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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 86 mal aufgerufen
 Feier- und Gedenktage
C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

22.06.2011 12:46
RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion

Heute vor 70 Jahren marschierte die Wehrmacht und Waffen-SS in die UdSSR ein. Wie seht ihr im Résumé die Operation Barbarossa? War es ein Präventivschlag? Ein Vernichtungs- bzw. Eroberungskrieg?

Gruß Alex

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Ein Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

Standortfeldwebel Offline



Beiträge: 235

22.06.2011 16:36
#2 RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

Vieles spricht dafür, daß die Wehrmacht den Sowjets zuvor-
gekommen ist.
Und natürlich hat man einen Vernichtungskrieg gegen die
"Untermenschen" geführt.
Aber die haben letztendlich die Oberhand behalten.

Matzerath Offline



Beiträge: 160

23.06.2011 14:46
#3 RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

Stalin suchte früher oder Später die Auseinandersetzung der Systeme. (Siehe klater Krieg) Daher denke ich, daß es ein Präventivschlag war. Auch wenn sicher ein zeitiger.

Es schrieb Matzerath :)

pzjgkp200 Offline




Beiträge: 44

18.07.2011 21:26
#4 RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

Es gab weder einen Stufenplan für die Ostexpansion Hitlers, noch war das „Unternehmen Barbarossa“ ein Präventivkrieg, wie manche Publizisten meinen. Der renommierte Militärhistoriker Rolf-Dieter Müller bestreitet in seinem neuesten Buch diese Sichtweise. Auf Grundlage von bislang weithin unbeachteten Quellen kann er zeigen, dass Hitler sich seit seinem Machtantritt 1933 mit der Möglichkeit eines baldigen Interventionskriegs gegen die UdSSR beschäftigt hat. Dafür setzten er und die Wehrmacht zunächst auf Verhandlungen mit Polen und zogen auch eine Allianz mit Japan in Erwägung. Noch im September 1939, nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, war ein unmittelbarer militärischer Zusammenprall mit der Roten Armee denkbar. Die Wehrmacht scheute ihn nicht. Der Blick auf die Vorgeschichte zeigt: Es gab weder einen Stufenplan für die Ostexpansion, noch war das „Unternehmen Barbarossa“ein Präventivkrieg.

pz.jg

Suche in allen das Positive.

