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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 107 mal aufgerufen
 Die Nachkriegszeit
C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

18.08.2008 21:38
RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Nach seiner Kapitulation teilten die Alliierten Deutschland in vier Besatzungszonen auf. Rasch wurde eine provisorische Verwaltung eingerichtet, geleitet vom alliierten Kontrollrat. Parallel dazu unterstützten sie die Gründung politischer Gruppierungen, um das Land langfristig an eine eigene deutsche Regierung zu übertragen.



Alliierter Kontrollrat

Zwei Grundsätze sollten sich bei der Regierung Deutschlands durch die Alliierten ergänzen: die Ausübung der obersten Gewalt in der jeweiligen Besatzungszone durch den dortigen Oberbefehlshaber, der über die Angelegenheiten seiner Zone nur seiner Regierung Rechenschaft schuldete, und die gemeinsame Herrschaft "in allen Deutschland als ein Ganzes betreffenden Angelegenheiten". Zu diesem Zweck bildeten die Oberbefehlshaber zusammen den Kontrollrat als Kollektivorgan. Sie sollten dort gemeinsam "für eine angemessene Einheitlichkeit des Vorgehens" in ihren Besatzungszonen Sorge tragen und "im gegenseitigen Einvernehmen Entscheidungen über alle Deutschland als Ganzes betreffenden wesentlichen Fragen" fällen. Überstimmt werden konnte keiner der Vertreter der Vier Mächte; für alle Beschlüsse war Einstimmigkeit vorgeschrieben.
Im Koordinierungsausschuss des Kontrollrats saßen die vier Stellvertreter der Oberbefehlshaber. Das waren 1945 die Generale Lucius D. Clay (USA), Wassili Sokolowski (UdSSR), Brian H. Robertson (Großbritannien) und Louis M. Koeltz (Frankreich). Ihnen fiel die eigentliche Arbeit zu, nämlich die Vorbereitung der Kontrollratssitzungen. Diese fanden bis zum März 1948, als der Vertreter der Sowjetunion die Sitzung verließ und dadurch den ganzen Kontrollapparat zum Stillstand brachte, immer am 10., 20. und 30. eines jeden Monats statt. Konferenzort war das Gebäude des Berliner Kammergerichts, in dem zuletzt der "Volksgerichtshof" unter Roland Freisler die Gegner des NS-Regimes verurteilt hatte.
Inhaltliche Auseinandersetzungen über Probleme, die der Kontrollrat zu regeln hatte, fanden in der Regel im Vorfeld, im Koordinierungsausschuss statt. Die Oberbefehlshaber beschränkten sich auf die Beschlussfassung oder, was mit den zunehmend schlechter werdenden Beziehungen zwischen den Verbündeten zur Regel wurde, sie konstatierten, dass keine Übereinstimmung erzielt werden konnte. Die Oberbefehlshaber hatten eine Doppelfunktion: Sie bildeten die militärische Spitze der Okkupationstruppen, und sie waren als Militärgouverneure für die Verwaltung ihrer Besatzungszone zuständig.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

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Ein Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

von Cahlbutz Offline



Beiträge: 22

18.08.2008 21:51
#2 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Ja, das wirkte auch noch nach Gründung von BRD und DDR nach.
Bis zur Wiedervereinigung residierten z.B. in Potsdam die drei westalliierten Militär-Verbindungsmissionen.
Deren Angehörige durften sich auch in der DDR und in Berlin (Ost) frei bewegen, zumindest so lange sie sich nicht für Militärobjekte, Truppenbewegungen und militärische Maßnahmen der NVA/GT der DDR aktiv interessierten. Dann traten in den Regel ihre sowjetischen Kollegen in Aktion.
Ich hatte öfter unfreiwillige Begegnungen mit diesen Kameraden und dabei waren speziell die Briten betont arrogant, unhöflich und rüde- überhaupt nicht gentlemanlike.

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

18.08.2008 22:26
#3 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Habe hier einen neunen Thread dazu aufgemacht.

