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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 122 mal aufgerufen
 2. Weltkrieg
legia Offline



Beiträge: 3

18.04.2011 22:07
RE: Kesselschlachten antworten

Ich habe da mal ne Frage zum Thema Kesselschlachten, bezugnehmend auf die Kesselschlachten, welche die Wehrmacht in der Barbarossa-Kampagne geführt hat. Mir ist nämlich nicht ganz klar, wie ein Kessel umfassend geschlossen werden kann, so dass der Gegner theoretisch nicht ausbrechen kann. Bei den erwähnten Kesselschlachten vereinigten sich ja jeweils Panzerspitzen in einer Stadt im Rücken der Sowjets. Beispiel dazu:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?titl...=20090114195100

Ich frage mich, wie diese Operationen so erfolgreich sein konnten.

1. Sind meine vorpreschenden Flanken (in diesem Fall die Panzergruppen) während ihrer Umfassungsbewegung nicht äusserst verwundbar (Angriff in die Flanke) ?

2. Muss ich während der Umfassungsbewegung nicht ständig Truppen unterwegs "stehen lassen", damit überhaupt ein wirksamer Kessel zustande kommt? In diesem Fall: Falls die Panzergruppen sich in Minsk treffen, ist der direkte Rückzug für die Sowjets zwar gesperrt, können aber immer noch seitlich ausweichen...ausser der Kessel ist wirklich umfassend, was aber zu einer ziemlichen Ausdünnung der Einheiten führen würde.

Danke für Erläuterungen!

[ Editiert von legia am 18.04.11 22:09 ]

Matzerath Offline



Beiträge: 160

19.04.2011 17:37
#2 RE: Kesselschlachten antworten

Die Panzerspitze ist ja "nur" die Speerspitze und sehr schnell. Nach deren Durchzug kommt ja die "Königin aller Waffen" die Infantrie zum Einsatz und besetzt das eroberte Gebiet. Gräben werden ausgehoben, Stellungen gebaut, PAK geschütze in Stellung gebracht ect.
Diese Linien müssen aber entsprechend stark sein, dass ein Ausbruch nicht möglich ist. Wie verwundbar Flanken sind hat man ja bei den Rumänen in Stalingrad gesehen...

Es schrieb Matzerath :)

legia Offline



Beiträge: 3

19.04.2011 20:20
#3 RE: Kesselschlachten antworten

Das heisst also, dass Infanterie den Panzern in Eilmärschen folgen muss.

Noch effektiver wäre diese Taktik natürlich, wenn die Infanterie weitgehend mechanisiert ist; was bei der Wehrmacht im WWII nicht der Fall war.

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.788

19.04.2011 21:53
#4 RE: Kesselschlachten antworten

Ja, da waren stellenweise Gewaltmärsche von 70-80 km am Tag angesagt.

Gruß Alex

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Ein Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

01.06.2011 16:04
#5 RE: Kesselschlachten antworten

Die Kesselschlachten waren deshalb möglich, weil die Panzer auf ihrem schnellen Vorstoß die rückwärtigen Dienste und die Nachrichtenverbindungen des Gegners abschnitten oder in die Flucht schlugen, wobei besonders die Inbesitznahme von Brücken und wichtigen Straßenkreuzen den Erfolg brachte.Der Gegner hatte zunehmend weniger Einblick in die Lage, die flankierten Truppen gerieten in Panik, Nachschub blieb aus, sodass schließlich Chaos herrschte und alles zurückdrängte, in der Hoffnung, die eigenen Linien wieder zu erreichen. Durch den schnellen Vormarsch verhinderten die Panzerdivisionen, dass sich eine zusammenhängende Front bildete, die den eigenen Vormarsch aufhielt. Die Infanterie musste in Gewaltmärschen folgen, um den Gegner nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Vorausgesetzt, der Gegner überblickte die Situation, dann musste er versuchen, mit starken Kräften so einen Zangenarm abzuschlagen. Hierbei ist der Angreifer aber in der Gefahr,flankiert zu werden, bzw. in der zweiten Kriegshälfte durch massive Luftangriffe zerschlagen zu werden. Das war ja die Spezialität von H-U Rudel, mit seinem Kanonen-Stuka die vorrollenden T34 reihenweise abzuschießen. Besonders die riesigen Kessel des Jahres 1941 konnten nie ganz oder überall geschlossen werden, weshalb vorzugsweise nachts starke Kräfte sich davonschleichen konnten, allerdings unter Verzicht auf alles Material.

