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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 78 mal aufgerufen
 aktuelle Tagespolitik
C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

14.03.2013 08:54
RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

Heute vor 10 Jahren begann der größte Kahlschlag im sozialen System den Deutschland bis dato je gesehen hatte.
Nicht einmal die CDU hätte sich so etwas gewagt. Unter der vermeintlich "Linken" Rot-Grünen Regierung mit
Gerhard Schröder fand die Agenda 2010 seinen Lauf...

Heute am Vorwahlkampf tritt die SPD angeblich für das ein was sie damals mit Füßen getreten hat. Der Wähler vergisst
aber offensichtlich schnell - bis nach der Wahl, wenn es dann ernst wird und er die nächten 4 Jahre kein
Rückgaberecht mehr hat...

Gruß Alex

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Ein Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

15.03.2013 09:37
#2 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

Der SCHRÖDER-KATALOG sozialer Einschnitte begann mit der Rede des damaligen Bundeskanzlers vor dem Deutschen Bundestag am 14. März 2003. Im Dezember 2003 verabschiedete die rot-grüne Koalition gemeinsam (!) mit der CDU/CSU (in BUNDESTAG und BUNDESRAT) die Gesetzesveränderungen in der Steuer-, Arbeitsmarkt-, Gesundheits- und Rentenpolitik.
DEUTSCHLAND BEWEGT SICH, hieß es - doch wohin? 10 Jahre danach haben wir die Antwort: in die größte SYSTEM-KRISE der Nachkriegszeit hinein ! Befeuert wurde diese Entwicklung durch ein "Reformprogramm" eines (inzwischen wegen finanzieller Untreue gerichtlich vorbestraften) PETER HARTZ: den sog. Hartz-Gesetzen I bis IV, den "Mini-Jobs/ Midi-Jobs", "Ich-AGs" und der regellosen Ausdehnung der Leih-Arbeit. Derartiger Unsinn ist im engen Schulterschluß mit den angeblich arbeitnehmerfreundlichen GEWERKSCHAFTEN "entwickelt" worden ! Erfreut waren (auch) die Mitarbeiter des Bundesamtes für Statistik, die dadurch "neue" Berechnungsgrundlagen für "Erfolgsmeldungen" bekamen ... Immerhin konnten 2 Millionen(!) Arbeitslose zeitabhängig "versteckt" werden. Der "harte Kern" der Langzeit-Arbeitslosen hat sich in den 10 Jahren lediglich um knapp 30 Prozent verringert. DEUTSCHLAND hat inzwischen die höchste Anzahl an GERING-VERDIENERN in EURO-Europa. Dadurch sind wir VIZE-Weltmeister im Export geblieben ! Jeder ernsthafte Ökonom weiß allerdings auch um die (tödliche) Gefahr einer dauerhaften extremen Schieflage in der Handelsbilanz (Export-/Importanteil) eines Staates.
Aber wie heißt es doch so schön in den Manager-Führungsseminaren: der nachhaltig vermittelte GLAUBE an den Aufschwung, ist bereits die Hälfte der notwendigen Wegstrecke zum real eintretenden Aufschwung!

Es muß doch etwas "POSITIVES" aus dem SCHRÖDER-KATALOG entsprungen sein. Natürlich! - rufen die Spötter allerorts:
PDS und WASG sitzen vereint als DIE LINKE im Deutschen Bundestag !!
Ein Gerücht ist allerdings, daß MARGOT HONECKER im chilenischen Exil GERHARD SCHRÖDER dafür den KARL-MARX-ORDEN verliehen hat. Der sehr gut vergütete Alters-Arbeitsplatz bei den "Genossen" von GASPROM ist Auszeichnung genug!

