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Dieses Thema hat 34 Antworten
und wurde 333 mal aufgerufen
 Von Germanien bis 1914
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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

25.02.2013 13:36
#16 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Angesichts der SCHULDENKRISE IM EURO-RAUM ist ein Blick zurück um 200 JAHRE - auf die finanzielle Situation des KÖNIGREICHES PREUßEN - recht interessant.
Die damals gültige Währung war der REICHSTALER, der im Jahre 1750 in Preußen eingeführt wurde. Bezogen auf den Silbergehalt der Ein-Taler-Münze aus dem Jahr 1800, ergibt sich ein (als Beispiel) zum 01.Juli 1967 errechneter Gegenwert von DM 3,39.
Nach der militärischen Niederlage von JENA und AUERSTEDT bewegte sich Preußen zwischen 1806 und 1820 fiskalisch entlang des STAATSBANKROTTES. Am 01.Januar 1807 ereichten die Staatsschulden die Höhe von 48 Millionen Reichstalern, bei einem jährlichen Staatseinkommen von 25 Millionen Reichstalern. Allein zwischen Oktober 1806 und Oktober 1808 mußten 200 Millionen Reichstaler durch Kreditaufnahme an Frankreich überwiesen werden, davon 30 Millionen Reichtstaler an Kriegskontributionen. Im Rechnungsjahr 1811/1812 stieg das Haushaltsdefizit auf 5,2 Millionen Reichstaler. Die gesamte Staatsschulden-Summe erreichte am 17.Januar 1920 die Höhe von 217.248.761,00 Reichstaler!
Die Kriege und Besatzungskosten zwischen 1806 und 1814 ruinierten den preußischen Staatshaushalt gründlich.
Am 01.Januar 1815 gab es 10,3 Millionen Einwohner in diesem Königreich, davon 130.000 Soldaten. Die Lästermäuler in jener Zeit skandierten: "Goldene Tressen und nischt zu fressen!"

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

07.05.2013 10:11
#17 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

NAPOLEON kehrte nach dem Winter 1812/13 in Paris an den Rhein zurück und hielt Heerschau im französischen Mainz. Von den erwarteten 300.000 Mann waren lediglich 180.000 versammelt. Es fehlten vor allem Kavallerie und Artillerie, die Grundlagen für eine offensive Kriegsführung. Die Qualität des Personalbestandes war nicht mehr vergleichbar mit dem der Großen Armee vor dem Rußlandfeldzug 1812. Die neuen französischen Kerntruppen (Junge Garde) hatten sich derartig verjüngt, das von "Kindersoldaten" geredet wurde. Auch die verbündeten deutschen Rheinbundstaaten waren nicht mehr bereit, ihre letzten Reserven dem Kaiser der Franzosen zu unterstellen.
NAPOLEON bemerkte natürlich diesen Stimmungsumschwung und brachte seine Persönlichkeit mit den Worten zur Geltung: "Ich werde diesen Krieg des Jahres 1813 als General Bonaparte führen!"
Nach der Kriegserklärung der ehemals verbündeten Preußen vom 27. März 1813 an Frankreich, galt es nun, zuerst diese "Aufrührer" zu bestrafen. NAPOLEON führte seine Truppen persönlich von Mainz in Richtung Leipzig.
Am 02. Mai 1813 kam es zur bekannten SCHLACHT BEI GROßGÖRSCHEN (in der französischen Historie "Schlacht bei Lützen"). NAPOLEON lagerte wieder in den Nächten unter seinen Garden auf dem berühmten Bärenfell, eine Trommel als Schreibtisch vor sich: in der Nacht vom 01. Mai auf den 02. Mai, malerisch drapiert, am Denkmal des Schwedenkönigs GUSTAV II. ADOLPH, den er persönlich als Feldherrn verehrte.

Die Preußen erlitten hohe Verluste und mußten den Rückzug antreten. BLÜCHER und SCHARNHORST wurden verwundet, YORK übernahm und verhinderte die Zerschlagung der Preußen. Dafür verlieh im der König das "Eiserne Kreuz erster Klasse". YORK nahm es nicht an mit der Bemerkung: "Für Rückzüge gibt es keine Kreuze!" Von den 30.000 Preußen waren 8.000 tot oder verwundet. Die Infanterie der Brigade RÖDER hatte von 159 Offizieren nur noch 85 im Bestand. Im Garderegiment des Königs blieben von 60 Offizieren 22 übrig. Die Hälfte der Soldaten und Unteroffiziere waren gefallen oder verwundet. Von den 2.000 Mann des 1. Ostpreußischen Regimentes blieben lediglich 920 Mann unter Waffen.

