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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 187 mal aufgerufen
 aktuelle Krisenherde
C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

15.09.2014 01:01
Nordkorea: Aus dem Inneren der Diktatur antworten

»Es ist ein Land, das wir überhaupt nicht verstehen. Wie ein anderer Planet.« SPIEGEL-Mitarbeiterin Susanne Koelbl sprach von Nordkorea. Im KörberForum war Jang Jin Seong zu Gast, der als Poet Kim Jong-ils Zugang zum Regime hatte, heute im Ausland lebt, aber noch immer in der Lage ist, etwas mehr Licht auf diese dunkle, fernöstliche Diktatur zu werfen. Vor zehn Jahren musste Jang aus Norkorea fliehen, weil er die Biografie eines südkoreanischen Autors erst ausgeliehen und dann in der U-Bahn liegen gelassen hatte. Als drei Herren vom Sicherheitsministerium auf ihn warteten, war dem Dichter klar, dass er aus diesem »Lager« der nordkoreanischen Gesellschaft verschwinden musste. Auch weil das Regime derartige Verfehlungen mit einer Sippenhaft über 3 Generationen ahndet, floh er über China.

Jangs Ausführungen erhellten durchaus die verborgenen Strukturen dieses Regimes. Eher im Geheimen, aber doch als oberste Instanz, agiere die Abteilung für Organisation und Leitung der Partei. Sie treffe Personalentscheidungen und überprüfe auch alle Vorgänge, die an den Staatsführer Kim Jong-Un weitergeleitet würden. Auch das Militär sei als »Waffe der Partei« von Befehlen aus der Partei abhängig. Somit verfüge Kim Jong-Un nur über eine symbolische Macht, die reale Macht liege in den Händen der Parteiführung. Wie das Regime mit Staatskritikern in den Umerziehungs- und Todeslagern umgehe, konnrte auch Jang Jin Seong nicht näher beschreiben.

Sicher sei aber, dass die »Vergöttlichung« der Staatsmacht erhalten bleiben müsse. Die Doktrin heiße, allein Kim Il-sungs Familie könne den Zusammenhalt des Landes gewährleisten. Deshalb funktioniere auch die Philosophie von einem unabhängigen Land nicht, das von sich aus Reformen durchführen würde. Doch neben dieser Vergöttlichung und einer anerzogenen Loyalität entwickele sich in der Gesellschaft bereits ein Prozess der Erosion. Für den täglichen Überlebenskampf sei ein Markt entstanden, der auch in Nordkorea zum Reichtum Weniger geführt habe. Die alte Einbahnstraße von Befehl und Gehorsam funktioniere nicht mehr, heute herrsche überall Bestechung. Neben der nationalen Elite profitierten vor allem die Chinesen davon.

Die permanente Drohung mit einem atomaren Konflikt relativierte Jang. Atomwaffen würden gefördert, um die eigene Macht zu erhalten. Die Kim-Dynastie und die Atomwaffen gehörten zusammen, beide würden aber auch gemeinsam untergehen. Ob es überhaupt eine Chance zum Umlenken gäbe, fragte Susanne Koelbl. Dabei spiele China eine zentrale Rolle, entgegenete Jang. Nordkorea sei der sterbende Patient, der von China am Leben gehalten werde. Eine Revolution von innen werde es wohl nicht geben. Nur wenn man überhaupte etwas besitze, sei man bereit, dafür zu kämpfen. Noch gehörten aber Geld und Land allein dem Staat. Dennoch: Die Globalisierung und der Einfluss neuer Medien gehe ja auch nicht ganz an Nordkorea vorbei, hieß es aus dem Publikum. Wie lange sich das Regime wohl noch halten könne? Jang Jin Seongs Antwort: »Vielleicht fünf, vielleicht zehn Jahre.«


Hier geht es zum Video: http://www.koerber-stiftung.de/mediathek...diktatur-1.html

Guß Alex

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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

15.09.2014 11:42
#2 RE: Nordkorea: Aus dem Inneren der Diktatur antworten

Ein interessantes Interview, aber mehr auch nicht. Der Herr JAN JIN SEONG spricht wie alle Interlektuellen, die eine neue Heimat suchen. Sie können sich ja nicht einmal über einen praktischen Beruf ernähren! Also brauchen sie immer einen Sponsor, ob nun früher KIM JONG-IL oder nun Angela MERKEL oder Barrack OBAMA.
Nordkorea bleibt fest im Griff von China - politisch und wirtschaftlich - als vorgelagerte "Sicherheitzone" gegenüber den USA.