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

15.03.2013 14:29
#3 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

Bei aller Kritik, die natürlich berechtigt ist, weil das Hartz-System vielfach das Kind mit dem Bad ausschüttet, gab es dringenden Handlungsbedarf. Der Arbeitsmarkt war total verkrustet, ähnlich wie es heute noch in Frankreich, Italien und Spanien ist und das Gravierendste, die Lohnstückkosten in Deutschland hatten ein Niveau erreicht, das die Konkurrenzfähigkeit massiv bedrohte. Hinzu kam das Problem, dass die DM als zweite Reservewährung nach dem Dollar nicht einfach abgewertet werden konnte.
Schröder wusste, worauf er sich einließ und dass er die Reform trotzdem auf den Weg brachte, bleibt sein Verdienst. Politik ist eben nicht immer und in allen Bereichen das, was die Menschen wollen, sondern auch die Pflicht, das Notwendige zu tun. Siehe die Südländer, wo sich niemand fand, die Missstände in Angriff zu nehmen.
Vorzuwerfen ist den Verantwortlichen, dass Konstrukte wie die Ich-AG und das Aufstocken an der Lebenswirklichkeit vorbeigehen - eben typische Hirnfürze von Bürokraten. Der größte Fehler aber bleibt, durch jahrelangen Lohnverzicht die Massenkaufkraft nachhaltig geschwächt zu haben, was zu schlimmen Verwerfungen im Sozialsystem geführt sowie das Steuer- und Beitragsaufkommen beschädigt hat. Dazu die von Eichel und Co geradezu verbrecherischen Anschläge auf das Steuersystem mit der Konsequenz, dass sich bestens verdienende Großunternehmen auf Jahre hinaus durch buchhalterische Maßnahmen legal der Steuerzahlung entziehen konnten. Dies hat die Moral vieler Manager völlig verdorben.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

18.03.2013 11:36
#4 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

Durch Einführung des HARTZ-SYSTEMS können erstmalig in der Bundesrepublik Deutschland GRUNDRECHTE "umgangen" werden.
Im ARTIKEL 12 des GRUNDGESETZES ist die ZWANGSARBEIT VERBOTEN, wenn sie nicht gerichtlich angeordnet wird oder durch ein Gesetz der allgemeinen und öffentlichen Dienstleistungspflicht "legalisiert" ist. Ich selber bin zwar ein Befürworter einer derartigen Dienstleistungspflicht in Deutschland - doch eben Kraft eines Gesetzes !
Im ARTIKEL 2, Abs. 1 der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) von 1930 ist VERBOTEN, "ZWANGSARBEIT als Methode der Rekrutierung und Verwendung von Arbeitskräften für Zwecke der wirtschaftlichen Entwicklung" anzuwenden.
HARTZ IV - Betroffene werden, unter Androhung von Grundleistungskürzungen bzw. -streichung, zur sofortigen Arbeitsaufnahme "gezwungen". Die Abwehr-Reaktion darauf ist eine Flut von Klage-Erhebungen Betroffener vor den Sozialgerichten, die örtlich zu einem Zusammenbruch der juristischen Bearbeitung geführt haben. Die Hartz IV - Gesetzgebung wurde deshalb inzwischen 60 mal (!) "verbessert" und "paßt" immer noch nicht ...

Die angesprochene "Verkrustung des Arbeitsmarktes" ist der Beweis dafür, daß es eine "sich selbst regulierende MARKTWIRTSCHAFT" nicht gibt. Immer mehr wird der Staat mit den Steuermitteln seiner Bürger gezwungen, die "Markt-Verwerfungen" der Privat-Wirtschaft auszugleichen. Der STAATS-KAPITALISMUS ist im Vormarsch! Die wachsende Verstaatlichung des Banken-Systems wird auf die Grundlagen-Industrie übergreifen (müssen), um das GESAMT-SYSTEM zu erhalten. Auch der systemische Mittelstand wird in Deutschland bereits mit ca. 8 Milliarden Euro Steuergeld im Jahr zur "Existenzerhaltung" subventioniert. Der daraus entstandene "Aufstocker-Arbeitnehmer"(der trotz Arbeit Arme) wird damit zum "Aufstocker-Rentner"(dem Armuts-Rentner) "entwickelt".
Warum nicht gleich Staats-Betriebe gründen?

