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 2. Weltkrieg
C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.788

22.02.2013 12:53
RE: Buchwalder Flugplatz antworten

Als vom Buchwalder Flugplatz die Festung Breslau versorgt wurde

Nahe Senftenbergs gab es 1945 eine „Luftbrücke“

Vor 64 Jahren, im April 1945, musste der Flugplatz Buchwalde bei Senftenberg von der Wehrmacht aufgrund der näher rückenden Roten Armee geräumt werden. Zuvor hatte das Areal neben Dresden als zweiter wichtiger Versorgungsstützpunkt der 220 Kilometer entfernten eingeschlossenen „Festung Breslau“ gedient.

RUNDSCHAU-Leser Walter Stecklina schreibt über die damaligen Ereignisse.

Der am Ortsausgang von Buchwalde gelegene Segelflugplatz aus dem Jahr 1937 ist in der Vorkriegszeit vom Fliegerjungzug 1/47 Senftenberg N.-L. zur Ausbildung genutzt worden. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte die deutsche Luftwaffe ab Mai 1940 diesen Flugplatz als Ausbildungsstützpunkt für Piloten in Betrieb genommen. Das dreimotorige Transportflugzeug Junkers 52 (Ju 52) wurde ab 1944 mit weiteren Flugzeugen zur Versorgung der deutschen Wehrmacht an der Ostfront eingesetzt.

Als sich Anfang 1945 die 1. Ukrainische Front mit der 6. Sowjetischen Armee auf ihrem Vormarsch der schlesischen Hauptstadt Breslau näherte, erklärten die Nazis diese Stadt zur Festung. Am 16. Februar war Breslau von sowjetischen Truppen umzingelt. 45 000 deutsche Soldaten standen dem gegenüber. Ab Februar wurden zur Versorgung der deutschen Soldaten ständig etwa 20 Ju 52-Flugzeuge vom Luftwaffenkampfgeschwader, das in Buchwalde stationiert war, als Luftbrücke eingesetzt. Die Landung der Maschinen erfolgte am Stadtrand von Breslau. Die Einkesslung der Stadt wurde später immer intensiver, sodass im Zentrum eine Start- und Landebahn angelegt wurde.

In der Nacht nach Schlesien

Von Buchwalde bis Breslau wurde die 220 Kilometer Flugstrecke im Nachtflug vorgenommen. Im Morgengrauen trafen die Maschinen wieder in Buchwalde ein.

60 Tage erfolgte die Versorgung Breslaus aus der Luft. Der Start der voll beladenen Flugzeuge erfolgte von Buchwalde aus in Richtung Niemtsch. Nach der Wendeschleife mussten die Maschinen an Flughöhe gewinnen, um die Starkstromfreileitung vom Wasserwerk Buchwalde zum Steinwerk Koschenberg in Richtung Breslau zu überfliegen. Von wo der Treibstoff angeliefert wurde, war auch den Einwohnern von Buchwalde nicht bekannt. Die Produktion von Benzin und Diesel im Schwarzheider Brabag-Werk war durch Bombenangriffe Ende März 1945 zum Erliegen gekommen.

Beim Nachtanflug von Breslau zum Flugplatz Buchwalde ist am 23. Februar 1945 gegen 6.30 Uhr durch Beschädigung der sowjetischen Luftabwehr und Treibstoffmangel eine Ju 52 über den Flugplatz hinaus geflogen und auf das Kavaliershaus vom Schloss Senftenberg (jetzt Kommandantenhaus) abgestürzt. Das Mittelteil des Kavaliershauses wurde dadurch stark beschädigt. Die zwei im Haus befindlichen Personen überlebten diesen Absturz nicht. Es kam zu einem geringfügigen Brand, den die Feuerlöschpolizei von Senftenberg schnell in den Griff bekam. Einer der drei Piloten, der in letzter Sekunde aus der Ju 52 abgesprungen war, kam 1985 von Westdeutschland nach Senftenberg, um seinen Rettungsbaum zu sehen, an dem er mit dem Fallschirm auf dem Festungswall hängen geblieben war.

Ende Februar 1945 ist zwischen Kleinkoschen und Buchwalde auf einem Feld am Wasserwerk Buchwalde ein Jagdflugzeug FW-190 (Focke-Wulf) vom Flugplatz Welzow kommend, beim Landeanflug nach Buchwalde abgestürzt. Der Pilot überlebte nicht.

Das Kavaliershaus getroffen

Eine He 111 (Heinkels) wollte Anfang März aus Richtung Großkoschen bei schlechter Sicht den Flugplatz Buchwalde anfliegen. Das klappte nicht. Die Maschine flog über den Markt von Senftenberg in Richtung Niemtsch und anschließend im Wendeflug an Senftenberg II vorbei. Bei der Suche nach einem Landeplatz geriet das Flugzeug zu tief und traf zwischen dem Neuen Friedhof und der heutigen Feuerwache die Spitzen eines Kiefernwaldes. Dann stürzte es ab und explodierte. Das Heck lag rechts und die Pilotenkanzel mit den Motoren links der Straße nach Grube Marga. Die vier Piloten kamen ums Leben.

Beim Nachtabflug vom Flugplatz Buchwalde ist am 11. März 1945 einer Ju 52 die Ladung verrutscht. Auch diese Maschine stürzte ab. Ihre Viermannbesatzung überlebte nicht.

Nur zwei Tage später erkannte die Besatzung einer Ju 52 beim Landeanflug auf Buchwalde die dortige Hochspannungsleitung nicht und stürzte ebenfalls ab. Erneut waren vier tote Piloten zu beklagen.

Am 17. April 1945 musste der Flugplatz in Buchwalde durch das Näherrücken der Roten Armee geräumt werden. Die Maschinen sind auf einen Flugplatz in der Tschechoslowakei verlegt worden. Nach der Räumung in Buchwalde wurde die Rasenfläche für Landezwecke unbrauchbar gemacht.

Erst am 6. Mai 1945, zwei Tage vor Kriegsende, erfolgte die Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Breslau. Über 170 000 Zivilisten, 6000 deutsche und 7000 russische Soldaten sind nach Angaben des britischen Historikers Norman Davis beim Kampf um Breslau ums Leben gekommen.

Im Sommer 1945 wurde die schlesische Hauptstadt den Polen zugesprochen und in „Wroclaw" umbenannt.

Quelle:http://www.lr-online.de/regionen/senften...t1054,2500049,0

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