Pz.Jg

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

20.07.2011 18:35
#5 RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

Müller ist weder renommiert noch Historiker. Er ist besten Historiograph und war Mitglied der Roten Zelle im MGFA, die unter dem "Leitenden Historiker" Messerschmidt bemüht war, die Geschichte im Sinn bolschewistischer Ideologie umzuschreiben. Man sich dabei nicht einmal entblödet, sachlich korrekte und belegte Beiträge echter Historiker an der Veröffentlichung zu hindern. So mußte Joachim Hoffmann, der in dem Werk "Das Deutsche Reich und der 2. WK" den Ostfeldzug bearbeitet hatte, vor Gericht die Veröffentlichung seiner Arbeit durchsetzen. Hoffmann hat mit Hilfe zahlreicher russischer Historiker, denen Quellen aus der Stalin-Zeit zugänglich gemacht wurden, nachgewiesen, dass Stalin eine Westoffensive plante. Unter der Leitung von Timoschenko (Kriegskommisssar) hatten Schukow (Generalstabschef), Wassilewskij und Watutin einen Aufmarsch- und Operationsplan für den Krieg gegen Deutschland und seine Verbündeten Ungarn und Rumänien ausgearbeitet. Dieser Plan war von Wassilewskij in nur einem Exemplar handschriftlich mit Erläuterungen von Watutin nedergelegt worden und ist Stalin am 15.5.1941 im Kreml übergeben worden. Die Belege für eine sowjetische Westoffensive, die im Spätsommer 1941 stattfinden sollte, sind so zahlreich, dass das ständige Leugnen durch bestimmte Kreise nur noch peinlich ist. So wurden z.B. in den westlichen Militärbezirken Reserveoffiziere des Sanitäts- und Pionierdienstes zu Frühjahrsübungen eingezogen, zu ihrem Erstaunen blieben sie auch im Sommer im Dienst. Per Eisenbahn wurden ununterbrochen die Armeen der Militärbezirke östlich des Dnjepr nach Westen verlegt. Sämtliche mechanisierten Korps - 21 mit je 2 PzDiv und 1 motSchDiv - waren in dem Raum zwischen der Grenze und Düna-Dnjepr aufmarschiert. Im Bialystoker und im Lemberger Bogen waren Panzer- und Kavallerieverbände vor den Schützenarmeen so konzentriert, dass sowjetische Stabsoffiziere warnten: Wenn die Deutschen angreifen sollten, kann sich die Rote Armee kaum verteidigen, weil sie falsch herum steht und viel zu dicht. Im erbeuteten Panzerschrank eines Kavalleriekorps fanden die Deutschen im Juni Kartenmaterial, das das gesamte Gebiet von der Grenze bis zur Elbe dokumentierte und die Standorte sämtlicher deutscher Heeres- und Luftwaffeneinheiten genaiestens widergab. Man fand haufenweise in deutsch gedruckte Aufforderungen zur Übergabe, wer, wenn nicht die Wehrmachtssoldaten sollte davon wohl Gebrauch machen?
Insgesamt war am 22.6.1941 in einem 300 km tiefen Gebiet hinter der Grenze die Rote Armee mit ca. 180 Divisionen mit 4,7 Mio Soldaten und mindestens 10 000 Panzern aufmarschiert. Auf hunderten neu angelegter Feldflughäfen waren ca. 8 000 Flugzeuge konzentriert, alle in Reichweite der Luftwaffe. Wer da noch von friedlicher Sowjetunion, ahnungs- und wehrlos faselt, ist entweder dumm oder er verfolgt bestimmte Ziele, wie Herr Müller und Konsorten.
Auf dem Festbankett im Kreml für die Absolventen der Militärakademien am 5.5.1941 wies Stalin Toasts auf die deutsch-sowjetische Freundschaft zurück und trank mehrmals "auf die neue Kriegspolitik, die bald in Operationen übergehen wird". Er war sehr gesprächig und äußerte, dass die Sowjetunion in kürze die Zeit gekommen sähe, ihr Gewicht beim Kampf um Europa in die Waagschale zu werfen.
So spricht der wahre Friedensfreund, oder?

Panzermann Offline




Beiträge: 128

20.07.2011 18:50
#6 RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

Zitat
Gepostet von stomatophylax
...
Insgesamt war am 22.6.1941 in einem 300 km tiefen Gebiet hinter der Grenze die Rote Armee mit ca. 180 Divisionen mit 4,7 Mio Soldaten und mindestens 10 000 Panzern aufmarschiert. Auf hunderten neu angelegter Feldflughäfen waren ca. 8 000 Flugzeuge konzentriert, alle in Reichweite der Luftwaffe. ...



Stellt sich für mich die Frage, warum die dann so überrascht vom Naziangriff waren und so krasse Verluste hatten. Kann doch nicht angehen, daß Truppen, die eigentlich einsatzbereit waren so überrascht werden...

Nicht Kleckern, Klotzen!

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

20.07.2011 19:09
#7 RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

Was, bitte schön, ist ein Vernichtungskrieg? Etwa eine besondere Form, die sich von einem "normalen" Krieg unterscheidet? Krieg ist doch in immer mit Tod und Zerstörung verbunden, nimmt die Zivilbevölkerung zunehmend in Mitleidenschaft. In den Kriegen nach 1945 übestieg die Zahl der Zivilopfer die der militärischen um das Vielfache, Tendenz steil steigend.

