei einer Landung der Wehrmacht auf der englischen Insel das Kommando über die gelandeten Truppen hätte übernehmen sollen, erhielt er im Februar 1941 das Kommando über das neue LVI. Armeekorps (mot.) in Ostpreußen. Mit diesem operierte er dann ab Juni 1941 beim Ostfeldzug gegen Russland sehr erfolgreich. In vier Tagen legten seine Truppen 320 Kilometer zurück und erreichten die Westliche Dwina. Seinem Korps gelang auch die Eroberung von Dünaburg. Von Manstein lehnte den Kommissarbefehl ab. Ende Juli 1941 näherte sich von Mansteins Korps Leningrad. Am 12. September 1941 übernahm von Manstein den Oberbefehl über die 11. Armee im Südabschnitt der Ostfront. Er löste den gefallenen Generaloberst Ritter von Schobert ab. Am 11. (Sondermeldung) und 12. Oktober 1941 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Im Zusammenwirken mit der Luftflotte des Generaloberst Löhr hat die Armee des Generals der Infanterie von Manstein, die rumänische Armee des Korpsgenerals Dumitrescu und die Panzerarmee des Generaloberst von Kleist die Masse der 9. und 18. sowjetischen Armee geschlagen und vernichtet." Am 31. Oktober 1941 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Von deutschen und rumänischen Truppen scharf verfolgt, ist der Feind auf der Krim in voller Flucht. Damit haben die langen und schweren Durchbruchskämpfe ihre Krönung gefunden, mit denen die Infanteriedivisionen der Armee des Generals der Infanterie von Manstein im Verein mit dem Fliegerkorps des Generalleutnants Pflugbeil die schmalen Landengen bezwungen haben, die zur Halbinsel führen." Am 7. März 1942 wurde er zum Generaloberst befördert. Am 19. Mai 1942 (Sondermeldung) und 20. Mai 1942 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Auf der Krim haben deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des Generalobersten von Manstein, unterstützt von starken Luftwaffenverbänden unter Führung der Generalobersten Löhr und Freiherr von Richthofen, in der Verfolgung des geschlagenen Feindes die Meerenge von Kertsch in ganzer Breite erreicht und die letzten stark befestigten Brückenköpfe beiderseits der Stadt nach erbittertem Widerstand genommen.". In der Folge gelang es von Manstein die Halbinsel Krim mit der Festung Sewastopol zu erobern. Dafür wurde er am 1. Juli 1942 zum Generalfeldmarschall ernannt. Am 2. Juli 1942 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche und rumänische Truppen unter Führung des Generalfeldmarschalls von Manstein, hervorragend unterstützt von den bewährten Nahkampffliegerkorps des Generalobersten Freiherrn von Richthofen, nach fünfundzwanzigtägigem erbitterten Ringen am Mittag des 1. Juli 1942 die bisher stärkste Land- und Seefestung Sewastopol, bezwungen." Im Oktober 1942 ist sein ältester Sohn an der Ostfront gefallen. Im November 1942 erhielt er das Kommando über die Heeresgruppe Don. Zwar mißglückte auch ihm die Befreiung der bei Stalingrad eingeschlossenen 6. Armee, aber es gelang ihm, aus den zurückflutenden deutschen Truppen wieder eine Front aufzubauen. Nachdem es von Manstein bis März 1943 gelungen war, die Rote Armee bis zum Donez zurückzuschlagen und Charkow wieder einzunehmen, konnte von Manstein Hitler von der flexiblen Verteidigung des Südabschnittes nur halbherzig überzeugen. Für die Stabilisierung des Südabschnittes der Ost-Front erhielt er am 14. März 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Am 20. März 1943 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Die unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls von Manstein stehenden Truppen des Heeres und der Waffen-SS haben in hervorragendem Zusammenwirken mit Verbänden der Luftwaffe unter dem Oberbefehls des Generalfeldmarschall von Richthofen im Verlaufe der deutschen Gegenoffensive zwischen Donez und Dnjepr, die zur Wiedereroberung der Städte Charkow und Bjelgorod führte, dem Feind schwerste Verluste an Menschen und Material zugefügt." Nach der verlorenen Schlacht um Kursk wurden von Mansteins Truppen über den Dnjepr bis zur polnischen Grenze zurückgedrängt. Am 4. August 1943 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "In der Schlacht am Mius haben Infanterie- und Panzerverbände des Heeres und der Waffen-SS unter Führung des Generalfeldmarschalls von Manstein und des Generals der Infanterie Hollidt mit vorbildlicher Unterstützung der von General der Flieger Deßloch geführten Luftwaffenverbände wiederholt Durchbruchsversuche starker feindlicher Kräfte vereitelt und im schwungvollen Gegenangriff den nördlich Kuibyschewo eingebrochenen Feind geschlagen." Nach heftigen Auseinandersetzungen mit Hitler über einen weiteren Rückzug verlor dieser die Geduld und weigerte sich fortan, auf von Mansteins Ratschläge zu hören. Als von Manstein am 25. März 1944 erneut die Genehmigung zum Rückzug erbat, wurde er im April 1944 als Befehlshaber der Heeresgruppe Süd abgesetzt und nicht mehr verwendet. Zum Abschied erhielt er am 30. März 1944 von Hitler die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub. Erich von Manstein zog sich auf sein Gut zurück, wo er bis Kriegsende blieb.

