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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 49 mal aufgerufen
 aktuelle Tagespolitik
C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

05.11.2015 23:06
03.11.2015 Evo Morales in Berlin ! antworten

Warum auch immer mit keinem Wort in den Medien solch ein Staatsbesuch erwähnt wird, wir haben alternative Quellen.
3 Tage war er zu Besuch, selbst mit der Suchfunktion der Tagesschau, kein Wort. Eine Schande!

Evo Morales in Berlin: „Erst nach Rausschmiss des US-Botschafters kehrte Ruhe bei uns ein“

Der Präsident des Plurinationalen Staates Bolivien hat im Rahmen seines Staatsbesuches eine bemerkenswerte Rede vor tausenden Zuhörern in der TU Berlin gehalten. Mit sehr expliziten Worten kritisierte er das „neokoloniale und imperialistische Vorgehen der USA“ in seinem Land. Frenetischen Applaus erntete er dabei auch aus eher unvermuteter Ecke.

Ganz im Gegensatz zu der de facto nicht existenten Berichterstattung in den deutschen Medien zum Staatsbesuch des Präsidenten Boliviens, der als einer der vehementesten Kapitalismus- und US-Kritiker gilt, stand der Andrang von über 2.000 Studierenden, Lateinamerika-Interessierten, Botschaftern und Bundestagsabgeordneten am Mittwochabend im Audimax der Technischen Universität (TU) Berlin.

Durch das vollbesetzte Audimax der TU halte wohl zuletzt Ende der 1960er Jahre eine mit solcher Vehemenz vorgetragene Kapitalismus-, US- und Imperialismuskritik, wie sie Morales, auf der Basis eigenen Erlebens, an diesem Abend formulierte. Vor dem Publikum sprach Morales rund eine Stunde lang über den tiefgreifenden Wandel in seinem Land und schlug den Bogen vom historischen 500-jährigen Widerstand der indigenen Bauernbewegung bis zum erstmaligen Wahlsieg seiner Partei MAS (Movimiento al Socialismo – Bewegung zum Sozialismus) im Jahr 2005.

Dabei verwies der erste indigene Präsident Boliviens auf die großen Widerstände, mit denen er und die sozialen Bewegung sich konfrontiert sahen, aufgrund "des Herrschaftsanspruchs der USA in ihrem geopolitischen „Hinterhof“. Eine von Morales im lockeren Plauderton vorgetragene Anekdote zeigte dies beispielhaft auf. Gleich zu Beginn des Wahlkampfes 2002 hatte der damalige US-Botschafter in Bolivien Manuel Rocha verlauten lassen, dass Bolivien Unheil drohe, sollten sie den „andinen Bin Laden“, gemeint war Morales, wählen.

Kurz vor der Wahl legte Rocha nicht nur verbal nach und warnte die bolivianischen Wähler offen: „Wenn ihr Morales wählt, werden die USA ihre Entwicklungshilfe streichen und ihre Märkte für Bolivien schließen.“ Doch erst diese unverhohlene US-Drohung bracht wirkliche Dynamik in den Wahlkampf der MAS, so Morales:

„Jede Bemerkung, die Rocha gegen uns machte, half uns, stärker zu werden und ließ das Bewusstsein des Volkes erwachen. In dieser Hinsicht war der US-Botschafter unser bester Wahlkampfhelfer.“

Morales verwies auf weitere Destabilisierungsversuche durch die US-Botschaft bis hin zu deren offenen Unterstützung der rechten und gewaltbereiten Seperatismusbewegung in den vier östlichen Departamentos, wegen ihrer geografischen Form auch Media Luna (Halbmond) genannt. Diese Unterstützung durch die US-Botschaft konnte, laut Darlegung des bolivianischen Präsidenten, eine souveräne Regierung nicht länger tolerieren:

"Wir sahen uns dann 2010 gezwungen, den US-Botschafter aus dem Land zu werfen. Ohne Angst vor dem Imperium erklärte ich Herrn [Philip] Goldberg [US-Botschafter seit 2006] zur persona non grata. Seitdem haben wir relative Ruhe im Land“.

Fast jede Kritik des bolivianischen Präsidenten an dem neokolonialen Vorgehen der USA in Lateinamerika und weltweit beantworteten die 2.000 Zuschauer mit frenetischem Beifall. Dabei überraschte insbesondere eine CDU-Politikerin mit ihrem kräftigen Beifall und verzückten Blick auf den sozialistischen Präsidenten: Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth.

Der Beifall von Süssmuth konterkarierte die Bemühungen der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die nach wie vor in ihren politischen Analysen versucht, die Morales-Regierung als chaotischen und zugleich autoritären Haufen, der das Land in den Ruin führt, zu charakterisieren, bewusst die sehr positiven Wirtschafts- und Sozialdaten des plurinationalen Staates ignorierend, der dieses Jahr das höchste Wirtschaftswachstum in ganz Lateinamerika erreichen wird.