Was die Greuel im Ostkrieg angeht, hat die Rote Armee ganz klar und unwiderlegbar nicht nur vom ersten Tag an unmenschliche Grausamkeiten begangen, sowohl gegen die Wehrmacht als auch die eigene Bevölkerung, sondern auf Weisung Stalins in einem zuvor nicht dagewesenen Ausmaß die Lebensgrundlagen der sowjetischen Bürger im deutsch besetzten Gebiet in Mitleidenschaft gezogen.
Im Lemberger Bogen fanden die deutschen Truppen in den Gefängnissen Leichenberge mit tausenden von Zivilisten, meist Ukrainer, die vom NKWD auf grausamste Art und Weise ermordet worden waren. Schon am ersten Tag fand die vorrückende Wehrmacht die verstümmelten Leichen deutscher Soldaten, wobei fliegendes Personal und SS-Männer besonders bestialisch behandelt waren. Derartige Fälle sind für Wehrmacht im ganzen Krieg nicht belegt, sogern und oft man dies versucht hat. Da diese Vorkommnisse für die gesamte Ostfront belegt sind, kann nicht von Einzeltaten oder Affekthandlungen ausgegangen werden, sondern es muss sich um systematsch befohlenes Foltern handeln. Jedenfalls war das Ausmaß so groß, das kaum lebende Kriegsgefangene zu den Stäben der Roten Armee zur Vernehmung kamen. Erst auf wiederholtes Drängen von Kommandeuren wurden dann strikte Befehle erlassen, vor allem Nachrichtensoldaten und Offiziere lebend nach hinten zu bringen, wobei Stabsoffiziere wie rohe Eier behandelt werden mussten.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

20.07.2011 19:43
#8 RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

Panzermann,

die russische Armee war immer schon schwerfällig in ihrer Führung und wie fast alle Armmen mit der Befehlstaktik geschlagen, wobei die Rote Armee Befehle stur und wortgetreu ausführte, auch wenn dabei unglaubliche Verluste eintraten. Die Russen waren auf die moderne Panzerkriegführung der Wehrmacht überhaupt nicht vorbereitet. Als die Nachrichtenverbindungen unterbrochen waren und die Versorgung gestört, waren die Stäbe hilflos, zumal die 3 Frontstäbe in den ersten Wochen praktisch keinen Überblick über die Gesamtlage hatten und viele Befehle bei Ausgabe schon überholt waren. Der russische Soldat hat tapfer und aufopferungsvoll gekämpft, hat so der höheren Führung immer wieder Zeit verschafft, um reagieren zu können. Aber die roten Stäbe konnten eben nur reagieren, nicht agieren. Als dann die ersten Kessel gebildet waren, sind ganze Armeen von den Lagekarten verschwunden. Da die Sowjets der Wehrmacht keine mechanisierten Großverbände entgegenwarfen, sondern die mechanisierten Korps regimentsweise verheizte, konnten die Deutschen ihren Vormarsch unter harten Kämpfen und ungewohnten Verlusten durchführen. Erst als durch den Herbstschlamm der Nachschub mit Radfahrzeugen erlahmte, blieb der Vormarsch stecken, er verhungerte mangels Treibstoff, Munition und Ersatzteilen. Die oberschlauen Nachschubplaner der Wehrmacht hatten allen Ernstes damit gerechnet, die Truppe würde in großem Umfang rollendes Material der sowjetischeen Eisenbahn erbeuten, wodurch die Versorgung dann gesichert wäre. Diese Hohlköpfe hatten weder die Aufzeichnungen Napoleons noch des OB Oberost aus dem 1. WK gelesen, dass die Russen alles Fahrbare abtransportierten und alles andere zerstörten.