Erich von Manstein wurde von britischen Truppen gefangen genommen und in Hamburg vor ein Militär-Gericht gestellt. Er wurde für schuldig befunden, nicht auf den Schutz der Zivilbevölkerung bedacht gewesen zu sein. In einem Tagesbefehl vom 20. November 1941 hatte er geschrieben:" Das Judentum bildet den Mittelsmann zwischen dem Feind im Rücken und den noch kämpfenden Resten der Roten Wehrmacht und der Roten Führung." Am 19. Dezember 1949 wurde er zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, die später auf zwölf Jahre herabgesetzt wurden. Auf Grund eines ärztlichen Gutachtens wurde er im Mai 1953 entlassen. Später betätigte er sich als Berater der deutschen Bundesregierung beim Aufbau der Bundeswehr.



Ritterkreuz (19. Juli 1940) Eichenlaub (14. März 1943) Schwerter (30. März 1944)

Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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21.08.2009 10:03
#15 RE: Die Generalfeldmarschälle der Wehrmacht antworten

Ewald von Kleist trat 1900 in das Königlich Preußische Feldartillerie-Regiment "Generalfeldzeugmeister" Nr. 3 ein. Am 10. August 1901 wurde er zum Leutnant befördert und 1904 Abteilungsadjutant. Anfang 1910 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant und im Oktober 1910 die Kommandierung auf die Kriegsakademie in Berlin. 1911 wurde er dann in das 2. Kurhessisches Husaren-Regiment „Landgraf Friedrich III. von Hessen-Homburg“ Nr. 14 versetzt und am 22. März 1914 zum Rittmeister befördert. Am 20. Mai 1914 kam er in den Stab des 1. Leibhusaren-Regiments Nr. 1 in Danzig. Zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde er zum Chef der Ersatz-Eskadron des Husaren-Regiment Nr. 1 ernannt. Ab 1915 erlebte er den Ersten Weltkrieg in diversen Stabsstellungen, u.a. als Ia des Generalkommandos des VII. Korps und 1917 als Ia der Gardekavalleriedivision. Nach dem Ende des Krieges und einer Übergangszeit in einem Freikorps wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er anfangs beim Stab der Reichswehr-Brigade 7 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr war er dann beim Stab des Infanterie-Führer VI im Einsatz. Am 1. Februar 1922 wurde er zum Major befördert. Anschließend wurde er im April 1922 zum Chef einer Eskadron vom 13. Reiter-Regiment ernannt. Im Oktober 1923 wurde er dann als Taktiklehrer an die Kavallerieschule versetzt. Dort wurde er am 1. Dezember 1926 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1928 wurde er zum Chef des Stabes der 2. Kavallerie-Division ernannt. Anschließend wurde er am 1. Juli 1929 zum Chef des Stabes der 3. Division der Reichswehr ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1929 zum Oberst befördert. Seine Position behielt er bis zum 31. Januar 1931. Am 1. Februar 1931 wurde er dann zum Kommandeur vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 1. Januar 1932 wurde er zum Kommandeur der 2. Kavallerie-Division ernannt. Am 1. Oktober 1932 wurde er als solcher zum Generalmajor befördert. Auch bei seiner Beförderung zum Generalleutnant am 1. Dezember 1933 war er noch immer Kommandeur der 2. Kavallerie-Division. Am 1. Oktober 1934 wurde er zum Kommandeur der neuen Befehlsstelle Breslau. Diese Dienststelle wurde bei der Erweiterung der Reichswehr gebildet. Bei der Enttarnung wurde die Dienststelle dann zum VIII. Armeekorps umbenannt. Damit wurde von Kleist zum Befehlshaber im Wehrkreis VIII. Am 1. August 1936 wurde er dann zum General der Kavallerie befördert. Im Zusammenhang mit der Fritsch-Affäre wurde er am 18. Februar 1938 aus der Armee verabschiedet.