Am 08. Mai 1813 wurden die Städte Meißen und Dresden von den verfolgenden Franzosen besetzt. NAPOLEON gelang es noch einmal, die Elbe-Linie zu behaupten.
Der Kaiser der Fanzosen setzte rücksichtslos - wie bereits im Rußlandfeldzug - die deutschen Rheinbundtruppen gegen die Preußen ein. Mit großer Erbitterung, wie Zeitzeugen beider Seiten berichten, schlugen sich die Deutschen gegenseitig tot. Die den Preußen verbündeten Russen hielten sich (auch) sehr zurück.
WOLZOGEN schrieb über Großgörschen: "Die Russen waren im ganzen lau; wer sie bei Borodino gesehen hatte, erkannte sie kaum wieder als dieselben an; sie meinten, nun da Rußland befreit sei, wäre es vorzugsweise Sache der Preußen, auch das Ihrige zu tun."

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

04.06.2013 12:02
#18 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Am 04. Juni 1813 entschlossen sich die Verbündeten Rußland und Preußen zu einem befristeten WAFFENSTILLSTAND mit Napoleon.
Zuvor war es dem französischen Imperator gelungen, die Verbündeten über die Oder ostwärts nach Schlesien zurück zu drängen. Nach der verlorenen SCHLACHT BEI BAUTZEN (21./22. Mai 1813) wechselte Zar ALEXANDER I. den unfähigen Oberbefehlshaber WITTGENSTEIN (Nachfolger des verstorbenen KUTUSOW) gegen den bewährten BARCLAY DE TOLLY aus.
Die Verbündeten bezogen ein befestigtes Feldlager bei SCHWEIDNITZ in Niederschlesien bis zum 02. Juni.
Im GEFECHT BEI HAYNAU konnte BLÜCHER am 26. Mai noch einen Achtungserfolg gegen die Franzosen unter MAISON erzielen. NAPOLEON erkannte, daß er ohne ausreichende Kavallerie den Verbündeten nicht beikommen konnte. Später bereute er diese Entscheidung und erklärte sie im militärischen Rückblick "zum entscheidenden Fehler des Jahres 1813"! Seine Truppen standen immerhin 18 Kilometer vor BRESLAU. ALEXANDER I. und FRIEDRICH WILHELM III. hatten sich bereits in das sichere Eulengebirge zurückgezogen.
Der Franzose CAULAINCOURT, der Russe SCHUWALOW und der Preuße KLEIST handelten im Auftrage ihrer Herrscher den WAFFENSTILLSTAND VON PLÄSWITZ (französisch auch POISCHWITZ) aus, der eine Entflechtung der Gegner bis zum 12. Juni 1813 vorsah. Den darauf folgenden "Unstimmigkeiten" fiel u.a. auch das Streifkorps der LÜTZOWER JÄGER im GEFECHT BEI KITZEN (Nähe von Leipzig) zum Opfer.
Der WAFFENSTILLSTAND VON PLÄSWITZ konnte bis zum 10. August 1813 erhalten werden.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

