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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 162 mal aufgerufen
 2. Weltkrieg
C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

02.09.2008 00:12
RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

2,5 Millionen Soldaten, darunter wegen des Personalbedarfs der Roten Armee entlassene Gulag-Häftlinge und unter sowjetischem Oberbefehl kämpfende polnische Soldaten, 6.250 Panzer, 40.000 Kanonen und 7.500 Flugzeuge waren an Oder und Neiße aufmarschiert, eine größere Streitmacht als die, mit der Nazi-Deutschland vier Jahre zuvor die Sowjetunion angegriffen hatte.

Die größte Konzentration der sowjetischen Truppen stand auf der Höhe Berlins: Die 1. Weißrussische Front unter Marschall Schukow sollte frontal die deutschen Stellungen auf den Seelower Höhen durchbrechen, um dann entlang der Reichsstraße 1 auf Berlin vorzustoßen.

Am Ufer der Neiße war die 1. Ukrainische Front unter Schukows Rivalen Koniew in Stellung gegangen. Stalin hatte die Operationsgebiete der beiden Fronten westlich der Oder nicht gegeneinander abgegrenzt und so den Ehrgeiz der beiden Kommandeure angefacht, vor ihrem Konkurrenten die Eroberung Berlins zu melden.

Die letzte deutsche Ostfront

Die Wehrmachtseinheiten, die den sowjetischen Ansturm abwehren sollten, waren den Angreifern hoffnungslos unterlegen. Zwar hatten die verantwortlichen Generäle den Schwerpunkt der bevorstehenden Offensive ausgemacht und dementsprechend einen Großteil ihrer Truppen an der Alten Oder und auf den Seelower Höhen konzentriert, doch waren die vorhandenen Kräfte einfach nicht stark genug, so dass die verschiedenen Waffengattungen den Russen um das sechs- bis vierzehnfache unterlegen waren.

Es gab nur noch wenige reguläre Einheiten, die meisten waren zusammengewürfelt und häufig nicht für ihre Aufgabe ausgebildet. Dazu kam, dass viel zu wenig Munition und Treibstoff vorhanden war.

Die Schlacht beginnt

Am 16. April um vier Uhr morgens begann der Hauptangriff. Über eine Millionen Granaten gingen an diesem Tag auf die deutschen Stellungen vor und auf den Seelower Höhen nieder, in Berlin fielen Bilder von den Wänden und Telefone fingen von selbst an zu klingeln.

Das auf die erste Grabenlinie gerichtete, massierte Artilleriefeuer blieb jedoch ohne große Wirkung, da die Deutschen am Vorabend von einem gefangenen Rotarmisten den Angriffstermin erfahren und ihre Truppen in die zweite Verteidigungslinie zurückgezogen hatten. Nach halbstündigem Beschuss griffen die Rotarmisten an.

Der erste Angriff scheitert

Zur Unterstützung des Angriffs sollten 123 Flakscheinwerfer die Deutschen blenden, doch das vom aufgewirbelten Staub zurückgeworfene Licht irritierte die Angreifer mehr als die Verteidiger. Das deutsche Abwehrfeuer und der morastige Boden verlangsamten den Vormarsch, so dass Marschall Schukow am Vormittag den vorgezogenen Einsatz großer Panzereinheiten befahl.

Die Folge dieses Befehls war ein regelrechtes Verkehrschaos, in dem sich den Deutschen leichte Ziele boten. Am Abend hatten Schukows Truppen ihr Ziel, die Seelower Höhen, nicht erreicht. Erst am Morgen des übernächsten Tages schafften die Panzerverbände den entscheidenden Durchbruch.

Koniews Vorsprung auf dem Weg nach Berlin

Weiter im Süden war Marschall Koniew zur gleichen Zeit weit besser vorangekommen. Auf Anhieb hatten seine Truppen die deutschen Stellungen an der Neiße überwunden und waren schnell vorgedrungen. Noch am selben Tag überschritten die Panzerspitzen der 1. Ukrainischen Front die Spree.

Daraufhin befahl bzw. gestattete ihm Stalin, auf Berlin zu marschieren und heizte so den Konkurrenzkampf der Marschälle noch einmal an. Es war auch dieser Konkurrenzkampf gewesen, der Marschall Schukow vor Seelow zu seiner Fehlentscheidung verleitet hatte, die viele Rotarmisten das Leben kostete. Mindestens 30.000 von ihnen starben an den Seelower Höhen. Auf deutscher Seite starben 12.000 Soldaten.

Jan Ogiermann, rbb-online.de

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Otto-Hahn Offline



Beiträge: 11

09.09.2008 22:37
#2 RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

Vielleicht ist es hilfreich mal Literatur der damaligen Beteiligten zu lesen.
In "Erinnerungen und Gedanken" kann man Shukows Darstellungen nachlesen.
Wer meint hier eine sehr einseitige Beschreibung der Ereignisse vorzufinden wird beim lesen eines Besseren belehrt.

G.K.Shukov hat übrigens mal über die oft sehr dümliche Darstellung der deutschen Wehrmacht in russischen WK Filmen gesagt: "Wir sind 1940 nicht vor Dummköpfen geflohen, und es waren auch keine Dummköpfe die wir 1945 besiegt haben. Es war die bestausgerüstet Armee der Welt."

Das Grundgesetz der Bundesrepublik beginnt mit einer Lüge.
"Die Würde des Menschen ist unantastbar."