Bei der Mobilmachung wurde von Kleist bereits wieder reaktiviert. Er wurde dabei zum Kommandierenden General des XXII. Armeekorps ernannt. Dieses führte er dann zuerst im Polenfeldzug. Im Frankreichfeldzug führte er die Panzergruppe von Kleist, mit der er zur Abschnürung des britischen Expeditionskorps beitrug. Am 15. Mai 1940 wurde ihm dafür das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Nach dem Ende des Westfeldzuges wurde er am 19. Juli 1940 zum Generaloberst befördert. Am 1. November 1940 wurde er dann zum Oberbefehlshaber der Panzergruppe 1 ernannt. Im April 1941 nahm er mit seiner Panzergruppe am Balkanfeldzug teil. Am 10. April 1941 wurde er erstmals namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Panzerverbände und Infanteriedivisionen des Generaloberst von Kleist stießen nach Besetzung des Eisenbahn- und Straßenknotenpunktes Nisch dem weichenden Feind nach." Am 13. April 1941 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, besetzten deutsche Truppen unter Führung des Generalobersten von Kleist am frühen Morgen des 13. April die serbische Hauptstadt und Festung Belgrad von Süden her, nachdem am 12. April nachmittags eine kleine Abteilung der SS-Division "Reich" unter Führung des Hauptsturmführers Klingenberg von Norden her über die Donau in die Stadt eingedrungen war und die deutsche Flagge auf der deutschen Gesandschaft gehißt hatte." Ab Juni 1941 führte er seine gepanzerten Verbände im Ostfeldzug. Am 26. August 1941 wurde er in einer Sondermeldung und am 27. August 1941 erneut im Wehrmachtsbericht namentlich genannt: "Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Verbände der Panzerarmee des Generalobersten von Kleist am 25. August nach schweren Kampf den Brückenkopf von Dnjepropetrowsk und die Stadt selbst im Sturm genommen." Am 21. September 1941 wurde er erneut namentlich in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht genannt: "Im Verlauf der ostwärts Kiew im Gang befindlichen Umfassungsschlacht haben die Armee des Generalfeldmarschalls von Reichenau und die Panzerarmeen der Generalobersten von Kleist und und Guderian starke Teile des umzingelten Feindes vernichtet und jetzt schon 150000 Gefangene eingebracht, sowie 151 Panzerkampfwagen, 602 Geschütze und unübersehbares Kriegsmaterial erbeutet." Am 5. Oktober 1941 wurde die Panzergruppe zur 1. Panzerarmee umgewandelt. Am 11. Oktober 1941 wurde er in einer Sondermeldung und am 12. Oktober 1941 erneut im Wehrmachtsbericht namentlich genannt: "Im Zusammenwirken mit der Luftflotte des Generalobersten Löhr hat die Armee des Generals der Infanterie von Manstein, die rumänische Armee des Korpsgenerals Dumitrescu und die Panzerarmee des Generaloberst von Kleist die Masse der 9. und 18. sowjetischen Armee geschlagen und vernichtet." Am 22. November 1941 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Schnelle Truppen des Heeres und Verbände der Waffen-SS unter dem Oberbefehl des Generaloberst von Kleist nach heftigen Kämpfen die Stadt Rostow am Unterlauf des Don genommen." Für die Leistungen seiner Armee beim Vorstoß im Südabschnitt der Ostfront wurde ihm am 17. Februar 1942 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 30. Mai 1942 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Im Frontabschnitt des Generalfeldmarschalls von Bock haben die Armeen des Generalobersten von Kleist und des Generals der Panzertruppen Paulus die Abwehr schwerster feindlicher Großangriffe in einen stolzen Vernichtungssieg verwandelt." Am 10. September 1942 wurde er dann Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A ernannt. Mit dieser stieß er dann in den Kaukasus vor. Für die Rückführung seiner Truppen nach der Tragödie bei Stalingrad und für die sich anschließenden Verteidigungskämpfe wurde von Kleist am 1. Februar 1943 zum Generalfeldmarschall befördert. Vom 9. März 1943 bis zum 31. März 1944 war er Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Südukraine, die er bei den Abwehrkämpfen am Donez, Dnjepr und Dnjestr führte. Am 19. August 1943 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "In der am 16. Juli begonnenen 5. Abwehrschlacht am Kubanbrückenkopf haben die unter Führung des Generalfeldmarschalls von Kleist und des Generals der Pioniere Jänicke stehenden deutschen und rumänischen Truppen bis zum 12. August andauernde Durchbruchsversuche von 17 Schützendivisionen, 2 Panzerbrigaden und 3 Panzerregimentern der Sowjets in harten Kämpfen abgeschlagen und dem Feind sehr hohe blutige Verluste zugefügt." Am 9. Oktober 1943 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls von Kleist und unter der Führung des Generals der Pioniere Jaenecke haben dort unter schwierigsten Kampfverhältnissen in den letzten Monaten alle feindlichen Großangriffe blutig abgeschlagen." Für seine Führungsleistungen wurde er am 30. März 1944 mit den Schwertern zum Ritterkreuz mit Eichenlaub ausgezeichnet. Am gleichen Tag wurde er, nach Meinungsverschiedenheiten mit Adolf Hitler, in die Führerreserve versetzt. Am 20. Juli 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet, später aber wieder frei gelassen. Bei Kriegsende wurde er von den Amerikanern gefangen genommen und 1946 an Jugoslawien ausgeliefert. In Jugoslawien wurde er wegen Kriegsverbrechen zu 15 Jahren Haft verurteilt, aber 1948 an Russland übergeben, wo er wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Während dieser Haft ist er am 16. Oktober 1954 im Gefängnis von Wladimir, 300 Kilometer östlich von Moskau, verstorben.



Ritterkreuz (15. Mai 1940) Eichenlaub (17. Februar 1943) Schwerter (30. März 1944)Quelle, Lexikon der Wehrmacht.

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