30.06.2013 13:59
#19 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Die Zeit des Waffenstillstandes zwischen Juni und August 1813 wurden von allen Kriegsteilnehmern zur Nach- und Aufrüstung genutzt. Allerdings waren Frankreich, der deutsche Rheinbund, die Österreicher aber auch Rußland und Preußen personell und materiell durch den langen Krieg geschwächt. Reserven an Menschen, Bewaffnung und Ausrüstung standen nicht mehr ausreichend zur Verfügung. Den Franzosen und Rheinbündlern (besonders den Bayern und Sachsen) war fast die gesamte Kavallerie im Rußlandfeldzug von 1812 verloren gegangen.
Die damalige globale Supermacht Großbritannien wurde zum Hauptgeldgeber und zwang Schweden zum Eintritt in den Krieg und Österreich zum Seitenwechsel.
Mit Einführung der WEHRPFLICHT versuchte Preußen im Februar 1813 den Personalmangel in Griff zu bekommen. Beachtenswert ist die Tatsache, daß nur etwa jeder Zehnte der Gemusterten für den Dienst in der Infanterie geeignet befunden wurde (nach Aussage des preußischen General-Stabs-Chirurgen Dr. GOERKE vom 23. März 1813). Die Fußsoldaten mußten damals die größten köperlichen Anstrengungen bewäligen. Wer Plattfüße hatte oder unterschiedlich lange Beine, fehlende Vorderzähne oder kurzsichtig war, kam zur Kavallerie. Heute unvorstellbar, doch angesichts der damaligen körperlichen Verfaßtheit der einfachen Bevölkerung, die erzwungene Einteilung. Wer kleiner als 1,57 Meter (damals 5 Fuß) war, konnte eben keine Muskete bedienen. Selbst Kinder ab 12 Jahren und Frauen konnten zum LANDSTURM, dem unmittelbaren Heimatschutz, aufgeboten werden.
FREIWILLIGE JÄGER zu Pferd und zu Fuß (seit 03. Februar) die LANDWEHR zu Pferd und zu Fuß (seit 09. Februar) und der LANDSTURM, vorwiegend zu Fuß (seit 21. April) wurden zur Ergänzung der stehenden Linien-Truppen aufgestellt.
Die adligen Berufsoffiziere sahen mit Verachtung auf diese "Hilfswilligen" und bezeichneten sie als "Unkraut" oder "Räuber-Gesindel". Die schlechtesten Waffen und die ärmlichste Ausrüstung waren gut genug für die LANDWEHR und den LANDSTURM. Die betuchten Bürger bei den FREIWILLIGEN JÄGERN kannten diese Sorgen natürlich nicht. Sie mußten und konnten alles selber finanzieren. Erst im Herbstfeldzug 1813 verbesserten sich Bewaffnung und Ausrüstung der LANDWEHR durch reichliche Beute bei den Franzosen und Rheinbündlern.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

27.08.2013 10:13
#20 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Vor 200 Jahren starb THEODOR KÖRNER, Leutnant der reitender Jäger im Freikorps des Majors von Lützow, im Forst bei Wöbbelin bei einem Überfall auf einen Nachschubtransport der Franzosen. Eine Musketenkugel traf KÖRNER in den Unterleib und warf ihn aus dem Sattel. In der Armen des ihn begleitenden Oberjägers HELLFRITZ verstarb er kurze Zeit danach.
Die Kriegslyrik des THEODOR KÖRNER hatte die Lützower berühmt werden lassen und in der Bekanntheit an die Spitze aller Freikorps gebracht.

Exemplarisch für den moralischen Verfall des heutigen(!) Deutschland steht ein Kommentar des DEUTSCHLANDFUNKES an diesem 26. August. Eine Frau Cornelie Ueding bezeichnet in ihrem Kommentar in der Sendung "Kalenderblatt" (täglich ab 09.05 Uhr)
THEODOR KÖRNER als "Terrorist und Hassprediger", der einen "sinnlosen Tod" gestorben sei (!) ...

Wer es ertragen will,sollte den gesamten Wortlaut lesen unter www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

27.08.2013 19:53
#21 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Diese charakterlose, von Zwangsabgaben alimentierte Hetzpropagandistin entblödet sich nicht, alles was an moralischen Werten und Traditionen zu einer Nation gehört und diese erst ausmacht, in den Dreck zu ziehen. Dabei wird ihre eigene geistige Unzulänglichkeit durch die stupenden Phrasen deutlich, mit denen sie ihr Elaborat spickt. Jeder Artikel im Internet ist nur einen Mausklick von irgendeiner beliebigen Seite entfernt.
Das Ausmaß ihrer geistigen Verarmung und ihre ideologische Prägung, die wie bei allen Rotgrünchaoten auf schwerste Störungen und Defekte zurück zu führen ist, passt bestens in den Rahmen verbrecherisch dummer und gegen ihr eigenes Volk hetzender Cliquen. Diese von den grünen Zivilgeschädigten über die Geschichtsfälscher im Gefolge Knopps bis hin zu den hirnlosen Nachbetern und Verbreitern des ganzen geistigen Unflats in den ach so demokratischen Medien reichenden Kreise sind das größte Krebsgeschwür, das sich je an einer Gesellschaft versündigt hat.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

10.10.2013 10:44
#22 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Die BUNDESTAGSWAHL 2013 hat gezeigt: Deutschland bleibt konservativ und damit (im Kern) auch national!
Die Abwahl der FDP und das Erscheinen der ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND ist ein Warnsignal für die (noch herrschende) CDU/CSU. DIE LINKE und DIE GRÜNEN haben schmerzliche Wahlverluste hinnehmen müssen, besonders im Beitrittsgebiet Ostdeutschland.