Die Erfolge sind umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, mit welchen Waffen die Wehrmacht gegen die neuen Panzer und Schlachtflugzeuge antreten musste, weil Theoretiker am Schreibtisch die Forderungen von Truppenoffizieren abgelehnt hatten: Die 3,7-cm-Kanone als Pak und im P III war schon im Westfeldzug ungeeignet. Die 5-cm-Pak kam zu spät. Das MG 34 versagte bei Schlamm und Kälte. Die in großer Zahl vorhandene Panzerbüchse war gegen T 34 und KW 1 unwirksam, die 2-cm-Einzelflak versagte gegen die Il 2. Aber Initiative, geistige Wendigkeit, Improvisationsvermögen, eine beispielhafte Kameradschaft und die AchtAcht meisterten die vielen Krisen.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

20.07.2011 19:47
#9 RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

Panzermann,

diese Diktionen ideologischer Hohlköpfe wie "Vernichtungskrieg", "Naziangriff", "Hitlerwehrmacht" usw. sind sachlich falsch und haben in einem Forum, wo es um Fakten geht, nichts verloren, Es reicht, wenn die unwissenden Dummschätzer im Fernsehen, besonders bei Spiegel TV, ihre geistige Armut durch die Verwendung von Falschausdrücken unter Beweis stellen.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

21.07.2011 15:50
#10 RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

PzJgKp200,

die Behauptungen Müllers, Hitler plante seit 1933 eien Krieg gegen die Sowjetunion, sind angesichts der Tatsachen so grotesk, dass man sich fragen muss, was beabsichtigt Müller mit solchen Thesen? 1933 war die Rote Armee ein Millionenheer mit Panzern, schwerer Artliierie und wachsenden Luftstreitkräften. Im 2. Fünf-Jahres-Plan entstanden mit amerikanischer Hilfe u.a. die riesigen Automobil- und Traktorenwerke in Gorkij, Stalingrad, Tscheljabinsk und Charkow. Die Reichswehr hatte 100 000 Mann, weder Panzer, schwere Ari noch Flugzeuge, die Industrie war auf die Ferigung von Kriegsmaterial überhaupt nicht eingestellt. Zudem lief ab 1933 innerhalb von vier Jahren die Wirtschaft wieder auf Hochtouren, und zwar durch Exporte und Inlandskonsum, weil Hitler es verstanden hatte, den Menschen neuen Mut und Zuversicht zu geben. Ende 1937 wurden bereits Tausende von Fremdarbeitern aus Italien vor allem für die Bauwirtschaft angeworben, weil der deutsche Arbeitsmarkt leergefegt war. Der im gleichen Monat wie Hitler an die Macht gekommene Roosevelt hatte zwar viel Tamtam gemacht, aber von seinen 11 Mio Arbeitslosen 1933 waren 1939 noch immer 10 Mio vorhanden.
Bei Kriegsbeginn umfasste das Heer 52 aktive Divisionen, davon 6 Panzer-, 4 Leichte, 4 mot. Infanteriedivsionen. 47 Infanteriedivisionen wurden neu aufgestellt und zum Großteil mit tschechischen Waffen ausgerüstet. Munition war knapp, es mangelte an schweren Waffen, Fahrzeugen und vor allem brauchbaren Panzern. Die Masse der Panzer bildeten P I und P II sowie die tschechischen 35t und 38t. Wie man mit so einem Heer gegen die Rote Armee hätte antreten wollen, weiß wohl nur der "Experte" Müller.

DirkDieter Offline




Beiträge: 111

09.10.2011 20:52
#11 RE: Der 22. Juni 1941 Überfall auf die Sowjetunion antworten

Schon die Zahlen, der am Vorabend des Unternehmens Barbarossa auf beiden Seiten zu sehen sind, sprechen Bände...
Die Sowjets hatten in allen Bereichen die Oberhand, bis um das 20fache. ich stell demnächst mal ne grafik dazu rein.
Und das nur zur Verteidigung??? Lächerlich. Eine Angriffsarmee ist immer zahlenmässig stärker gewesen, als eine Verteidigungsarmee.
Um es mit den Worten von Oberst Rudel zu sagen, der aus der Luft, die riesigen Massen der Russen gesehen hat : "Gut dass wir losgeschlagen haben."

Providentiae Memor

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Alexander Schrödter
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alex@futurerent.de

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