Morales ging in seiner Rede auch umfänglich auf die wirtschaftlichen Pläne seiner Regierung ein und betonte, dass das größte Augenmerk darauf gerichtet sein müsse, die Wertschöpfungskette vor Ort in Bolivien aufzubauen, um so die traditionelle Ausplünderung der Rohstoffe durch multinationale westliche Konzerne zu überwinden. Dabei sei die Kooperation mit technologisch fortgeschritten Ländern wie Deutschland sehr willkommen, jedoch, so Morales insistierend "als Partner, nicht als Eigentümer und Herren der bolivianischen Rohstoffe."

Nach seiner Rede stellte Morales sich noch Fragen des Amerika21-Redakteurs Harald Neuber. Die Lacher des Publikums hatte Morales auf seiner Seite, als er eine kritisch intendierte Frage zu einer möglichen erneuten Wahlkandidatur mit den Worten konterte, dass gerade Deutschland, angesichts der dritten Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Regierungszeiten eines Kohls oder Adenauers, nicht in der Position sei, dies zu kritisieren.

Seinen Auftritt schloss der bolivianische Präsident mit einem Aufruf, dass sich Europa und Lateinamerika gemeinsam von der US-Dominanz befreien sollten und betonte:

„En Bolivia no mandan más los gringos norteamericanos, sino los indios andinos“ (Bei uns in Bolivien bestimmen nicht mehr die nordamerikanischen Gringos [Eine abschätzige Bezeichnung in Lateinamerika für Westler, insbesondere US-Amerikaner], sondern wir, die andinen Ureinwohner.)


Danke an die Quelle RT, sonst würde man als GEZ Zahler in diesem Lande gar nichts mehr erfahren. Gewollt?

Gruß Alex

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Ein Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

06.11.2015 10:05
#2 RE: 03.11.2015 Evo Morales in Berlin ! antworten

EVO MORALES gilt als ein "Erzfeind" des US-geführten Weltkapitals. Im Jahre 2006 verstaatlichte er in Bolivien die US-dominierte Erdölindustrie. Für die USA normalerweise ein "Kriegsgrund", doch die Kräfte für parallel zu führende Kriege fehlen dem "Weltgendarmen" inzwischen.

Innenpolitisch steht EVO MORALES in seinem Land unangefochten unter dem Schutz der einfachen Bürger. Seine "Rothemden"-Miliz ist zwar nur leicht, aber dafür gut bewaffnet - und zahlreich: Erfahrungen aus der kubanischen Revolution seines politischen Vorbildes und persönlichen Freundes FIDEL CASTRO. Eine "Farben-Revolution" (Made in CIA) zu inszenieren, bleibt deshalb so risikoreich, wie die versuchte (und gescheiterte) "Invasion in der Schweinebucht" auf Kuba.

Also bleibt nur übrig, IHN medial weitgehend zu ignorieren. Zumindestens gilt das für unsere US-hörigen, deutschen (Staats-)Medien!
Erneut sei in diesem Zusammenhang an die Veröffentlichungen von Dr. UDO ULFKOTTE zu diesem peinlichen Thema erinnert.

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

03.12.2015 15:01
#3 RE: 03.11.2015 Evo Morales in Berlin ! antworten

Am 4.11 habe ich an die Redaktion der ARD eine E-Mail geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mich würde es brennend interessieren, warum die Medienwelt und speziell sie als größte Nachrichtensendung Deutschlands es mit keinem Wort
für nötig halten über den Staatsbesuch von Morales in dieser Woche zu berichten. Passte der Besuch nicht in das Konzept:

https://deutsch.rt.com/inland/35472-evo-...in-berlin-erst/

Ich freue mich auf Antwort von Ihnen.

MfG
A.Schrödter


Heute (nach über 4 Wochen!) habe ich Antwort:

Sehr geehrter Herr Schrödter,

herzlichen Dank für Ihre Mail. Der 4.11. 2015 war ein Nachrichten starker Tag. Der VW-Skandal, die Flüchtlingskrise und die Begrenzung der Mietpreiserhöhung waren wichtige Themen. Deshalb mussten wir in unseren Sendungen, die zeitlich begrenzt sind, überlegen, was wir zeigen können. Die Redaktion hat dann nach Nachrichtenrelevanz entschieden. Leider war dann kein Platz mehr für den Besuch des bolivianischen Präsidenten Evo Morales. Wir bedauern das sehr und hoffen, dass wir bei nächster Gelegenheit über das südamerikanische Land berichten können.

Mit freundlichen Grüßen
Publikumsservice ARD-aktuell


Ich möchte jetzt nicht nachsehen über welchen unsinnigen Quatsch am 04.11. noch berichtet wurde, das Morales angeblich keinen Platz gefunden hat.

Ohne Worte!

Gruß Alex

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Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

04.12.2015 09:33
#4 RE: 03.11.2015 Evo Morales in Berlin ! antworten

ALEX, ein gutes Beispiel für die mediale Heuchelei, der wir täglich unterworfen sind. Dem Volk werden eben nur nur "Informations-Bissen" zugeworfen, die als "verträglich" eingeschätzt werden.

 Sprung  

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Alexander Schrödter
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USt-IdNr.: DE814828020

alex@futurerent.de

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