Auch die Versuche der Gut-Menschen, die Gedenkveranstaltungen zur Völkerschlacht in Leipzig, zu einem "Friedensfest der Völker" zu karrikieren, sind bereits im Stimmungsbild der Bürger fehlgeschlagen.

Tausende Freiwillige in Uniform und Zivil werden in der zweiten Oktoberhälfte 2013 in und um Leipzig das Geschehen vor 200 Jahren aufwendig (nach-)gestalten.

Mehr dazu unter www.leipzig 1813.com und www.liebertwolkwitz-1813.de

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

11.10.2013 11:17
#23 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Vor 200 Jahren begann der RHEINBUND von 1806 sich aufzulösen.
Der RHEINBUND war eine Verschwörung deutscher Fürsten unter französischer Führung gegen Kaiser und Reich. Das HEILIGE RÖMISCHE REICH DEUTSCHER NATION verlor dadurch am 01.August 1806 seine Existenzberechtigung.
Bereits 1658 hatte es im RHEINISCHEN BUND eine ähnliche Konstellation gegeben. Daher die (gewollte) ähnliche Namensgebung durch NAPOLEON.

Den Anfang zur Auflösung des RHEINBUNDES machte am 08.Oktober 1813 das KÖNIGREICH BAYERN im VERTRAG VON RIED.
Der König von Bayern, MAXIMILIAN I. JOSEPH, hatte am 01.Januar 1805 als "Zeichen der Treue" seine Krone durch Erlaß NAPOLEONS erhalten. MAXIMILIAN war vor der Französischen Revolution von 1789 bereits Oberst im französischen Fremdenregiment ROYAL DEUX-PONTS gewesen und galt als frankophiler Bundesgenosse.

In der verlorenen SCHLACHT BEI IGLAU (heute Jilava) vom 02. bis 05.Dezember 1805 banden die Bayern unter WREDE die österreichischen Verstärkungen unter ERZHERZOG FERDINAND. Dadurch konnte NAPOLEON die SCHLACHT BEI AUSTERLITZ für sich entscheiden.
Im RUßLANDFELDZUG 1812 kämpften die Bayern bis zum Untergang ihrer Infanterie bei POLOZK und ihrer Kavallerie bei BORODINO. Von den ca. 36.000 Mann kehrten nur etwa 4.000 Mann aus Rußland zurück.

Diplomatisch ist der VERTRAG VON RIED zwischen dem Bayern MONTGELAS und dem Österreicher METTERNICH vorbereitet und formuliert worden.
Am 14.Oktober 1813 erfolgte die KRIEGSERKLÄRUNG an Frankreich und dessen Verbündete.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

14.10.2013 13:15
#24 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Die bayerischen Wittelsbacher waren die übelsten Wendehälse unter den deutschen Dynastien, beständig blieben sie nur im katholischen Glauben, dies allerdings unter dem Zwang der Nachbarschaft zu den habsburgischen Kernlanden.
Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 erhielt Herzog Maximilian endlich die lange angestrebte Kurwürde, die die pfälzer Wittelsbacher seit der Konstituierung der Kurfürsten inne gehabt hatten. Nach ruhm- und glanzlosen Jahrzehnten paktierte man dann mit Napoleon, erhielt sogar das "Heilige Tirol" als Teil des Königreichs, wo bayerische Beamte eine Schreckensherrschaft ausübten, die letztlich zum Aufstand unter Andreas Hofer führte. Nach dem erneuten Seitenwechsel und der gewaltigen Vergrößerung durch die fränkischen Gebiete und die Pfalz - heute Teil von Rheinland-Pfalz - wurde Bayern zum zweitgrößten Flächenstaat nach Preußen. Im Zuge der Exekution des Reichsdeputationshauptschlusses haben sich die erzkatholischen Wittelsbacher dann als die rücksichtslosesten Plünderer und Profiteure bei der Auflösung zahlreicher Klöster und kirchlicher Herrschaftsgebiete hervorgetan - pecunia non olet. Die Prachtbauten Münchens wurden aus dieser Beute finanziert.
Politisch setzte Wittelsbach wieder einmal auf das falsche Pferd, nicht erkennend, dass Habsburg keine Antwort auf die brennendste Frage hatte - das Nationalbewusstsein, und damit seinen Untergang einläutete. Dem politischen Genie Bismarck war niemand gewachsen, und Bayern nahm seinen Platz im neuen Deutschen Reich ein, grantelnd und auf seine Eigenheiten pochend, aber nie mehr in der Lage, die Geschicke zu bestimmen.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