[ Editiert von Kai Guleikoff am 18.03.13 11:39 ]

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

19.03.2013 15:21
#5 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

Die Marktwirtschaft reguliert sich sehr wohl selbst; das war ja das Verdienst von Ludwig Erhard, dass er gegen Widerstand von allen Seiten sein Programm durchboxte und den Anhängern der Staatswirtschaft mit Bezugscheinen und Rationierungen in kürzester Zeit vor Augen führte, wie die Wirtschaft aus eigener Kraft erfolgreich arbeitet. Hätten ihm die Allierten mit ihren Sonder- und Vorbehaltsrechten nicht laufend Knüppel zwischen die Beine geworfen, vor allem im Hinblick auf die willkürlichen Obergrenzen vieler Produkte und der Einschränkungen im Handel, wäre das Wirtschaftswachstum noch erheblich größer und schneller gewesen.
Die Verkrustungen im Arbeitsmarkt und die ausufernden Wettbewerbsstörungen waren eine Folge politischer Eingriffe! Die Wahnvorstellungen vieler SPD-Funktionäre über die sog. Mitbestimmung, die de facto ein Pöstchen- und Pfründeschaffen für Gewerkschaftsbonzen war, ohne echte Mitwirkung der Arbeitnehmer, hat eine Trümmerspur hinterlassen. Erhards Vorstellung der Teilhabe am Produktivvermögen durch Kapitalbeteiligung des einzelnen Arbeitnehmers war realistisch und zukunftsweisend, ist aber durch Interessenpolitik zerrieben worden. Das andere Problem waren die immer wieder und bis heute nicht unterlassenen Bemühungen der Wirtschaft, durch Kartelle den Wettbewerb und damit die Kosten- und Produktoptimierung zu unterlaufen. Dazu kam das Verlangen nach Subventionen, wenn Betriebe durch Missmanagement vor der Pleite standen. Eine von falschem Sozialverständnis geprägte Politik hat Unsummen von Steuergeldern für die verschiedensten Wirtschaftszweige verbrannt, ohne sie retten zu können.
Staatsbetriebe können nie konkurrenzfähig sein, weil sie immer ungesunden Einflüssen aus Politik und Bürokratie ausgesetzt sind, Das alte Elend: Alle wollen bestimmen, aber niemand will die Verantwortung haben, wenn es schief geht.
Interessant wäre ein Blick auf die Firmen, die seit Jahren besser als der Markt laufen. Hauptursache ist die Eigentümerstruktur, fast immer Familien, die eigenes Geld eingesetzt haben und nicht auf Trends und US-Modelle abfahren: BMW, VW, Porsche, Aldi, Otto, Deichmann usw.

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

19.03.2013 17:03
#6 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

Hallo,

hier muss man allerdings dazusagen, daß Erhard nach dem Krieg an der Macht war und ein beendeter Krieg ist für ein Land wie ein Konjunkturpaket. So krank es klingen mag, es ist aber leider so, da hier meist recht unbürokratisch gehandelt wird was heutzutage kaum noch möglich ist. Vor lauter Vorschriften, Vorgaben und unmöglichen Gesetzten ist kaum noch etwas möglich.

Gruß Alex

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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

20.03.2013 10:27
#7 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

LUDWIG ERHARD konnte nach 1945 ein Wirtschaftsprogramm fortsetzen, das bereits im NATIONALSOZIALISMUS entwickelt wurde.
Erhard stand bis 1945 unter Protektion des deutschen "Kupfer-Königs" RUDOLF STAHL, der innerhalb der REICHSGRUPPE INDUSTRIE federführend war. Innerhalb dieser "Reichsgruppe" war Ludwig Erhard Leiter des "Instituts für Industrieforschung" und der Spezialist für die neue "Ordnung der Vertriebsformen, Vertriebswege und Vertriebskosten" innerhalb der Reichswirtschaft. Befördert wurden diese Forschungen mit finanzieller Unterstützung der SS-REICHSFÜHRUNG nach den schweren militärischen Niederlagen (Stalingrad, Kursk) der Deutschen Wehrmacht an der Ostfront des Jahres 1943. Ein "Generalplan" der Neuordnung der deutschen Nachkriegs-Wirtschaft konnte bis September 1944 erstellt werden. Dafür zuständig im Reichsministerium der Wirtschaft war Ministerialdirektor OTTO OHLENDORF. Ohlendorf war auch als SS-Obergruppenführer Leiter des Amtes III (SD-Inland) im Reichssicherungs-Hauptamt. Ohlendorf und Erhard trafen sich dazu am 16. November 1944 persönlich.

