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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 65 mal aufgerufen
 Die Deutsche Demokratische Republik
C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.788

05.11.2009 00:30
RE: Alexanderplatz-Demonstration am 4. November antworten

Gestern war Jahrestag eines der bedeutensten Tage in der DDR.
Die erste freie Demonstration in der Geschichte der DDR.

http://www.ddr-wissen.de/ schreibt dazu folgendes:

Am Samstag, den 04. November 1989 fand in Berlin auf dem Alexanderplatz die größte Demonstration der Geschichte der DDR statt. Der Titel der Demonstration war "Demonstration gegen Gewalt und für verfassungsmäßige Rechte".

Das Neue Forum und verschiedene Künstlerverbände (Künstler der Berliner Theater, Verband der Bildenden Künstler, Verband der Film- und Fernsehschaffenden, Komitee für Unterhaltungskunst) hatten zu der offiziell beantragten und genehmigten Demonstration aufgerufen, der ca. 500.000 Menschen folgten. Viele Transparente trugen humorvoll und kreativ die Forderungen der Demonstranten vor.

In der Zeit kurz vor dem Mauerfall am 9. November hatte die Anzahl der DDR-Flüchtlinge ein erhebliches Ausmaß erreicht. Die Initiatoren wandten sich ausdrücklich an die DDR-Bürger, die in der DDR bleiben wollten.

Die Demonstration wurde durch das erste Programm des DDR-Fernsehen live übertragen, was ein absolutes Novum war. Die Übertragung war im Fernsehprogramm nicht angekündigt.

Auf einer improvisierten Bühne vor dem "Haus des Reisens" sprachen zu den Demonstranten:

* Klaus Baschleben (Journalist)
* Marianne Birthler (Evangelischen Kirche)
* Prof. Lothar Bisky (Rektor )
* Annekathrin Bürger (Schauspielerin)
* Kurt Demmler (Liedermacher)
* Dr. Konrad Elmer (Theologe)
* Roland Freitag (Student)
* Prof. Dr. Manfred Gerlach (Vorsitzender der LDPD)
* Dr. Gregor Gysi (Rechtsanwalt)
* Christoph Hein (Schriftsteller)
* Stefan Heym (Schriftsteller)
* Robert Juhoras (Student, Ungarn)
* Marion van de Kamp (Schauspielerin)
* Tobias Langhoff (Schauspieler)
* Jan Josef Liefers (Schauspieler)
* Ulrich Mühe (Schauspieler)
* Heiner Müller (Dramatiker)
* Prof. Dr. Jens Reich (Neues Forum)
* Günter Schabowski (SED-Politbüromitglied)
* Ekkehard Schall (Schauspieler)
* Johanna Schall (Schauspielerin)
* Henning Schaller (Bühnenbildner)
* Friedrich Schorlemmer (Pfarrer)
* Steffie Spira (Schauspielerin)
* Joachim Tschirner (Dokumentarfilmer)
* Christa Wolf (Schriftstellerin)
* Markus Wolf ( Chef der HVA des MfS)

Reden oppositioneller Redner wurden beklatscht; Redner des DDR-Machtapparats wurden ausgepfiffen. Unter den Anwesenden war auch Alexander Schalck-Golodkowski, der aber nicht redete. Die Berliner Grenztruppen wurden anläßlich dieser Grossdemo in Alarmbereitschaft versetzt, da ein Marsch der Massen auf die Mauer befürchtet wurde, der aber nicht eintrat. Fünf Tage später, am 09. November 1989, fiel dann die Mauer überraschend und friedlich.

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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

03.04.2012 10:46
#2 RE: Alexanderplatz-Demonstration am 4. November antworten

Diese mächtige Demonstration war das letzte Bekenntnis für eine Demokratisierung in der DDR. Die "Deutsche Einheit" stand nicht auf der Tagesordnung. Mir war es möglich, sowohl mit Demonstranten als auch mit DDR-Sicherheitskräften darüber zu sprechen. GLASNOST und PERESTROIKA für die DDR war die Hauptforderung, die Forderung nach freien Wahlen mit gleichen Chancen für alle Kandidaten und den freien Reiseverkehr als Menschenrecht anzuerkennen. Das Gerücht über einen "Marsch der Einheit" in Richtung Brandenburger Tor entstand in den von Ängsten geplagten Köpfen der Sicherheitsverantwortlichen in Erinnerung an die Berliner Ereignisse des 17.Juni 1953. Tatsache bleibt, der Partei- und Sicherheitsapparat der DDR fürchtete die Bürgerbewegung im eigenen Land mehr als die "bedingungsarme Kapitulation vor dem Klassenfeind". So hat das große Vorbild LENIN doch recht behalten mit seiner Einschätzung: "Eine Revolution, die sich nicht zu verteidigen weiß, ist nichts wert!"

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

04.11.2014 12:27
RE: Alexanderplatz-Demonstration am 4. November antworten

Heute vor 25 Jahren "verabschiedete" sich die DDR-Bürgerrechtsbewegung auf dem Berliner Alexanderplatz aus ihrer Friedlichen Revolution - mit der teilnehmergrößten, systemkritischen Kundgebung in der Geschichte der DDR. Die SED-Führung sah nun ein, daß "ein weiter so" nicht mehr möglich war - und ließ fünf Tage später die Grenzübergänge zu Berlin-West und der BRD öffnen ("fluten").

Diese Manifestation von ca. 250.000 DDR-Bürgern (real korrigierte Ansicht von heute) auf der Abschlußkundgebung vor dem Haus des Reisens (heute HUMANA-Gebrauchtwaren-Kaufhaus) - war ein Bekenntnis zur Erneuerung der DDR, als eigenständiger Staat auf deutschem Boden.

Das von westlichen Medien gestreute Gerücht über einen "Marsch der Einheit" zum Brandenburger Tor, wurde von den Demo-Organisatoren aus Künstlerkreisen Berliner Kultureinrichtungen der DDR nicht befolgt.

Der so von extremistischen Kreisen (in West und Ost) erwartete "Zusammenstoß" mit Grenzsicherungskräften der DDR, fand nicht statt. Der Demonstrationszug bog am Marx-Engels-Platz nicht nach Westen ab, sondern nach Osten. Am S- und Fernbahnhof Alexanderplatz verließen etwa die Hälfte der Demonstranten die Reihen und begaben sich auf Heimfahrt.

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Alexander Schrödter
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