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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 68 mal aufgerufen
 Die Deutschen Geheimdienste MfS / BND
C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

15.01.2010 21:45
RE: 15. Januar 1990: Sturm auf die Stasi-Zentrale antworten

Im Januar 1990 war noch längst nicht entschieden, ob die friedliche Revolution in der DDR friedlich bleiben wird. Heute vor 20 Jahren stand dabei vieles auf der Kippe. Demonstranten stürmten die berühmt berüchtigte Stasizentrale in der Berliner Normannenstraße. Ein Radioreporter des SFB schildert seine Eindrücke: "Hier werden also Gegenstände aus den Fenstern geworfen; Möbel, Fahnen, Bücher, Akten werden heraus geworfen, und die Menge, die hier steht, protestiert und pfeift."

Warum es im Stasi-Hauptquartier zu diesen tumultartigen Szenen gekommen ist, darüber wird noch heute gerätselt. Hatte die Stasi selbst ihre Hände im Spiel, um zu den Waffen greifen zu können oder hatte sich der Zorn der Menschen einfach entladen? Denn wenige Tage zuvor war das Ausmaß des Spitzelsystems in der DDR erstmals öffentlich geworden - Manfred Sauer, ein Mitarbeiter der Modrow-Regierung nannte Zahlen, die alle Befürchtungen übertrafen: "Bis in die 80er Jahre hinein verdoppelte sich die Mitarbeiterzahl auf 85.000. Von diesen waren 21.100 unmittelbar operativ tätig, davon in der Telefonüberwachung 1052, in der Postkontrolle 2.100 sowie in der Beobachtung und Ermittlung 5.000."

Die Stürmung der Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße hinterließ bei vielen Bürgerrechtlern dennoch einen schalen Beigeschmack. Mit Randale und Verwüstungen wollte man nichts zu tun haben, berichtet Kai Schirmer: "Ich kann mit Sicherheit sagen, dass diese Leute, die heute hier randalieren und sich benehmen wie Randalen, nicht dieselben sind, die jene Bewegung damals initiiert haben und auf die Straße gegangen sind. Ich bin erschüttert und verurteile zutiefst, was hier passiert. Das kann ich als Mitglied des Neuen Forums Friedrichshain sagen."

Heute wird die Stasi-Zentrale als Museum genutzt. Mehr als 50.000 Besucher besichtigen jedes Jahr den gigantischen Gebäudekomplex und im Haus 1 auf Mielkes Schreibtisch steht immer noch hinter Glas Lenins Totenmaske.

Quelle: http://www.mdr.de/mdr-info/2397065.html


Gruß Alex

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demander Offline



Beiträge: 62

27.08.2011 16:28
#2 RE: 15. Januar 1990: Sturm auf die Stasi-Zentrale antworten

Kein Sturm auf Stasi Zentrale- eher geleitete und gewollte Aktion zum Druck nehmen vom Kessel.

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

29.08.2011 18:03
#3 RE: 15. Januar 1990: Sturm auf die Stasi-Zentrale antworten

Und die Rosenholzdatein gingen soweit ich informiert bin auch in diesem Zuge aus dem Haus...
Hatte "leider" nur das Glück mal einen Blick auf die Liste mit den Hauptamtlichen zu werfen.

Gruß Alex

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demander Offline



Beiträge: 62

03.09.2011 14:16
#4 RE: 15. Januar 1990: Sturm auf die Stasi-Zentrale antworten

Ja gut- Rosenholz war sicher auch nicht alles--

aber richtig... da hatte so manch ein anderer Interesent mitgemacht...

Ich war damals so bissel zwischen den Fronten tätig und muß sagen, dass doch viele "Opositionsgruppen" der Bürgerbewegten vom Mfs kontrolliert wurden, da die Macher oft (zu oft) IM waren.... so ließ sich etliches Steuern... was der normale Bürgerbewegte so nicht wollte oder beabsichtigte....

Unterm Strich blieb von den Bürgerbewegten nur 1 Person der Linie Treu-- Bärbel Boley.... Alle anderen ließen sich im Sinne des eigenen Absahnens vom Politproporz kaufen...

Vieles aus der MfS Zentrale konnte noch ausgelagert werden und anderorts der Vernichtung zugeführt werden. Pech war nur- es war zu viel fortzuschaffen...

Für die Ruhe im Land wäre eine Vernichtung besser gewesen. sieht man gerade in Brandenburg.... wo Stasi Akten immer im unpassensten Moment in die Öffentlichkeit lanciert werden.

Matzerath Offline



Beiträge: 160

03.09.2011 14:41
#5 RE: 15. Januar 1990: Sturm auf die Stasi-Zentrale antworten

Tja und nachdem Kohl und Co. auf den Zug der Geschichte gesprungen sind und sich ins Buch der Geschichte eingeschrieben haben fragt nach Boley niemand mehr, heute leider so gut wie unbekannt. Das Volk war damals trunken in Erwartung der Versprechen aus Fern-West...
und heute....
die Ernüchterung...
alles war ja nicht schlecht...

Das war auch die Meinung der Bürgerbewegung damals, aber kurz nach der Wende war die abgeschrieben, leider....

Es schrieb Matzerath :)

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

23.03.2012 12:00
#6 RE: 15. Januar 1990: Sturm auf die Stasi-Zentrale antworten

Die Ereignisse vom 15.Januar 1990 in Berlin-Lichtenberg war eine Inszenierung der Bürgerbewegung NEUES FORUM und wurde Tage vorher durch Flugblätter propagiert. Die Nachfolgeorganisation des MfS, das Amt für Nationale Sicherheit, konnte sich also auf dieses Ereignis vorbereiten. So wurden die schweren Außentore aus Stahl in der Normannen- und Ruschestraße von innen(!) geöffnet. Eine Gruppe bis heute unbekannter junger Männer stürmte in Richtung Sozialtrakt, bestehend aus dem großen Speisesaal, Serviceeinrichtungen wie Frisör, Sauna, Buchhandlung und andere Verkaufsstellen. Bald saßen in fröhlicher Runde die "siegreichen" Demonstranten bei Kognak und Rotwein.Da das Außenlicht im Objekt abgeschaltet war, gab es für die Mehrheit wenig Interesse an weiteren Erkundungen. Doch es gab "Wegkundige" zur Hauptverwaltung Aufklärung (HVA). Dort wurden sie von ca. achtzig unbewaffeneten, doch gut trainierten "Aufklären" erwartet, die ihre "Stellung" behaupten konnten.
Einen Tag später übergab der verantwortliche Generalmajor Engelhardt den gesamten Gebäudekomplex an ein Bürgerkomitee.

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