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Dieses Thema hat 6 Antworten
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C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.788

13.10.2009 19:17
RE: Raubzug Ost - Wie die Treuhand die DDR plünderte antworten

Klaus Huhn

Nach 1990 fiel die DDR unter die Piraten. Sie enterten das Land mit einem von Horst Köhler unterschriebenen Freibrief, segelten unter der Flagge der Treuhand und machten sich an die Zerschlagung der Industrie, die Privatisierung des Volkseigentums, die Abwicklung von Forschungseinrichtungen... Sie handelten im Auftrag allerhöchster Instanzen und wussten, dass ihre Raubüberfälle legalisiert waren. Im "Gedenkjahr" 2009 wird überall an die "marode" DDR erinnert, aber keiner erwähnt die Marodeure. DDR-Kaligruben wurden geschlossen, um mehr westdeutsches Kali verkaufen zu können, die Hersteller eines umweltfreundlichen Kühlschranks in die Insolvenz getrieben, die Interflug ruiniert, Betriebe mit Millionenwert für eine Mark verhökert.

Klaus Huhn will mit seiner Bilanz dieser weltweit beispiellosen "Abwicklung" ebenfalls gedenken. Nämlich der Millionen Ostdeutscher, die in harter Arbeit die jetzt abgerissenen Betriebe einst errichteten und ein Recht darauf haben, dass ihr Lebenswerk nicht in Vergessenheit gerät.

Edition Ost

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Gruß Alex

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Ein Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

Raginher Offline



Beiträge: 145

23.10.2011 00:06
#2 RE: Raubzug Ost - Wie die Treuhand die DDR plünderte antworten

das war aber schon vor mindestens 20 Jahren sichtbar, und die DDR-Emissäre haben sich damals von den BRD-Emissären einfach über den Tisch ziehen lassen. Und damit war die rücksichstloseste Abwicklung vorprogrammiert. Und wenn ich an so einiges NVA-Material denke, dann hätte die BW das durchaus übernehmen können, ohne etwas Neues, teures aus dem Westen einführen zu müssen.

[ Editiert von Raginher am 23.10.11 0:06 ]

StWm Offline



Beiträge: 93

10.12.2011 21:29
#3 RE: Raubzug Ost - Wie die Treuhand die DDR plünderte antworten

Es sieht fast so aus, als ob die Krise und der Ruin Deutschlands der politische Preis des Westens für die deutsche Einheit waren.

[ Editiert von StWm am 10.12.11 21:30 ]

Raginher Offline



Beiträge: 145

16.12.2011 20:38
#4 RE: Raubzug Ost - Wie die Treuhand die DDR plünderte antworten

welche Krise? Preis der Einheit ist der Ruin Deutschlands? Das erscheint mir etwas weit hergeholt. Kohl meinte das mit 30 000 000 000 DM erledigen zu können. Bereits 1978 hatte Wehner eine mögliche Wiedervereinigung geldlich ausrechnen lassen. Da waren damals so 700 bis 800 Milliarden auf dem Tisch.
Und Piraten im Marsch nach Osten?, die gab es bereits dort. Und die haben sich auch besten bedient.

[ Editiert von Raginher am 16.12.11 20:41 ]

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

30.03.2012 11:51
#5 RE: Raubzug Ost - Wie die Treuhand die DDR plünderte antworten

Beim "Raubzug Ost" gab und gibt es genügend "willige Helfer" aus dem Osten. Nicht wenige SED-Funktionäre vertauschten ihr Parteiabzeichen mit einem Anstecker von BMW, BASF und anderen "verruchten" DAX-notierten Ausbeutern.
Lesenswert auch das Buch "Fette Beute" von Günter Heribert Münzberg, einem ehemaligen Mitarbeiter der Staatlichen Plankommission der DDR. Dieser wackere Funktionär arbeitete sechs Jahre lang mit ungebrochener Energie für die Treuhand/BvS (1990 bis 1996) im ehemaligen Bezirk Leipzig. Seine Erfahrungen aus einem(!) Bezirk passen in ein "Gruselkabinett für feindliche Übernahmen".
13,6 Millionen erwachsene Bürger als neue Konsumenten, 108.000 Quadratkilometer Neuverteilung von Grund und Boden und ein Übernahme-Materialwert von wenigstens 600 Milliarden Deutsche Mark bis zu 1,4 Billionen Deutsche Mark wurden zum zweiten Jahrhundertgeschäft für die deutsche Wirtschaft(nach den beiden Weltkriegen).

