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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 51 mal aufgerufen
 2. Weltkrieg
C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.788

27.01.2014 16:50
RE: Leningrader Blockade antworten

Heute vor 70 Jahren endete die Blockade Leningrads, welche seit dem 8. September 1941 andauerte.
Schätzungen zu Folge kam es durch die Blockade zu über eine Million Tote.

Was meint Ihr? Ist die Blockade solcher Großstädte legetim?
Die Sowjets taten es nur wenige Jahre später mit West-Berlin ähnlich. Hier kam aber die Luftbrücke zum tragen.

Gruß Alex

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Ein Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

28.01.2014 10:35
#2 RE: Leningrader Blockade antworten

Die Begriffe "Blockade von Leningrad" und "Berlin-Blockade" zeigen bereits den Widersinn verwandter Begriffe!

Die (Beinahe-)Einschließung der zur "Festung" erklärten Stadt Leningrad war militärisch legitim. Seit dem Bestehen von Städten werden diese in Kriegen auch belagert. Es sei denn, es erfolgt eine Erklärung zur "offenen Stadt", mit Abzug aller einheimischen Militärkräfte.
STALIN verbot die Übergabe der Stadt Leningrad und befahl die "Verteidigung der Geburtsstätte der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution" bis zum letzten Mann.

Die "Berlin-Blockade" (West-Berlins) war eine Unterbrechung der Versorgungswege zu Lande und zu Wasser für die Zivilbevölkerung. Der Bevölkerung von West-Berlin wurde von Seiten der Russen die Möglichkeit offengehalten, sich in Ost-Berlin zu versorgen.
Doch dieses "Zuckerbrot" ist von der Mehrheit der West-Berliner nicht angenommen worden.
Auch dagegen errichteten die West-Alliierten die bisher umfangreichste Luft-Versorgungs-Brücke der Lufttransportgeschichte, mit dem wichtigen Nebenerfolg der starken Anbindung der West-Berliner an die westlichen Besatzungsmächte.

Das einzig Verbindende beider Blockaden ist deren Scheitern durch die Belagerer!

Der russische Schriftsteller GRANIN, der eigentlich GERMAN heißt, hielt im Bundestag die thematische Rede zum 70. Jahrestag des Endes der (fast) 900-Tage-Belagerung Leningrads.
Seine bisherigen 95 Jahre Lebenszeit spielen schon allein die Vergänglichkeit von Geschichtsauffassungen nach.

GRANIN war Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, Panzeroffizier der Roten Armee und Verteidiger der Festung Leningrad. Als späterer Schriftsteller fand er (bis heute) bei allen Herrschern im In- und Ausland gefallen. Ein einfühlsamer Mensch eben.
Seine Reisegeschichten aus der DDR lese ich noch heute(immer wieder) gerne.
Leider kann er wohl nicht mehr den Schneid aufbringen, die ganze Wahrheit über die "900 Tage" zu schreiben:

Über eine "Festung", die nicht auf eine Belagerung vorbereitet wurde ("Bis hierher kommt kein Faschist!").
Die gesamte Zivilbevölkerung (auch Frauen und Kinder) wurde zur Verteidigung herangezogen und nicht evakuiert. Wer sich den Befehlen verweigerte, fand den Tod vor dem Standgericht. Den zumeist sinnlosen Ausbruchsversuchen - bei Luftherrschaft der Deutschen und im Feuer schwerster deutscher Artillerie - fielen im Belagerungszeitraum nahezu 1 Million (!) Rotarmisten zum Opfer.
Die werden bis heute fast immer "vergessen", wie die weitere "Million" in und um die Festung Stalingrad. Für uns heute unfaßbare Dimensionen an "Menschenverbrauch" - und nur in Diktaturen mit "Glaubenslehren" möglich !

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

30.01.2014 14:42
#3 RE: Leningrader Blockade antworten

Angesichts der historischen Tatsachen ist es mehr als beschämend, dass der Schwadroneur Gauck sich in geradezu hündischem Gehorsam bei Putin einschleimen wollte.
Leningrad wurde unter dem Terrorregime von Schdanow auf Befehl Stalins wie später Stalingrad mit unerhörten Leiden und Opfern verteidigt. Vor dem Schließen des Belagerunsgrings wurden noch 850 000 Arbeiter und 40 000 Waggons mit Maschinen und Ausrüstungen abtransportiert. Die Bevölkerung musste in der Stadt bleiben. Nachts brachten wenige Boote über den Ladogasee Nachschub. Mit dem Winter war der See dann befahrbar, Lkws und später ein Eisenbahmgleis ermöglichten es, 4000 bis 5000 to täglich in die Stadt zu bringen. Davon waren allerdings maximal 20% Nahrungsmittel, die Masse Rohstoffe für die Rüstungsfabriken.
Schdanows Regime war unerbittlich: Die Brotration für die nicht körperlich Arbeitenden betrug 125 g, für Arbeiter 250 g. Für die Soldaten im Schützengraben war die Normalration die halbiert, für alle anderen gedrittelt. Wer nicht zur Arbeit oder zum Schanzen erschien, erhielt nichts zu essen. 600 000 Kinder waren ständig mit dem Stellungs- und Bunkerbau beschäftigt, d.h. auch die 9-jährigen, wahrscheinlich auch 8-jährige. Nach sowjetischen Angaben sind 700 000 Menschen verhungert, überwiegend Frauen, Kinder und Alte.
Die Opfer, die der Roten Armee zugemutet wurden, um in ständigen Angriffen während dreier Winter den deutschen Ring aufzubrechen, dürften die Mio Gefallener in Stalingrad übertreffen. Im Winter 41/42 wurde die von General Wlassow kommandierte 2. Stoßarmee, die extra zur Befreiung Leningrads aufgestellt worden war, eingekesselt und ist in den Wolchow-Sümpfen vollständig aufgerieben worden. Wlassow geriet in Gefangenschaft.
Die unerbittliche und menschenverachtende Führung ließ in Leningrad Zweifel an Stalins Gottähnlichkeit aufkommen, selbst bei Parteifunktionären. Schdanow wurde nach Moskau geholt, offiziell geehrt, in Wirklichkeit streng kontrolliert. Stalin schickte ihn zur Kur, in deren Verlauf er plötzlich verstarb. Honni soit qui mal y pense.

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