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Dieses Thema hat 22 Antworten
und wurde 358 mal aufgerufen
 Die Verbände der Waffen-SS
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stomatophylax Offline



Beiträge: 350

30.05.2011 14:24
#16 RE: Die Soldaten der Waffen-SS - Soldaten wie andere ? antworten

Die Stammverbände waren gekennzeichnet durch eine vorbildliche Kameradschaft und ein Selbstvertrauen in das eigene Können, das sich auf die in Übungen und Manövern nachgewiesene Leistungsfähigkeit und -bereitschaft stützte. Die Spinde hatten keine Schlösser, Kameradendiebstahl galt als das gemeinste Verbrechen überhaupt und wurde mit Einweisung in ein K-Lager geahndet! Die Führung der Einheiten erfolgte grundsätzlich von vorne, wodurch sich besonders im Ostkrieg sehr hohe Offiziersausfälle ergaben. Nach dem Westfeldzug wurde die Verfügungstruppe umgebildet: "Deutschland" und "Der Führer" bildeten die Division "Das Reich" unter Paul Hausser, die Leibstandarte wurde in eine verstärkte Brigade umgegliedert und ging so in den Balkanfeldzug. Aus "Germania" und den aus west- und nordeuropäischen Freiwilligen aufgestellten Regimnter "Westland" und "Nordland" wurde die Division "Wiking" gebildet. Diese erste europäische SS-Division, in der zeitweilig auch ein finnisches Freiwilligen-Bataillon kämpfte, war vom 22.6.41 bis zum 8.5.45 nur an der Ostfront im Einsatz, weil die ausländischen Soldaten sich allein zum Kampf gegen den Bolschewismus verpflichtet hatten. Unter der Führung von Felix Steiner und später Herbert Gille war "Wiking" eine der kampfstärksten Divisionen, auf jeden Fall aber die höchstdekorierte der gesamten Wehrmacht. 1 x Brillanten, 3 x Schwerter, 6 x Eichenlaub, 54 Ritterkreuze und 174 Deutsche Kreuze in Gold sprechen eine deutliche Sprache. Beim Gegner war die Division so gefürchtet, dass die Sowjets triumphierten, als sie in Tscherkassy mit eingekesselt war. Doch dort wie später in Kowel schlug "Wiking" sich aus dem Kessel heraus. Die Personalverluste waren enorm, was nicht nur auf die Kämpfe in den Brennpunkten der Front zurück zu führen war, sondern vor allem auf das Fehlen von Panzern und SPW. Es waren motorisierte InfDiv, die erst 1943 ein Panzerregiment erhielten. Auch die immer wiederholten Behauptungen der besseren Ausrüstung der SS-Divisionen sind falsch, dort kämpfte das beste Soldatentum, siehe die Endkämpfe in Ungarn und Berlin 1945.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

27.03.2012 17:12
#17 RE: Die Soldaten der Waffen-SS - Soldaten wie andere ? antworten

In der Personalkartei der Waffen-SS waren 854.850 Angehörige aus 39 Nationalitäten erfaßt. Sie verstanden sich als Krieger im Kreuzzug gegen den Bolschewismus. Als "Parteisoldaten" der NSDAP waren sie nach dem Ende des Dritten Reiches geächtete und verfolgte "Sündenböcke" der Deutschen und ihrer ehemaligen Verbündeten.
Zum Ende des Zweiten Weltkrieges gab es zahlreiche Versetzungen aus dem Heer zur Waffen-SS, um die hohen Personalverluste auszugleichen. Da die Waffen-SS keine Führungsakademie für höhere Offiziere gegründet hatte, sind auch Stabsoffiziere aus Heer und Lufwaffe in die Stäbe der Waffen-SS gewechselt.
Für mich sind es Soldaten wie andere auch.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

11.04.2012 08:55
#18 RE: Die Soldaten der Waffen-SS - Soldaten wie andere ? antworten

Der "Fall" GRASS zeigt doch aktuell, wie ein Kriegsfreiwilliger zur Waffen-SS kommen konnte. GRASS wollte U-Boot-Fahrer werden und landete bei der "Elite". Zum absehbaren Ende des Krieges in Europa bekam die Waffen-SS mehr Rechte zur Einberufung von Freiwilligen und Wehrpflichtigen.

DirkDieter Offline




Beiträge: 111

26.11.2012 20:19
#19 RE: Die Soldaten der Waffen-SS - Soldaten wie andere ? antworten

Na deshalb war die Waffen SS in den letzten beiden Kriegsjahren auch keine Elite mehr. Weil am Ende alles eingezogen wurde.

Providentiae Memor

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

27.11.2012 11:59
#20 RE: Die Soldaten der Waffen-SS - Soldaten wie andere ? antworten

Nach dem 20.Juli 1944 (Attentat auf Hitler in der Wolfsschanze) erfolgte eine deutliche Aufwertung der Rolle der Waffen-SS. Die durch einen Vorschlag des Reichsmarschalls GÖRING erfolgte Einführung des "Hitlergrußes" in der Deutschen Wehrmacht, verdeutlichte das auch äußerlich. Die Waffen-SS durfte "privilegiert" einberufen und wurde mit den neuesten Waffensystemen ausgerüstet. Aus dem Geburtsjahrgang 1926 wurde mehrheitlich die 12.SS-Panzerdivision "Hitlerjugend" 1943 aufgestellt und ab März 1944 in Erwartung der Invasion nach Frankreich verlegt(als Schwesterdivision der Leibstandarte SS "Adolf Hitler"). Die von den Westalliierten als "Babydivision" verächtlich bezeichnete Truppe, bewährte sich im Gefecht hervorragend. Der schnelle Kriegsverlauf verhinderte die weitere Aufstellung von "Hitlerjugend-Divisionen" der Waffen-SS. Auch die Angehörigen der "Ausländer-SS" kämpften selbstlos gegen ihren eigenen Untergang an. Der Führerbunker in Berlin wurde im April 1945 von Soldaten der französischen Waffen-SS verteidigt. Der "Elite-Begriff" blieb so bis zum letzten Kriegstag erhalten - aus politischer Überzeugung und/oder persönlicher Ausweglosigkeit.