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

25.11.2016 00:53
#3 RE: Nordkorea: Aus dem Inneren der Diktatur antworten

Obwohl das ZDF nicht gerade die Quelle für objektive Darstellung ist, so ist diese Doku durch seine Interviews doch recht interessant und wirft ein etwas anderes Licht auf Nordkorea:

https://www.youtube.com/watch?v=PO07yRbf6is

Die fernöstliche Lebensart/Kultur mit einem solch politischen System gekoppelt, wirkt auf uns fremd.
Interessant auch wie vollkommen unterschiedlich die Reisenden alles wahrgenommen haben.

Das reicht von "kurz vor dem Zusammenbruch" bis hin zu "fortschrittlich".

Wo liegt die Wahrheit über Nordkorea?

Gruß Alex

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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

26.11.2016 10:56
#4 RE: Nordkorea: Aus dem Inneren der Diktatur antworten

Die Sicht auf andere Kulturen und "Glaubensrichtungen" ist immer nicht einfach! So auch nicht die nicht auf die VOLKSREPUBLIK KOREA.
Geschichtlich eng mit dem Riesenreich der VOLKSREPUBLIK CHINA verbunden, bleibt CHINA aus die Schutzmacht von Nordkorea. Wer will schon US-Truppen an der eigenen (chinesischen) Grenze zu stehen haben? Der Aufstieg Nordkoreas zur Atommacht hat "weitergehende" Träume des Westens vorerst zunichte gemacht.

Die Abschottung einer Region bedeutet keinesfalls die zwangsläufige Rückständigkeit eines Volkes. JAPAN war über Jahrhunderte "isoliert" und trotzdem nicht kulturell zurückgeblieben. Ebenso CHINA, mit seiner "Großen Mauer" gegen die andrängenden Steppenvölker, blieb eine asiatische Hochkultur.
Die westliche Mär vom "Fortschrittsverlust", wo ihre Konzerne keinen (oder sehr begrenzten) "Markteinfluß" gewinnen können, ist doch kein "Schreckgespenst" mehr.

So hat Nordkorea ein entwickeltes und kostenfreies Schul- und Studiensystem, eine kostenfreie Gesundheitsgrundversorgung und einen gelenkten Arbeitsmarkt zur Versorgung der Bevölkerung mit Arbeitsplätzen.
ALLEINE diese DREI MERKMALE zeigen die sozialpolitische Überlegenheit (!) über die Mehrzahl der kapitalistischen Staaten.

Dieser Art von Vergleichen weicht der Westen lieber aus und stellt seinen "Flitterkram" einer Konsum- und Freizeitwelt dagegen - die auch nicht ohne Geld (!) erreichbar ist.
Bis HEUTE sind jedenfalls in Nordkorea weder "Hungerregionen" noch "Armutsgebiete" (wie z.B. in Mittel- und Südamerika üblich!) lokalisiert worden. "Geschichten" von Dissidenten sind eben keine Beweise! PROPAGANDA erst recht nicht.

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

16.02.2017 00:46
#5 RE: Nordkorea: Aus dem Inneren der Diktatur antworten

Eine Bemerkung am Rande wäre vieleicht auch die Tatsache, daß sich das kapitalistische Südkorea ebenfalls gegen den Norden abschottet. Anders als zwischen der DDR und der BRD wo BRD Bürger in die DDR reisen konnten, ist es Südkoreanern strikt verboten in den Norden zu reisen. Das Selbe gilt für Post und Telefon. Auch die Geschichte des Südens ist keineswegs so "freiheitlich-demokratisch" wie man es im ersten Augenblick denkt oder beigebracht bekommt. Vor dem Koreakrieg wurden Wahlen manipuliert und Parteien verboten, Hinrichtungen waren an der Tagesordnung. Südkorea hatte bis zum Aubruch des Koreakrieges absolut faschistoide Züge, unterstützt von niemand anderem als der USA. Das bis heute geltende Einreiseverbot ist auch alles andere als freiheitlich.

Was das von Kai angesprochene Gesundheitssystem angeht, so haben Nordkoreaner eine Lebenserwartung derer Bürger mancher EU-Mitgliedsstaaten.
Die Hungersnot in den 90er Jahren war eine Verkettung übler Naturereignise, welche in jedem Land vorkommen können.

Gruß Alex

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