C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

10.09.2008 00:25
#3 RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

Hast Du zu dem Buch eventl. eine ISBN-Nummer?
Klingt doch sehr interessant.

Gruß Alex

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Otto-Hahn Offline



Beiträge: 11

10.09.2008 08:54
#4 RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

Leider nein,
meine beiden Exemplare (Band I und II) stammen noch vom Militärverlag der DDR.
Aber erst am Wochenende habe ich diese auf einem Flohmarkt gesehen. Hier im hamburger Raum ist dass eher ungewöhnlich und identifiziert den Verkäufer in der Regel als ex DDR Bürger. Kosten sollten die übrigens 1,50 €.

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C a t e x u s Offline




Beiträge: 2.786

10.09.2008 10:34
#5 RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

O.K. dann bleibt noch Ebay oder wirklich der Flohmarkt.
Aber trotzdem nochmal danke für den Tip

Gruß Alex

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Monza Offline



Beiträge: 2

12.08.2009 18:42
#6 RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

@ Otto Hahn:
G.K.Shukov hat übrigens mal über die oft sehr dümmliche Darstellung der deutschen Wehrmacht in russischen WK Filmen gesagt: "Wir sind 1940 nicht vor Dummköpfen geflohen, und es waren auch keine Dummköpfe die wir 1945 besiegt haben. Es war die bestausgerüstet Armee der Welt."

Shukow war ein Lügner, denn zu Beginn des Überfalls der Wehrmacht auf die SU war diese nicht auf einen Verteidigungskrieg vorbereitet. Sie war selber dabei wenig später einen Angriff auf Deutschland vorzunehmen. Die Sowjetarmee verfügte über die 3- fache Überlegenheit an Panzern, 5-fach an Flugzeugen, eine Überzahl an U-Booten in der Ostsee und einen riesigen Munitionsvorrat. Nur konnte sie diese Übermacht nicht ausnutzen, da sie vom Angriff der Deutschen völlig überrascht wurde.
Shukow hat in den 70er Jahren in seinen Memoiren fleißig an seinem an Mythos als großer Feldherr gestrickt und hat sich wissentlich Heldentaten zugeschanzt die andere für ihn begangen habe. Zu seinen Lügen gehören z.B., dass er vor Moskau die Deutschen aufgehalten hat. Dies war aber der General Wlassow. Oder der Sieg bei Stalingrad geht auf seine Führung zurück. Oder die Schlacht von Kursk, die er gewonnen hat, auch dies ist eine Lüge. Wo Shukow auftauchte wurde gestorben und das zu Tausenden.
Außerdem wurde er nach dem Krieg als Dieb und Plünderer verurteilt.

_robert_ Offline




Beiträge: 92

30.08.2009 23:49
#7 RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

Nun Monza

Ich weis natürlich nicht wie genau Du die Rolle Schukow,s kennst , wie gut Du dich in militärischen Dingen allgemein und mit denen des WK II speziell auskennst .

Eines jedoch weis ich , Schukow war kein Dummkopf !

mit freundl. Gruß ! Robert

Gruß ! Robert

Laßt bloß den Krieg in Frieden !

Monza Offline



Beiträge: 2

13.09.2009 15:47
#8 RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

Reichen 4 Jahre Offiziersschule und anschließend 14 Jahre Dienst in der NVA als Legitimation für meine militärischen Kenntnisse?

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

01.06.2011 15:23
#9 RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

Der Propaganda-Begriff "Nazi-Deutschland" hat in einem Forum nichts zu suchen. Alle Verknüpfungen normaler Bezeichnungen mit den Worten Nazi oder Hitler sollen abwertend wirken und sind nur dumm. Wer wäre auf die Idee gekommen, von den Bush-USA zu sprechen?

stomatophylax Offline



Beiträge: 350

01.06.2011 15:36
#10 RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

Schukow war sicherlich ein überdurchschnittlicher Stabsoffizier, sonst wäre er kaum so schnell in den Zentralstab aufgestiegen und hätte dann in der STAWKA zum engsten Kreis der Planer gehört. Als Truppenführer war er bestenfalls Durchschnitt, aber da er Stalin absolut ergeben war, konnte dieser sich immer darauf verlassen, dass Schukow die Befehle ohne Rücksicht auf Verluste und mit äußerster Härte durchdrückte.
Insgesamt waren die russischen Kommandeure bis zum Schluss genau wie die Westalliierten nicht annähernd so flexibel und wendig in der Gefechtsführung wie fast alle deutschen.

Kai Guleikoff Offline



Beiträge: 932

04.04.2012 12:57
#11 RE: Die Schlacht um die Seelower Höhen antworten

STALIN war ein guter Menschenkenner. In seiner Priesterausbildung hatte er dafür ein gutes Rüstzeug mitbekommen. Stalins Förderung genoß jeder, der ihm persönlich nicht gefährlich werden konnte und den er brauchte. SHUKOW hatte das erkannt und sein Verhalten darauf eingestellt. Diese "Wendigkeit" zeigte er auch nach Stalins Tod durch seinen Beitritt zur "Anti-Stalin-Gruppe" im ZK der KPdSU. Shukows "militärisches Genie" zeigte sich im brutalen Verhalten gegenüber seine Untergebenen. Wer nicht parierte, wurde dem NKWD "anvertraut". Bei der Schlacht um Stalingrad sind alleine ca. 18.000 Rotarmisten aller Dienstgrade "wegen Feigheit" erschossen worden.

20. Juli »»
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