legia Offline



Beiträge: 3

01.06.2011 16:10
#6 RE: Kesselschlachten antworten

Danke für die Ausführungen!

traube43 Offline



Beiträge: 4

18.01.2015 15:35
#7 RE: Kesselschlachten antworten

Guten Tag,
da ich mich in diesem Forum nicht gut auskenne, habe ich meine Anfrage nun an einem falschen Platz postiert. Ich hoffe, dass sich dennoch
jemand meldet. Ich suche einen vermissten Soldaten aus dem 2. Weltkrieg.
Feststellung der letzten Post: 30.04.1945 um 24 Uhr, für Tod erklärt = am 13.11.1949 (2 VR); es geht um Johann-Matthias Rauen, der entweder in
der letzten Kriegswoche gefallen ist oder als Kriegsgefangener starb. Weiteres ist mir nicht bekannt. Mir stellen sich Fragen wie:
bei welcher Einheit war er stationiert, wie war sein Militärwerdegang ? Falls in Gefangenschaft, in welchem Land ?
Folgende Daten liegen mir vor:
Johann-Matthias Rauen, verh. am 18.08.1936 mit Katharina Zirwes
*um 1910 in Lutzerath/ in Neuwied *15.08.1911 in Lutzerath/Driesch
+? in ? -3 Kinder- +14.09.1990 in Lutzerath-Driesch

Eltern:
Paul Rauen, verh. am 16.01.1900 mit Anna-Katharina Welter
*12.05.1972 in in Gillenfeld *21.10.1868 in Weiler/Kr. Cochem-Zell
Demerath/Kr. Vulkaneifel/Daun
-4 Kinder-

Wer kann mir mit Informationen weiterhelfen. Evtl. bitte ich darum diese Anfrage weiterzuleiten.
Recht herzlichen Dank.

Schöne Grüße
traube (Dieter)

Matzerath2 Offline



Beiträge: 78

18.01.2015 15:41
#8 RE: Kesselschlachten antworten

Der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge bietet online die Suche nach Gräbern an:

http://www.volksbund.de/graebersuche.html

Es funktioniert gut - ohne große Bürokratie.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

20.01.2015 12:00
#9 RE: Kesselschlachten antworten

Kesselschlachten entstehen bei Unterlegenheit des Gegners in Führungsfragen, personell wie auch technisch gesehen. STALINs "Säuberung" des Offizierskorps Ende der 1930er Jahre verdrängte die kriegserfahrenen Führungskader der 1920er Jahre. Der "Ersatz" war zwar ehrgeizig und tapfer, doch kriegsunerfahren.
Diese "Ereignisse" wirkten auch auf die Truppenmoral lange nach und verschlechterten erheblich (!) den Willen zum Widerstand. Daraus erklären sich auch die Millionen an gefangenen Rotarmisten zu Kriegsanfang, die sich kampflos oder nach geringer Gegenwehr ergaben.

HITLER hatte diesen Faktor zum Ende des Krieges nicht vergessen und widerstand nach dem Attentat vom 20.Juli 1944 den Forderungen (vor allem aus Kreisen der Waffen-SS), zur "Liquidierung der adelig-reaktionären Kräfte" im deutschen Offizierskorps bis zuletzt. Dadurch sind der Wehrmacht diese katastrophalen Folgen von Kesselschlachten (im Vergleich zur Roten Armee) erspart geblieben.

Die Rote Armee war Anfang der 1940er Jahre bei der funktechnischen Ausrüstung der Wehrmacht weit (!) unterlegen.
Zur Führung eines Bewegungskrieges sind Nachrichtenmittel das A und O im Gefecht. Gerade diese funktechnische Überlegenheit konnte die deutsche, operative Führung ausnutzen zur optimalen Nutzung ihrer zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte.

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.788

20.01.2015 12:48
#10 RE: Kesselschlachten antworten

Gerade bei den Panzern der Roten Armee war das Fehlen von Funkausrüstung katastrophal. So hatte meines Wissens nach nur der Kompanieführer ein Funkgerät an Bord, der Rest blieb auf sich allein gestellt. Das führte dazu, das man selbst mit dem eigentlich weit besseren T-34 in der ersten Hälfte des Kriegs im Osten weit unterlegen blieb. Gerade am Anfang des Ostfeldzuges gab es außer der 8,8-cm-FlaK 18/36/37 eigentlich nichts was man dem T-34 entgegenzusetzen hatte. Die Taktik der Deutschen und die Kommunikation machten das aber wieder wett.

Gruß Alex

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