Gruß Alex

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Ein Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

Rainer 48 ( gelöscht )
Beiträge:

03.11.2009 01:27
#4 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Besatzungsherrschaft? Was ist denn das? Davon konnte man im Prinzip bis zur Gründung der BRD reden. Danach hat der Herr Adenauer den Westalliierten schon so einiges dazu geflüstert.
Was MM angeht, so verhielten die sich überall etwas von oben runter.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

21.03.2012 11:33
#5 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Einige Fakten zur Erinnerung. Bedingungslos kapituliert hat die Deutsche Wehrmacht. Die letzte deutsche Reichsregierung unter Dönitz wurde von den Briten verhaftet,eine neue deutsche Regierung bis 1949 nicht gebildet. Zwischen Deutschland und den Alliierten bestand Waffenstillstand. Der Kriegszustand mit Deutschland wurde 1955(!)beendet. Deshalb bewertete die Sowjetunion den 17.Juni 1953 auch als "faschistischen Putschversuch" und schlug ihn mit militärischen Mitteln nieder. Die alliierten diplomatischen Vertreter in den beiden deutschen Staaten verstanden sich als "Regierende Botschafter" und verhielten sich auch so. Der 13. August 1961 war ebenfalls eine alliierte Absprache zur Stabilisierung der politischen Lage in Mitteleuropa. Die Einheit Deutschlands stand nicht auf der Tagesordnung. Der einseitige Rückzug der Sowjetunion aus dem Kreis der Siegermächte und die Selbstaufgabe ihres politischen Systems, ermöglichte den "Zwei-plus-Vier-Vertrag" von 1990 und die formale Unabhängigkeit des heutigen Deutschland. Den im Potsdamer Abkommen von 1945 in Aussicht gestellten "Friedensvertrag" gibt es immer noch nicht.

Raginher Offline



Beiträge: 145

21.03.2012 21:39
#6 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Zitat
Gepostet von Kai Guleikoff
Den im Potsdamer Abkommen von 1945 in Aussicht gestellten "Friedensvertrag" gibt es immer noch nicht.


und den wird es so auch nicht geben. Das ist allen Betroffenen etwas zu riskant.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

22.03.2012 17:14
#7 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Den überwiegend jüngeren Forumsteilnehmern sind wesentliche Tatsachen offenbar unbekannt. Die Besatzung Westdeutschlands nach dem alliierten Statut endete erst 1952. Am 26. Mai wurde der Generalvertrag von den 3 Hochkommissaren und Adenauer in aller Stille in Bonn unterzeichnet. Die Bevölkerung wurde am folgenden Tag informiert. Voraussetzung für diesen Schritt war die Bereitschaft, sich an der Verteidigung Westeuropas aktiv zu beteiligen. Hierzu war eine Europäische Verteidgigungsgemeinschaft -EVG- geplant, die ein europäisches Verteidigungsministerium und gemeinsame Streitkräfte der Kontinetalländer vorsah. Diese im Grundsatz vernünftige und zukunftweisende Idee scheiterte am französischen Egoismus. Die Pariser Nationalversammlung stimmte mehrheitlich gegen die EVG, weil man sich in Großmachtträumen erging, gestüzt auf die gerade laufende Entwicklung französischer Kernwaffen. Dass Frankreich auch mit ein paar A-Bomben genau wie die Briten nur eine von den USA abhängige Mittelmacht war, wollte man nicht wahrhaben. Als auf amerikanischen Druck 1956 das britisch-französisch-israelische Suez-Abenteuer abrupt gestoppt werden musste, ist dies schlagartig klar geworden.
Schon 1951 mit der Gründung der Montaunion hatte Adenauer ein Stück Souveränität zurückgewonnen. Im Londoner Schuldenabkommen von 1952 hatte Hermann-Josef Abs als deutscher Verhandlunsgführer bereits günstige Ergebnisse und Konditionen ausgehandelt, als Adenauer ihn anwies, auch dubíose Forderungen aus allen möglichen Quellen anzuerkennen und in die Tilgung einzubeziehen. In Gelddingen war Adenauer immer unbedarft und zum Nachteil des Fiskus zu großzügig.
Laut Grundgesetz soll nach der Wiedervereinigung das deutsche Volk sich eine neue und dauerhafte Verfassung geben. Indem die Drecksparteien, die sich anmaßen, den Willen des Volkes zu vetreten - was de facto nicht der Fall ist - gegen dieses GG-Gebot verstoßen, zeigen sie in aller Deutlichkeit, dass ihnen ihre Klüngelwirtschaft mit Korruption und Postenschieberei wichtiger ist, als die Staatsräson.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

22.04.2012 08:05
#8 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Wesentliche Hintergründe der deutschen Geschichte werden mit Vorsatz verzerrt wiedergegeben oder verheimlicht. Es heißt nicht umsonst, "Mut zur Wahrheit" haben. Ein WORTDELIKT kann in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden als "Volksverhetzung" nach § 130 StGB.
Die Sowjetunion berief sich am 17.Juni 1953 in der DDR auf "bestehendes Kriegsrecht in Deutschland" und der damit verbundenen Notwendigkeit des Militäreinsatzes in ihrem Besatzungsbereich. Die westlichen Alliierten hatten dieser Begründung zugestimmt.