Den westlichen Besatzungsmächten war nach den HUNGERUNRUHEN des Jahres 1947 jedes wirksame Mittel recht, um soziale Stabilität in ihren Besatzungszonen zu erreichen und damit der "drohenden Bolschewisierung Europas" Einhalt zu gebieten.
Ludwig Erhard, der deutschen Industrie wohl bekannt und von ihr akzeptiert, verwirklichte nun "seine" Theorie - und führte sie zum praktischen Erfolg des "Wirtschaftswunders"!

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

21.03.2013 09:33
#8 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

FAMILIENBESITZ ist nicht (immer) die Garantie für moralisches Verhalten im Sinne des "ehrlichen Kaufmanns"!
Erinnert sei (nur) an die FLICK-PARTEISPENDENAFFÄRE der 1980er Jahre. Hier versuchte sich FRIEDRICH KARL FLICK in der Rolle eines "deutschen Oligarchen" zu profilieren. Das bis zum Jahr 1985 mächtigste deutsche Familien-Unternehmen versuchte Bundesminister und Bundesparteien "aufzukaufen"(hier besonders die FDP), wohl in der Tradition des Wehrwirtschaftsführers FRIEDRICH FLICK im Dritten Reich. Der gehörte zum "Freundeskreis Reichsführer SS" und "bedachte" die NSDAP mit einer jährlichen Parteispende in Höhe von 100.000 Reichsmark.
Doch die "Wiederholung" ging schief und kam vor das Bonner Landgericht (29. November 1983). Eine "politische Katastrophe" bahnte sich an! Gewissenhafte Staatsanwälte hatten Material für 1.805 Strafverfahren vorbereitet, die den "Filz" zwischen Wirtschaft und Politik "erhellen" konnten.
Doch der "System-Schutz" funktionierte: die "Lawine" kam nicht ins Rollen! Das Gericht "verwarf nach gewissenhafter Prüfung" (fast 2 Jahre) den "Vorsatz der Bestechlichkeit" bei der "Pflege der Bonner Landschaft" (Begriff des Flick-Generalbevollmächtigten EBERHARD VON BRAUCHITSCH). Die "Zuwendungen" durften die "Beschuldigten" behalten: RAINER BARZEL 1,8 Millionen DM, FRANZ JOSEF STRAUß 1 Million DM, HELMUT KOHL 565.000 DM - und andere "geringer Bedachte" ...

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

21.03.2013 21:30
#9 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

Erhard hat absolut nichts fortgesetzt, was im 3. Reich entwickelt worden sein soll! Ganz im Gegenteil hat er die Kartelle und das Zunftwesen, das in die Blut-und-Boden-Ideologe eingewoben war, als genau so schädlich und fatal erkannt, wie die von der SPD und dem linken CDU-Flügel favorisierte Planwirtschaft. Gegen heftigsten Widerstand auch aus den eigenen Reihen hat er Erkenntnisse Zug um Zug umgesetzt. Selbst die Alliierten haben Erhard immer wieder Schwierigkeiten gemacht, besonders die dummen Briten, die bei sich die Verstaatlichung der Grundstoffindustrien betrieben. Sie alle verstanden überhaupt nicht, dass Erhards Modell der sozialen Marktwirtschaft neben dem Manchester-Kapitalismus und dem Sozialismus ein dritter Weg sein sollte. Die Tragik Erhards liegt darin, dass er als Kanzler dem Amt nicht gewachsen war; er war Wirtschaftsfachmann von hohen Graden und kein Diplomat. Ihm ging es in typisch professoraler Weise um die reine Lehre der Marktwirtschaft. Seit die Politik laufend dagegen verstößt, geht es mit der Wirtschaft und vor allem mit dem Massenwohlstand bergab. Die Schlussfolgerung liegt also klar auf der Hand: Nicht mehr, sondern weniger staatliche Regulierung und Bevormundung ist notwendig. Der Wahn der Gleichheit für Alle ist der Untergang der Freiheit und der Tod des Leistungsprinzips.
Erhards Buch "Wohlstand für Alle" muss Pflichtlektüre in Europa werden, darin ist vor 60 Jahren der Zustand vorausgesagt worden, an dem wir und Europa heute kranken.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