17.10.2013 12:09
#25 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Der MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK (MDR) sendet gegenwärtig täglich in seinem Fernseh-Programm Beiträge und Dokumentationen zur VÖLKERSCHLACHT 1813.
Interessant (wenn auch nicht neu) die Umsetzung als tägliche Nachrichtensendung unter "MDR TOPNEWS: Völkerschlacht überrollt Sachsen" (Teile 1-4). Das gezeigte Filmmaterial setzt sich aus Szenen der sowjetischen Verfilmung von "Krieg und Frieden" von 1965-1967 zusammen und aus Amateuraufnahmen von Freizeit-Darstellern von heute zu dieser Epoche.
Alles gespeichert im Netz unter MDR-MEDIATHEK.

fipsel Offline



Beiträge: 44

17.10.2013 20:17
#26 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Hallo Kai Guleikoff,

in einem vorherigen Post schreiben Sie das Theodor Körner beim Gefecht bei Kitzen durch einen Bauchschuß tödlich verwundet wurde.

Leider kann das nicht stimmen.
Das Gefecht bei Kitzen fand am 17 Juni 1813 statt, Körner starb aber am 26 August 1813 in Rosenow(Mecklenburg) allerdings auch bei einen Gefecht mit Franz.Truppen

Körner wurde bei Kitzen durch einen Säbelhieb verwundet, er und einer seiner Kameraden konnten sich in ein Waldstück retten wurden dort von Anwohnern gefunden. Die brachten Körner nach Groß-Zschocher wo die Wunde versorgt wurde. Auch nebenpfaden kam er nach Leipzig!Erschwert wurde seine Flucht weil die Franzosen ihn Suchten de er die Lützowsche Kriegskasse mit sich geführt haben soll.
Auf seinen Krankenbett schrieb er das Gedicht "Abschied vom Leben"
Zitat:

Die Wunde brennt - die bleichen Lippen beben
ich fühl's an meines Herzens matterm Schlage,
hier steh ich an den Marken meiner Tage
Gott, wie du willst! Dir hab ich mich ergeben.

Einige Tage später wurde er von Freunden nach Karlbad in Sicheheit gebracht.



Glück Auf

Fipsel

p.s. heute vor 200 Jahren hätte ich den Geschützdonner hören können

[ Editiert von fipsel am 17.10.13 20:20 ]

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

18.10.2013 08:23
#27 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

FIPSEL, in meinem Beitrag vom 27.August 2013 habe ich den Tod des Leutnant KÖRNER am 26.August 1813 beschrieben.

Die genannte Säbelwunde von Kitzen (bei Pegau, unweit von Leipzig)zog er sich am 17.Juni 1813 zu.

[ Editiert von Kai Guleikoff am 18.10.13 8:25 ]

fipsel Offline



Beiträge: 44

18.10.2013 20:02
#28 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Upps, da habe ich wohl den Beitrag nicht richtig gelesen.
Nehmen sie es mir nicht übel.


Glück Auf

Fipsel

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

24.10.2013 12:04
#29 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Vom 11. bis 21.Oktober 2013 bestimmten in Leipzig Veranstaltungen zur GEDENKWOCHE 1813 das Stadtgeschehen.
200 Jahre Völkerschlacht und die Stadt war, wie vor 200 Jahren, auf dieses Ereignis kaum vorbereitet!