Raginher Offline



Beiträge: 145

22.04.2012 21:21
#9 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Zitat
Gepostet von stomatophylax
Die Besatzung Westdeutschlands nach dem alliierten Statut endete erst 1952. Am 26. Mai wurde der Generalvertrag von den 3 Hochkommissaren und Adenauer in aller Stille in Bonn unterzeichnet.
Laut Grundgesetz soll nach der Wiedervereinigung das deutsche Volk sich eine neue und dauerhafte Verfassung geben. Indem die Drecksparteien, die sich anmaßen, den Willen des Volkes zu vetreten - was de facto nicht der Fall ist - gegen dieses GG-Gebot verstoßen, zeigen sie in aller Deutlichkeit, dass ihnen ihre Klüngelwirtschaft mit Korruption und Postenschieberei wichtiger ist, als die Staatsräson.


Die Besatzung endete, zumindest in den Westzonen erst mit dem Beitritt der BRD zur NATO,also 1955.
http://www.hdg.de/lemo/html/DasGeteilteD...toBeitritt.html
Wiederverteinigung hat es nicht gegeben,die ostdeutschen Länder sind der BRD beigetreten, und das war keine Wiedervereinigung sondern nur ein Beitritt, evtl. vergleichbar mit dem Saarland in den50er Jahren.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

23.04.2012 08:11
#10 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Im Saarland fand eine VOLKSABSTIMMUNG zum Beitritt statt, unter internationaler Beobachtung. In der DDR war das nicht der Fall!

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

23.04.2012 11:37
#11 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

1952 endete die Allmacht der drei Hohen Kommissare und die Bundesregierung hatte die Exekutivgewalt. Dass darüberhinaus zahlreiche Einschränkungen der nationalen Souveränität fortbestanden, ändert nichts an der Grundtatsache. So ist die Lufthoheit erst 1955 wieder erstanden und das Bauverbot für große Kriegsschiffe galt noch darüberhinaus. In Berlin galten die alliierten Vorbehalte und Rechte bis 1990.
Wenn der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik keine Wiedervereinigung war, was denn dann?

Raginher Offline



Beiträge: 145

23.04.2012 21:37
#12 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Das Besatzungsstatut war bis zu den Pariser Verträgen am 05.05.1955 gültig, es gab danach jedoch noch einige Restriktionen, z. B. durften nur Briten, Franzosen oder Amerikaner sich mit blockierten SMM Fahrzeugen und ihren Insassen beschäftigen. Die Briten brauchten bis zu sechs Stunden für 60 Km.Bundeswehr durfte in Uniform nicht direkt an die Zonengrenze(5Km), bei bei übungen musste der Abstand noch grösser sein.

[ Editiert von Raginher am 23.04.12 21:38 ]

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

24.04.2012 12:57
#13 RE: Errichtung der Besatzungsherrschaft antworten

Völkerrechtlich ist der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland ein einmaliger Sonderfall gewesen und bleibt daher problematisch. Nach Ansicht der UNO war die DDR ein selbstständiger Staat wie die Bundesrepublik Deutschland. Beide waren seit 1975 getrennte UNO-Mitglieder. Lediglich für die Bundesrepublik Deutschland war die DDR kein Ausland. Die Bürger der DDR konnten in den deutschen Botschaften West ihren Personalausweis gegen den der Bundesrepublik Deutschland eintauschen. Mir selber wurde das 1988 in Bayern angeboten. Unter Ausschluß der UNO ist bei den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen mit dem Artikel 23 Grundgesetz "jongeliert" worden. Dieser "Beitritts-Artikel" wurde bis 1992 in einen "Europa-Artikel" verändert. Gewissermaßen trat so die DDR "beispielhaft" den ersten Schritt zur Bildung der "Vereinigten Staaten von Europa". Spötter dagegen verweisen mit der Bezeichnung "Großwestdeutschland" auf den Anschluß Österreichs und des Sudetengebietes 1938 an das Deutsche Reich.

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