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

30.03.2012 13:38
#6 RE: Raubzug Ost - Wie die Treuhand die DDR plünderte antworten

Derartige Verallgemeinerungen - Materialwert 600 Mrd bis 1,4 Billionen Mark - sind nichtssagend. Handelt es sich um D- oder Ostmark? Es ist doch unbestritten und in vielen Fernsehsendungen, die vor kurzem gelaufen sind, war es in Augenschein zu nehmen, dass der größte Teil der DDR-Betriebe noch von der Substanz gezehrt hat, die vor und im Krieg geschaffen worden war. Nach Aussage der ehemaligen Führungskräfte von SKET - urpsrünglich Krupp-Grusonwerk - blieb von den Exporterlösen in Valuta nichts im Kombinat, es musste alles an die Staatskasse abgeliefert werden. Infolgedessen veraltete der Maschinenpark immer mehr und der Reparaturaufwand hatte längst jedes vernünfige Maß überschritten. Gleichlautend äußerten sich Ex-Chefs des Traktorenwerks Ludwigsfelde und von ORWO. Bis auf wenige Ausnahmen waren demnach der gesamte Maschinenpark sowie vor allem die Chemieanlagen verschliessen und hatten höchstens noch Schrottwert. Mit der Bausaubstanz verhielt es ähnlich. Wie man da auf die o.g. Größenordnungen kommen will, ist schleierhaft.
Dass auf der anderen Seite ein Schindluder sondergleichen getrieben wurde, ist bis heute den meisten Menschen im Westen unbekannt. Eine geschickte Lügenpropaganda von Kohl, seinen Handlangern und den Ganoven um Frau Breuel hat den Eindruck erwecken wollen, in der ehemaligen DDR sei alles nur Schrott gewesen, dm man nur mit Abriss beikommen könne. Gleichzeitig sind Mrd-Beträge an alle möglichen Betrüger und Hochstapler geflossen, die vorgegeben hatten, Betriebe zu sanieren und die meisten Arbeitsplätze zu erhalten. Nach der vertraglich vereinbarten Schamfrist, wurde fast immer liquidiert, das Inventar verschrottet oder verramscht und die oft wertvollen Grundstücke zu Geld gemacht. Der so entstandene Schaden, der ja durch D-Mark-Zahlungen noch verstärkt wurde, beträgt mit Sicherheit 100 bis 200 Mrd D-Mark. Ein Skandal erster Ordnung auch, dass die meisten LPGs von den ehemaligen Parteisekretären mit Hilfe windiger Geschäftemacher aus dem Westen übernommen worden sind.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

31.03.2012 10:29
#7 RE: Raubzug Ost - Wie die Treuhand die DDR plünderte antworten

Eine Zwischenantwort an STOMATOPHYLAX zu "Raubzug Ost". Die angegebenen Beträge sind alle in Deutsche Mark der Bundesrepublik Deutschland umgerechnet worden.. Die 600 Milliarden DM sind eine Angabe von Detlev Rohwedder, die 1,4 Billionen DM aus eine bisher unveröffentlichte Analyse der Treuhand/BvS. In diesem "Materialwert" ist auch das gesamte Patentwesen der DDR einbezogen, das einen hohen internationalen Stellenwert hatte. In den Bereichen der optischen Industrie, des Maschinenbaues, der Braunkohlenverwertung, der Textilindustrie und des Spezialschiffbaues (besonders im Fischereiwesen) nahm die die DDR weltweite Spitzenpositionen ein. Alle diese Tatsachen sind auch neben den fehlenden Investitionen in den vernachlässigten Industriebereichen zu sehen. Die DDR hatte ein hohes Entwicklungsniveau im Bildungswesen, wie alle Staaten im Ostblock. Die ca. 50.000 jungen Bürger, die jährlich seit der Wende von Ost nach West wechseln, erhöhen mit ihrer Kreativität und fachlichen Ausbildung das Wirtschaftspotential des Westens enorm.
Nicht zu vergessen in dieser Gesamtbetrachtung die vierzigjährige Embargopolitik gegenüber dem Osten! Ein "deutsches Wirtschaftswunder" fand auch in der DDR statt.

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