21.03.2013 21:51
#10 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

@Kai Guleikoff

Wehrwirtschaftsführer waren im Krieg hunderte von Unternehmern, das war nichts besonderes und schon gar kein Hinweis auf eine besonders enge Bindung zum Regime. Flick war Mitglied im Freundeskreis HH, weil er dort mit wenig Aufwand Kontakt zu einem der wichtigsten NS-Führer hatte. Seine Kontakte zu Göring waren erheblich besser und enger. Göring war mit seinen vielen Ämtern, vor allem in den Bereichen Industrie und als letzte Instanz bei Arisierungen für Flick bedeutsam. Über einen seiner engsten Mitarbeiter, Otto Steinbrinck, pflegte er diese Kontakte mittles teurer Gemälde für Görings Sammlung.
Sein Sohn und Erbe war wie so oft ein Versager, der auf einen großen Vater folgt. Laut Aussage enger Mitarbeiter der Konzernzentrale war er faul und nur am lustigen Leben interessiert. Er glaubte, wie sein Vater unter ganz anderen Umständen Einfluss einfach kaufen zu können. Das funktioneirt in einer Demokratie nur solange, bis eine kritische Presse darauf aufmerksam wird. FKF und seine Umgebung hatten dafür kein Gespür.
Nichtsdestotrotz bestehen fast alle Unternehmen des ehemaligen Flick-Konzerns als Bestandteile anderer Firmen weiter.

stomatophylax Offline



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21.03.2013 22:00
#11 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

@Catexus,

diese verkrustete Bürokratie ist ja das Ergebnis einer hirnlosen Politik, die vor allem von Grünen und Roten trotz aller Verluste, Fehlschläge und Verluiste unbeirrt weiter verfochten wird. Ein Blick in die Lebensläufe dieser Wirrköpfe zeigt immer dasselbe stereotype Bild. Es ist im Grunde eine Negativauslese unserer Gesellschaft, die sich anmaßt, alles besser zu können, in Wirklichkeit aber nur ohne Leistung und ohne die Ochsentour an die Fleischtöpfe will. Dies alles zum Schaden unserer Gesellschaft und Wirtschaft.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

22.03.2013 11:50
#12 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

@ STOMATOPHYLAX

WEHRWIRTSCHAFTSFÜHRER war im Dritten Reich ein beurkundeter, offizieller TITEL für deutsche Industrielle der Rüstungsindustrie. Vom Jahr 1938 an führten alle berufenen Mitglieder des WEHRWIRTSCHAFTSRATES bei der REICHSWIRTSCHAFTSKAMMER diesen Titel. Ab 1935 konnte dieser Titel auch "ehrenhalber" im "Namen des Führers" verliehen werden.
Der WEHRWIRTSCHAFTSRAT diente der Koordinierung zwischen Wehrmacht und Wehrwirtschaft innerhalb der nationalsozialistischen "Staatsplanwirtschaft" (4-Jahres-Pläne). WEHRWIRTSCHAFTSFÜHRER waren - durch ihre hohe gesellschaftliche Stellung bedingt - die ersten "Anwärter" für die höchste Stufe (Halsorden) des KRIEGSVERDIENSTKREUZES. Die prominentesten "Wehrwirtschaftsführer" im Dritten Reich waren FRIEDRICH FLICK und FERDINAND PORSCHE.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

23.03.2013 14:06
#13 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

@Kai Guleikoff,

ein Wehrwirtschaftsrat taucht hier zum ersten Mal auf. So ein Gremium hätte garnicht in das Organisationsschema gepasst. Es gab zwar ein Wehrwirtschaftsamt mit General Thomas an der Spitze, das offiziell die Rüstungsvorhaben koordinieren sollte. De facto aber hatte es keinen Einfluss auf die Planungen und Vorhaben der einzelnen Wehrmachtsteile. Thomas hatte vor dem Krieg zwei Vorschläge für die Entwicklung der Rüstungsindustrie erarbeitet; einen für die Breitenrüstung und einen für die Tiefenrüstung. Da sowohl Hitler als auch die führenden Militärs mit einem kurzen und begrenzten Krieg rechneten, verfiel die Tiefenrüstung der Ablehnung. Diese hätte zwar erhebliche Investitionen erfordert, vor allem in die Energiewirtschaft und die Grundstoffindustrie, speziell Metalle und Basischemikalien, wäre für eine längere Kriegsdauer aber notwendig gewesen.
Zurück zum Wehrwirtschaftsführer: Flick und andere Magnaten traten kaum in der Öffentlichkeit auf, im Gegensatz z.B. zu den vergleichsweise unbedeutenden Röchlings. Einfluss auf die Rüstung hatten sie kaum, nach dem Tod Todts baute Speer das System der Erzeugungsringe auf, das von jungen dynamischen Machern wie Willy Schlieker geführt, die enormen Produktionssteigerungen 1943 und 1944 ermöglichte. Die ungeheuren Materialverluste wogen diese allerdings auf.
Ferdinand Porsche wurde 1943 als Chefkonstrukteur für Panzer abgelöst und spielte seitdem keine Rolle mehr in der Rüstung.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

