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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 69 mal aufgerufen
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C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

14.11.2013 22:11
RE: Tod als Ausweg antworten

Tod als Ausweg

Die DDR hatte eine der höchsten Selbtsmordraten der Welt

Blättert man in den statistischen Jahrbüchern der DDR, so stößt man zwar auf jede Menge planmäßig geschönte Produktionsziffern, nicht aber auf Zahlen zu heiklen Themen wie zum Beispiel der Selbstmordrate in der DDR. Der Leipziger Historiker Udo Grashoff hat sich mit diesem einstigen Tabuthema beschäftigt und die Ergebnisse seiner Forschungen in dem Buch "In einem Anfall von Depression" niedergeschrieben. Otto Langels rezensiert.


http://www.dradio.de/dlf/sendungen/polit...teratur/563438/

Gruß Alex

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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

15.11.2013 10:50
#2 RE: Tod als Ausweg antworten

SUIZIDE in der DDR waren in der Tat "Verschlußsache", wurden in der Presse nicht publiziert und in den öffentlich zugänglichen Statistiken nicht gesondert aufgeführt.
Die Untersuchung von Suiziden gehörte zum Aufgabenbereich des MfS (Abteilung 1 der Kriminalpolizei). Hier wurde allerdings, im Unterschied zur Praxis in der BRD, sehr akribisch vorgegangen. Eine Obduktion des Toten war grundsätzlich vorgeschrieben. Dadurch war eine "Dunkelziffer" bei der Todesursache so gut wie ausgeschlossen. Die interne DDR-Statistik zu Suiziden gehört damit zu den weltweit zuverlässigsten Quellen in diesem Forschungsbereich.

Die Diskussion darüber in der Bevölkerung konnte natürlich nicht unterbunden werden. Ein "Selbsmord" sprach sich natürlich regional herum, wenn auch "nur" als Gerücht - dafür umso wirksamer.

In der NVA der DDR kam es relativ häufig zu Selbsmord-Gefährdungen unter jungen Wehrpflichtigen. Ursache war zumeist die längere Trennung von der Freundin, befördert durch die (zumeist beabsichtigte) ungewohnt große Entfernung zwischen dem Stand- und Heimatort und dem befohlenem hohen Stand der "ständigen" Gefechtsbereitschaft (80 Prozent des Personalbestandes immer kaserniert).

Glücklicherweise brauchte ich nie selber (war Aufgabe des Vorgesetzten) eine derartige Nachricht über eine Selbsttötung den Eltern eines "im Dienst Verstorbenen"(offizieller Wortlaut dafür) mitteilen. Der interne Vorgang ist den Betroffenen dann bei einem Hausbesuch der örtlichen MfS-Dienststelle mitgeteilt worden, mit der entsprechenden Belehrung zur Verschwiegenheit.

Als Vorgesetzter blieben daher nur wenige Maßnahmen der "Vorbeugung" möglich. Die (zeitweilige) Freistellung vom Wachdienst mit der persönlichen Waffe als "Sofortmaßnahme" war dabei die häufigste Entscheidung. Kontaktaufnahmen mit der Freundin des Wehrpflichtigen, dessen Familie und dessen Arbeitsstelle folgten gewöhnlich.
Bei "anhaltender Suizid-Gefährdung" blieb dann nur noch die medizinische Einweisung in das Zentrale Armeelazarett (ZAL) nach Bad Saarow übrig.
Entlassungen aus dem Grundwehrdienst blieben selten, in einigen Fällen mußte die "Ausfallzeit" sogar nachgedient werden.
Fast ausschließlich Männer als Soldaten und junge Unteroffiziere unterlagen dieser Gefährdung. Die mir bekannten weiblichen Unteroffiziere (die es in der NVA im Stabsdienst gab) schienen dafür nicht "anfällig" zu sein.

Zur aktuellen Problematik SUIZID empfehle ich die GESUNDHEITSBERICHTERSTATTUNG DES BUNDES, HEFT 52 mit dem Titel "Sterblichkeit, Todesursachen und regionale Unterschiede", S.41, veröffentlicht durch das Robert-Koch-Institut, Berlin 2011.

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

15.11.2013 16:59
#3 RE: Tod als Ausweg antworten

Wobei ich die Selbstmordrate nicht am System festmachen würde. Da gab es regional massive Unterschiede. So war Hoyerswerda z.B. der absolute Spitzenreiter was den Suizid anging.
In den 90er Jahren aber lag z.B. das westdeutsche Würzburg an der Spitze in ganz Europa!

Gruß Alex

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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

18.11.2013 08:27
#4 RE: Tod als Ausweg antworten

Für unser Forum wäre interessant, die SUIZIDE von Militärangehörigen nach System-Zusammenbrüchen zu diskutieren.
Sowohl nach den beiden Weltkriegen als auch nach dem Ende der DDR hat es diese Entscheidung als Häufung gegeben.
Die heutigen Gut-Menschen bewerten diese Suizide grundsätzlich abwertend als "Flucht aus der persönlichen Verantwortung" und "Beweis für das schlechte Gewissen".

Moralische Werte, wie Ehre, Treue und Glaube, werden heute als rückständig, hinderlich und sogar fanatisch dargestellt.

Matzerath Offline



Beiträge: 160

18.11.2013 18:55
#5 RE: Tod als Ausweg antworten

Ja, daß ist die stereotype Darstellung der heutigen Geschichtsschreiber, als ob die Selbstmörder aus dem Militär- bzw. Staatswesen der DDR wegen ihres "schlechten Gewissens" den Suizid begangen hätten. Das hätte man gerne, daß man der Gleichsetzung der DDR mit dem Naziregime weiter das Wort reden kann. Selbst das dümmste Kalb versteht es irgendwann, daß die DDR keine 5 Mil. Leute in die Gaskammern geschickt hat und auch keinen Weltkrieg mit 60 Mil. Toten auf dem Konto hat...

Es schrieb Matzerath :)

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

19.11.2013 13:51
#6 RE: Tod als Ausweg antworten

Dieses Einprügeln auf Deutsche ist zum weltweiten "Völkersport" geworden. Gegenwärtig stehen wir wieder kurz davor!
Die großen Kolonialmächte Europas, wie die Briten, Franzosen, Spanier, Portugiesen und Niederländer durften ungestraft ganze Regionen entvölkern. Die daran beteiligten Militärs und Zivilverwaltungen wurden bis an ihr Lebensende als "Helden" verehrt. Ihre Denkmale stehen heute noch.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

28.11.2013 08:23
#7 RE: Tod als Ausweg antworten

Kürzlich war in den öffentlich-rechtlichen Medien wieder einmal die Rede von der Häufung POSTTRTAUMATISCHTER BELASTUNGSSTÖRUNGEN bei Bundeswehrangehörigen (vor und nach Kampfeinsätzen), die auch eine SUIZIDGEFÄHRDUNG einschließen können.
Unter den Toten der bisherigen Auslandseinsätze seien auch eine (ungenannte) Zahl "Selbsmörder" vertreten.

Wer kann darüber, aus eigener Kenntnis von Vorfällen, Auskunft geben?

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