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

05.12.2012 17:34
#21 RE: Die Soldaten der Waffen-SS - Soldaten wie andere ? antworten

Man muss bei den Divisionen der Waffen-SS unterscheiden zwischen den Stammeinheiten "Leibstandarte", "Das Reich", "Totenkopf" und "Wiking", die aus handverlesenen Freiwilligen bestanden - bei "Totenkopf" ergänzt durch Wachmannschaften der K-Lager, und den im Krieg aufgestellten Verbänden. "Hitlerjugend" war vom gleichen Kaliber, die Polizeidivision, "Nord", "Hohenstauffen", "Frundsberg" und "Prinz Eugen" waren nicht ganz so kampfstark, die überwiegend aus Volksdeutschen gebildeten Einheiten entsprachen der Masse der Heeresdivisionen. Tapfer kämpften die ausländischen Freiwilligenverbände, die den kommunistischen Ansturm aufhalten wollten.
Das Märchen von der bevorzugten Ausstattung der SS-Divisionen mit den modernsten Waffen ist offensichtlich unausrottbar. Die Divisionen waren zunächst personell stärker und vollmotorisiert. Bis auf die "Leibstandarte", die als Brigade eine Sturmgescützbatterie hatte, fehlten bis Ende 1942 Panzer vollkommen. Viele der neuen Verbände waren mit tschechischen Beutewaffen ausgerüstet. Selbst die schlappen Luftwaffenfelddivisionen hatten vor der Waffen-SS MG 42 und Pak 40. Die Panzerdivisionen des Heeres erhielten stets die neuesten Waffen, die best augestattete Division der Wehrmacht war die Panzerlehrdivision, gefolgt von "Großdeutschland".

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

06.12.2012 00:04
#22 RE: Die Soldaten der Waffen-SS - Soldaten wie andere ? antworten

Zitat
Gepostet von stomatophylax
die best augestattete Division der Wehrmacht war die Panzerlehrdivision,



Und hier habe ich noch eine lebende Quelle. Mein Großvater war in der Panzerlehr und bis zum Kriegsende dabei. Werde ihn die Tage sehen und mal nachhaken. Er gehörte damals in den Ardennen zu der Einheit die am weitesten Richtung Maas kam. Wo hingen die Waffen-SS gnadenlos stecken blieb. (Was aber eher am Treibstoffmangel lag)

Gruß Alex

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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

11.01.2014 12:08
#23 RE: Die Soldaten der Waffen-SS - Soldaten wie andere ? antworten

Am 10. Januar 2014 wurde in ESTLAND der letzte verbliebene, einheimische Ritterkreuzkreuztäger beerdigt: Der 92jährige HARALD NUGISEKS, zuletzt SS-Oberscharführer in der 20. SS-Freiwilligen-Division (1. estnische).

Das Begräbnis fand mit militärischen Ehren statt, unter Teilnahme internationaler Waffen-SS-Veteranen und Vertretungen rechts-nationaler Jugendorganisationen.
ESTLAND und LETTLAND geben sich seit ihrer Unabhängigkeit von Rußland wieder sehr "antirussisch" geprägt und verehren ihre Angehörige der Waffen-SS als "Freiheitskämpfer gegen den Bolschewismus". Die jährlich im Juni/Juli stattfindenden Treffen der ehemaligen Waffen-SS-Angehörigen, haben regen Zulauf vor allem durch nationalgesinnte Jugendliche des In- und Auslandes.

Eigenartig ist hier das Schweigen der EU-Politiker zu bewerten, die doch bei kleinsten "Neo-Nazi-Aktivitäten" in Deutschland und Österreich die "Sturmglocken" läuten lassen.
In ESTLAND und LETTLAND werden heute noch Träger von deutschen Auszeichnungen des Zweiten Weltkrieges stehend mit Beifall begrüßt und als Helden gefeiert.
Auch HARALD NUGISEKS trug sein Ritterkreuz bis zuletzt öffentlich bei festlichen Empfängen in seiner Heimat.

Etwa 20.000 Esten kämpften auf deutscher Seite und danach alleine als "Waldbrüder" oder "Waldwölfe" bis Februar 1950.
Diese Nachkriegszeit ist spannend geschildert im Buch von INGO PETERSSON "Die Waldwölfe - Unter baltischen Freiheitskämpfern 1947-1950" (ISBN-13: 978-3-935102-30-8).

Als einer von vier Esten insgesamt, erhielt HARALD NUGISEKS das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 03. April 1944 als SS-Unterscharführer für beispielhafte Tapferkeit in der NARVA-OFFENSIVE (15. bis 28. Februar 1944).
Zuvor hatte er bereits beide Eisernen Kreuze, das Infanterie-Sturmabzeichn und das Verwundeten-Abzeichen verliehen bekommen.

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