24.03.2013 10:11
#14 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

So ein "Erfinder" bin ich nun auch wieder nicht!
Den WEHRWIRTSCHAFTSRAT habe ich "entdeckt" im "VOLKSLEXIKON DRITTES REICH - Die Jahre 1933-1945 in Wort und Bild" (Band XX der Veröffentlichungen des Institutes für deutsche Nachkriegsgeschichte), Grabert-Verlag-Tübingen, 2. Auflage 1994, S.888, ISBN 3-87847-142-4.
Selbst dieses (wahrlich nicht "linke") Institut beweist die engste(!) Vernetzung der deutschen Wirtschaft mit der NS-Herrschaft. Der Komplex der "alliierten Wirtschaftsprozesse" nach 1945 sind ebenfalls dafür Beweis genug. Da die Fehler der 1920er Jahre nicht wiederholt werden sollten, blieb der deutsche "Rat der Götter" ungeschoren im Besitz ihres gigantischen Kriegsgewinnes.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

28.03.2013 17:46
#15 RE: 10 Jahre Agenda 2010 antworten

Die gigantischen Gewinne durch Rüstungsproduktion sind für Deutschland ein Propagandamärchen. Auf die Herstellungskosten wurde ein Gewinnaufschlag von 5% gewährt. Auf der anderen Seite wurde über Steuern ein Großteil der Gewinne abgeschöpft. Das Reich war recht großzügig bei der Gewährung von Investitionsdarlehen für die Errichtung neuer Kapazitäten und zahlte z.T. auch beträchtliche Vorschüsse auf die geplanten Lieferungen. Nach dem Krieg hat die Bundesrepublik diese Vorschüsse teilweise in drastischer Art zrückgefordert, z.B. bei den Unternehmen der Luftfahrtindustrie, die dadurch in erhebliche finanzielle Schwierungkeiten gekommen sind. Gerade die Unternehmen, die in großem Umfang Rüstungsgüter produziert hatten, verloren nach dem Krieg durch Beschlagnahme und Demontage erhebliche Vermögenswerte. Flicks Imperium hatte zum größten Teil in Mitteldeutschland gelegen, Schwerpunkt in Sachsen, Thüringen und bei Berlin. Diese Stahlwerke, Maschinenfabriken und Braunkohlegruben wurden sämtlich enteignet. Krupp verlor z.B. das Bertha-Werk in Schlesien und das Grusonwerk in Magdeburg, das spätere KET.
Den schnellen Wiederaufstieg haben die Unternehmen geschafft, weil die deutsche Kohle in ganz Europa benötigt wurde und der Koreakrieg zu einer Preisexplosion samt riesiger Nachfrage nach Kohle, Stahl und Stahlerzeugnissen führte.
Am Krieg gut verdient haben nur die US-Farmer und die US-Konzerne, an der Spitze Du Pont und General Motors. Du Pont war wie im 1. WK der mit Abstand größte Hersteller von Pulvern und Sprengstoffen, deckte 80% des Bedarfs der Westalliierten, und lieferte im 2. WK zusätzlich Nylon für 4 Mio Fallschirme und Synthesekautschuk - aufbauend auf der IG Farben-Lizenz! - für 14 Mio Autoreifen. Dazu war der Konzern der größte Profiteur beim Atombombenbau. 40 000 Du Pont-Beschäfitgte waren im Manhattan-Projekt tätig.

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