Etwa 50.000 Leipziger und Gäste der Stadt verlangten am 20.Oktober 2013 Zugang zum "Schlachtfeld" zwischen Markkleeberg-Ost und Wachau, dem Höhepunkt der GEDENKWOCHE 1813. Immerhin hatten sich dort 6.300 Darsteller mit 250 Pferden aus 28 Staaten Europas und aus Übersee zur "Nachstellung der Schlacht vom 16.Oktober 1813" versammelt. Sogar der Napoleon dieses Tages war ein echter Franzose!
Die Großveranstaltung war von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr angekündigt worden und für 35.000 Zuschauer angemeldet. Durch den "unerwarteten" Andrang der "Schlachtenbummler" waren die Zufahrtswege schnell blockiert. Straßenbahnen und Linienbusse mußten stehenbleiben.
So begann die Veranstaltung zwei Stunden später und hörte dafür eine halbe Stunde eher auf. Viele der Akteure waren (trotz Sportschuhe von 2013)) fußlahm und konnten wegen des Schwarzpulver-Rauches der eifrig feuernden Kanonen mit ihren Handys nicht mehr sich und "ihre" Truppe fotografieren.
Die nicht hereingelassenen Besucher (mit und ohne Eintrittkarte) stimmten zudem Sprechchöre an, wie "Wir wollen rein!" oder "Geld zurück!". Die VIP-Gäste und "VIP-Flaneure" (Eintritt 100 Euro pro Person) fühlten sich unangenehm an das Jahr 1989 erinnert.
Die Schuld daran wird nun der ausrichtenden Event-Firma PASEMANN (www.cvc-pasemann.de)zugeschoben.
Diese ist nun verantwortlich für das schlecht vorbereitete Veranstaltungsgelände um die WEINTEICHSENKE im Osten Markkleebergs, für das Durcheinander auf Zufahrtswegen und Parkplätzen, die mangelhafte und überteuerte Versorgung der Besucher (außer VIP-Zelt-Bereich und überdachter VIP-Tribüne) mit Speisen und Getränken, die schlechte Sicht von den Stehplätzen aus (15 Euro pro Person über 1,20 Meter Körperhöhe) auf das Reenactman-Geschehen - in einer Bodensenke(!)

Hätten sich die (aus dem Westen) stammenden Stadtoberen von Leipzig nicht am OKTOBERFEST IN MÜNCHEN ein Beispiel nehmen können?
Oder vielleicht sogar an der 175-Jahr-Feier der Völkerschlacht in der "krisengeschüttelten" DDR von 1988.
Damals nahmen 100.000 Leipziger und Gäste kostenlos an den historischen Paraden, Gefechtsdarstellungen und der großen Abendveranstaltung am Völkerschlachtdenkmal teil.
Der Schirmherr der damaligen Feier war die SED-Bezirksleitung Leipzig und der für die Ausrichtung beauftragte staatliche Kulturbund der DDR, Arbeitsgruppe 1813 (heute weitergeführt im privaten Verband Veranstaltungen Völkerschlacht 1813 e.V.).

Unter einem derartig "eisernem Regime" konnte natürlich die Spontanität eines freiheitlichen Chaos nicht ausbrechen ...

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

30.10.2013 13:03
#30 RE: Sachsens Glanz und Preussenes Gloria antworten

Bei den Darstellungen zur VÖLKERSCHLACHT BEI LEIPZIG wird der bedeutungsvolle Frontwechsel der Württemberger und Sachsen am 18.Oktober 1813 gar nicht oder wenig dargestellt.
Gerade dieser Frontwechsel führte zum Entschluß NAPOLEONS, die Schlacht abzubrechen und den Rückzug nach Westen sofort zu beginnen. NAPOLEON benötigte vor allem die Kampfkraft seiner Gardetruppen, um sich den Weg zum Rhein frei zu kämpfen. Bayern hatte bereits am 08.Oktober 1813 die Seite gewechselt und trat nun als Gegner in dieser Rückzugsrichtung auf.

Diese Signalwirkung der Bayern war auslösend für diese Folgehandlungen der Württemberger und Sachsen vor Leipzig.
Die Truppen dieser beiden Rheinbundstaaten standen am 18.Oktober 1813 in vorderster Linie und in Sichtweite zueinander.

Graf NORMANN im Korps MARMONT, mit seiner Württemberger Reiterbrigade und einem leichten Geschütz der reitenden Batterie FLEISCHMANN. General RYSSEL und Oberst BRAUSE im Korps REYNIER, mit 2 Divisionen Sachsen und 19 schweren Geschützen.
NORMANN ging geschlossen mit seinen 556 Reitern und dem Geschütz vor dem Dorf Taucha über - in leichtem Trab und mit eingesteckten Waffen. RYSSEL und BRAUSE mit 3.200 Sachsen und der gesamten Artillerie bei dem Dorf Stünz (heute Sellerhausen-Stünz).

Die Überläufer sind von Kosaken PLATOWS hinter die Linien der Alliierten geleitet worden und nahmen an der Schlacht nicht mehr teil.

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